GOKA-Star der Woche: Alexandra Maria Lara

Im Leinwandspektakel "Geostorm" gibt die 38-jährige Berlinerin ihr Blockbuster-Debüt. Wir erklären, warum die GOLDENE KAMERA-Preisträgerin von 2005 Deutschlands größter Schauspiel-Exportschlager ist.

Im Katastrophenfilm-Spektakel "Geostorm" (Kinostart: 19. Oktober) verkörpert Alexandra Maria Lara die personifizierte Ruhe im globalen Sturm und demonstriert auf ganz großer Leinwand, was sie auch im Ausland zu einer der gefragtesten deutschen Schauspielerinnen macht: Allein mit Hilfe ihrer Ausstrahlung den Blick des Zuschauers magisch auf sich zu ziehen.

Eine kaum verwunderliche Fähigkeit , denn der Aktrice mit rumänischen Wurzeln und faszinierender Audrey-Hepburn-Aura wurde die Schauspielerei buchstäblich in die Wiege gelegt.

Alexandra Maria Lara: Die geborene Schauspielerin

Bevor Alexandra Maria Lara nämlich 1983 im Alter von 5 Jahren mit ihren Eltern Valentin und Doina Platareau vor dem Ceausescu-Regime nach Deutschland floh, war ihr Schauspiel-Vater Vizedirektor des Staatlichen Theaters in Bukarest, dessen Bretter für Alexandra nicht nur Spielplatz, sondern von klein auf die Welt bedeuteten.

Nach ihrem Umzug nach West-Berlin gründete Vater Valentin 1992 die "Schauspielschule Charlottenburg", in der Alexandra nach dem Abitur ihre fundierte Ausbildung absolvierte. Schauspielerisch sorgte das eingefleischte Theater-AG-Mitglied aber bereits als 16-Jährige für Aufsehen, als sie 1996 in der Vorabendserie "Mensch, Pia!" die Titelrolle übernahm – und dabei eine richtungsweisende Erfahrung machte: "In der Schule wurde ich wegen dieser Rolle an den Rand gestellt. Von wegen: Die hält sich wohl für was Besseres!"

Alexandra Maria Lara: "Der Untergang" als Aufstieg

Trotz Erfolgs immer schön auf dem Teppich zu bleiben, wurde für Alexandra Maria, die sich auf Anraten ihrer Agentin mit Einstieg ins Filmgeschäft von Platareanu in Lara umbenannte (und dafür den Kosenamen der Geliebten von "Doktor Schiwago" wählte), zum Verhaltenscredo. Das änderte sich auch nicht, als sie Oliver Hirschbiegel 2004 für "Der Untergang" besetzte und die junge Schauspielerin, die 2002 für den TV-Zweiteiler "Der Tunnel" den "New Faces Award" bekam und sich parallel dazu mit Doris Dörries "Nackt" im Kino etablierte, in den deutschen Schauspiel-Olymp katapultierte.

Alexandra Maria Lara in "Der Untergang" (2004)

Für ihre feinfühlige Darstellung der Hitler-Sekretärin Traudl Junge im weltweiten Kino-Erfolg wurde Alexandra Maria Lara als "Beste deutsche Schauspielerin" mit der GOLDENEN KAMERA 2005 ausgezeichnet. Und Helmut Dietl, der sie zuvor in seiner Romantikkomödie "Vom Suchen und Finden der Liebe" besetzt hatte, sprach aus, was viele dachten: "Alexandra hat das, was man Starqualitäten nennt."

Alexandra Maria Lara: Auf "Du und Du" mit Francis Ford Coppola

Von diesen zeigte sich auch Francis Ford Coppola überzeugt. "Der Pate" von Hollywood schrieb dem neuen Fräuleinwunder des deutschen Films 2006 einen Brief und bat die damals 28-Jährige in seiner Mystery-Love-Story "Jugend ohne Jugend" die weibliche Hauptrolle zu übernehmen. Ein einmaliges Angebot, das die permanent nach neuen Herausforderungen suchende Vollblut-Schauspielerin nicht ablehnen konnte – im Gegensatz zur etwa zeitgleich eintrudelnden Offerte von Tom Cruise, in seinem Weltkriegs-Epos "Operation Walküre" erneut eine Nazi-Sekretärin zu spielen.

Trailer zu "Jugend ohne Jugend" (2007)

Mit dem Coppola-Siegel im Portfolio konnte Alexandra Maria Lara das tun, was den meisten anderen deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation verwehrt blieb: international durchstarten. So drehte die cineastischen Weltenbummlerin, die 2008 auch in die Jury der Filmfestspiele von Cannes berufen wurde, unter anderem mit Spike Lee ("Buffalo Soldiers '44"), Anthony Hopkins ("The City of Your Final Destination"), Gerard Depardieu ("Small World") und neben Daniel Brühl, Chris Hemsworth und Olivia Wilde in Ron Howards gefeiertem Formel-1-Biopic "Rush - Alles für den Sieg" (2013).

Aber auch in ihrer alten Film-Heimat stellte Alexandra Maria Lara ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis und glänzte sowohl als RAF-Terroristin Petra Schelm in "Der Baader Meinhof Komplex" (2008) als auch in der Rolle der prätentiösen Schauspieldiva in Detlev Bucks "Rubbeldiekatz". Zuletzt war die für ihren begeisterungsfähigen Arbeitsethos bekannte Schauspielerin in Matthias Schweighöfers Amazon-Serie "Your Are Wanted" zu bewundern.

"You Are Wanted"-Star Alexandra Maria Lara im Interview

Alexandra Maria Lara: Liebe in der Firma

Bei der Rolle der besorgten Ehefrau konnte Alexandra Maria Lara auf persönliche Emotionen zurückgreifen, seit sie nämlich bei den Dreharbeiten zu Anton Corbijns Regiedebüt "Control" (2006) den britischen Hauptdarsteller Sam Riley kennen und lieben gelernt hat, ist die in Berlin lebende Schauspielerin in festen Schauspielerhänden.

Trailer zu "Control" (2008)

Von der heimlichen Hochzeit in Sam Rileys Heimat im Jahr 2009 und der Geburt des gemeinsamen Sohnes Ben im Jahr 2014 bekam die Öffentlichkeit indes nicht mehr mit als nötig. Lieber tritt das Traumpaar des europäischen Kinos gemeinsam vor der Kamera in Erscheinung – wie zuletzt im Reboot des Kinderklassikers "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" (2016), in dem die Eheleute als Schurkenduo Sharon Schalldämpfer und Brad Blutbad die Show stehlen.

Alexandra Maria Lara und Sam Riley in "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" (2017)

Alexandra Maria Lara in "Geostorm"

Auch zu den Dreharbeiten von "Geostorm" reiste Alexandra Maria Lara mit Ehemann, Kind und Kegel an. In der ersten großen Blockbuster-Produktion ihrer Karriere spielt sie die deutsche NASA-Wissenschaftlerin Ute Fassbinder, die trotz weltweiter Katastrophen ihrem die Heldenrolle ausfüllenden Co-Star Gerard Butler (GOLDENE KAMERA 2016) den Kopf verdreht. Wer kann zu unserem schauspielerischem Exportschlager schon Nein sagen!

Trailer zu "Geostorm" (Kinostart: 19.10.2017)