GOKA-Star der Woche: Emilia Schüle

Emilia Schüle begann ihre Kinokarriere mit "Freche Mädchen" (2008), da war sie 14. Am 31. August startet das Drama "Jugend ohne Gott" - drei weitere Kinofilme mit ihr folgen. Unser diesjähriges Jury-Mitglied ist eine vielbeschäftigte Schauspielerin.

Bis fünf Uhr morgens musste sie bei einem Nachtdreh arbeiten – sechs Stunden später gibt sie unserem GOKA-Reporter Oliver Noelle ein Interview: Alle Achtung, Emilia Schüle! Die 24-Jährige ist zurzeit sensationell gefragt. "Außer Qualität und Spielfreude gibt es keinen Plan bei mir", sagt Emilia Schüle, die 2014 den Nachwuchspreis der GOLDENEN KAMERA gewann und als Jury-Mitglied für die GOLDENE KAMERA 2018 bei der Auswahl der Nominierten und Preisträger ihre zehnjährige Berufserfahrung in die Waagschale werfen wird. "Ich konnte kaum etwas absagen, weil die Sachen so spannend waren und ermöglichten, wieder eine neue Facette von mir zu zeigen."

Kinostar Emilia Schüle

Allein ihre nächsten vier Kinofilme – die Dystopie "Jugend ohne Gott" (ab 31. August), die Verwechslungskomödie "High Society" (ab 14. September), die Romanverfilmung "Es war einmal Indianerland" (19. Oktober) und das Behindertendrama "Simpel" (ab 9. November) beweisen dies. "Ich freue mich auf große Herausforderungen, so fühle ich mich umso mehr gewappnet für die nächste", erklärt die Berlinerin.

Bildergalerie zu "Jugend ohne Gott"

Zunächst hat sie in der Ödön-von-Horvath-Verfilmung "Jugend ohne Gott" einen sexy Auftritt. Sie spielt Ewa, eine Art Waldmädchen, in das sich der Schüler Zach (Jannis Niewöhner) verliebt. Vor allem ein intensiver Kuss ohne Worte zwischen ihr und ihrem Exfreund Jannis Niewöhner könnte dabei für Furore sorgen.

Trailer zu "Jugend ohne Gott"

"High Society" von "Traumfrauen"-Regisseurin Anika Decker ist nach "Freche Mädchen" erst ihre zweite Komödie. "Davor hatte ich am meisten Schiss", so Emilia Schüle, "weil das so lange her ist." Hier spielt sie an der Seite der GOKA-Preisträgerinnen Iris Berben (1988 und 2004) und Katja Riemann (1990 und 1992) - und auch Jannis Niewöhner ist wieder mit dabei. In einer Szene wird sie halbnackt ans Bett gefesselt. "Es ist schwierig, Haut zu zeigen, da fühle ich mich viel entblößter als bei einer authentischen Liebesgeschichte. Die SM-Szene aber war unheimlich lustig, das hatte nichts Ernsthaftes."

Trailer zu "High Society"

Der Trailer von "Es war einmal Indianerland" beginnt mit Emilia Schüles Worten: "Ich bin eitel, zickig und unkeusch. Verlieb dich bloß nicht in mich." Doch Mauser (Leonard Scheicher) kann trotzdem nicht von der rothaarigen Jackie aus dem Viertel der Reichen lassen. Die Verfilmung von Nils Mohls gleichnamigen, preisgekrönten Roman von Ilker Catak zeigt, wie wandelbar die 1992 im russischen Blagoweschtschensk geborene Emilia Schüle in ihren Rollen ist.

Trailer zu "Es war einmal Indianerland"

In "Simpel" tritt sie schließlich neben Frederick Lau ("Victoria") und David Kross ("Der Vorleser") auf, der einen geistig behinderten Jugendlichen spielt. "Das war eine wirklich krasse Leistung von David, ich war sehr berührt", zeigt sich noch immer beeindruckt.

Kein Konkurrenzdenken

Emilia Schüle dreht also derzeit mit einer Reihe junger deutscher Schauspielerinnen und Schauspieler viel – und vielseitig. "Ich hoffe, dass wir alle richtig groß rauskommen. Lange genug haben immer dieselben Schauspieler in den Filmen gespielt, die groß funktionieren", wünscht sich Emila Schüle. Interessant: Mit den meisten davon hat sie mehrfach zusammengearbeitet. "Alicia von Rittberg aus 'Jugend ohne Gott' kenne ich, seit ich 14 Jahre alt war, und Jannis Niewöhner seit 'Gangs'." Ähnliches gilt für Jannik Schümann, der in "Jugend ohne Gott" und "High Society" dabei ist. "Jannik kenne ich seit fünf Jahren, er und Alicia haben auch schon zwei Filme gemacht. David Kross kenne ich auch länger, und mit Freddy Lau hatte ich davor bereits zwei Filme gemacht. Wir sind alle miteinander groß geworden – das ist Familie, man sieht sich privat, das ist ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl und absolut keine Konkurrenz."

Emilia Schüle - gefeierter Serienstar

Emilia Schüle allerdings ist noch etwas weiter als ihre Lieblingskollegen: Seit vier Monaten dreht sie für die zweite Staffel der Netflix-Spionage-Serie "Berlin Station" – ein erster Karriereschritt in Richtung USA. "Geplant war das nicht, aber eine tolle Erfahrung. Ich habe viel Freude an der englischen Sprache", sagt sie. "Aber ich ziehe jetzt nicht nach L.A. und versuche dort bekannt zu werden. Das ist Quatsch. Ich will lieber in Deutschland schöne Rollen spielen."

Und das konnte sie im historischen Sechsteiler "Charité" genauso wie in der Miniserie "Ku'damm 56", der für die GOLDENE KAMERA 2017 nominiert war. In der Miniserie spielt sie die 19-jährige Eva, eine von drei Schwestern, die von Sonja Gerhardt und Maria Ehrich (GOLDENE KAMERA Nachwuchspreis 2015) verkörpert werden. Ihr einziges Ziel: sie will unbedingt ihren Chef (Heino Ferch, GOLDENE KAMERA 2002) ehelichen, um "Frau Prof. Dr. Jürgen Fassbender" zu werden. Doch dann verliebt sie sich in einen verheirateten Mann.

In der TV-Fortsetzung "Ku'damm 59" wird man sehen, ob sie an der Seite ihres Mannes glücklich wird.

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