GOKA-Star der Woche: Fahri Yardim

Mit seinem "Tatort"-Debüt wurde er zum Publikumsliebling, in der Comedyserie "Jerks" lacht er über sich selbst und in seinem aktuellen Kinofilm "Whatever Happens" hat er mit "Blade Runner 2049"-Schurkin Sylvia Hoeks Beziehungsstress. Der Schauspieler Fahri Yardim beweist immer wieder, wie vielseitig einsetzbar er auf der Leinwand ist.

Im ZEITmagazin beschreibt sich Fahri Yardim selbst als ein "klassisches Dazwischen-Kind". Er ist in Hamburg-Harburg aufgewachsen, der Sohn türkischer Einwanderer, ein Trennungskind und daher aufgewachsen in zwei Elternhäusern - und dadurch, wie er es ausdrückt, "in zwei Welten" groß geworden. Seinen Platz im Leben fand der 37-Jährige bereits in jungen Jahren beim Schultheater der Gesamtschule Harburg: "Die Anerkennung, die ich beim Spiel mit unterschiedlichen Identitäten erfuhr, wies mir den Weg zu einem Raum für meine innere Vielfalt."

Ein Leinwandtalent startet durch

Durch diese ersten Berührungen mit der Schauspielerei findet er seine Berufung und geht konsequent seinen Weg. Nach dem Abitur macht er eine Ausbildung am Hamburger Bühnenstudio der darstellenden Künste und bekommt Engagements am Ernst-Deutsch-Theater und dem Altonaer-Allee-Theater in Hamburg. Nachdem er als Darsteller in seinem Kino-Debüt in der Komödie "Kebab Connection" (2004) von Regisseur Fatih Akin in der Rolle des Lefty erste Erfolge feiert, bricht er sein Sudium der Erziehungswissenschaften ab. Wie es ist, als Lehrer zu agieren, erlebt er dann aber filmisch mit seiner Rolle in "Jugend ohne Gott" (2017).

Seinen endgültigen Durchbruch als Schauspieler feiert er bereits 2008: Im Gangster-Drama "Chiko" bekommt Yardim seine erste Kinohauptrolle als Sohn einer türkischen Einwandererfamilie angeboten. Im selben Jahr ist er im TV-Film "Mogadischu", der 2009 mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichnet wurde, zu sehen. 2011 spielt er die Hauptrolle im vierterfolgreichsten Film des Jahres und lernt dafür sogar Türkisch: "Almanya – Willkommen in Deutschland" lief im selben Jahr außer Konkurrenz auf der Berlinale und bekam den Preis in Silber im Wettbewerb um den besten Film beim Deutschen Filmpreis.

Sein beruflicher Erfolg bringt ihn auch früh an die Seite seines Fernseh-Partners und Freundes Til Schweiger (GOLDENE KAMERA 1998). Zum ersten mal stehen sie 2006 in "Wo ist Fred?" gemeinsam vor der Kamera. Die Chemie zwischen den beiden stimmt. Es folgen weitere Filme wie "Keinohrhasen" (2007), "Männerherzen" (2009), "Kokowääh" (2011), "Honig im Kopf" (2014) und "Vier gegen die Bank" (2016). Seit 2013 ermitteln sie zusammen im Hamburger "Tatort". Auch beim "Tatort"-Leinwandausflug "Tschiller: Off Duty" (2016) ist Fahri Yardim als Kommissar Yalcin Gümer mit dabei.

Mit Humor und Herz

Seit 2017 spielt er sich selbst in der Budy-Serie "Jerks" - an der Seite seines Kumpels Christian Ulmen, der auch im wahren Leben Yardims Freund ist. In der von Maxdome produzierten Comedyserie scheitern sie gemeinsam immer wieder an den Herausforderungen des Alltags und schlittern von einer grotesken Situation in die nächste. Das bringt der ersten deutschen Serien-Eigenproduktion des Streamingdienstes in diesem Jahr den Österreichischen Fernsehpreis "Romy" ein.

Die "Jerks" Ulmen und Yardim im Video-Talk

Einen ganz anderen Fahri Yardim sieht das Publikum in der Tragikomödie "Whatever Happens", die am 30. November in den deutschen Kinos startet. Darin spielen er und Sylvia Hoeks ("Blade Runner 2049") ein Paar, das sich auseinander gelebt hat und das vor den Scherben ihrer Beziehung steht. Hier kokettiert Yardim mal nicht mit Humor oder Klamauk, sondern mit seinem Herz.

2018 wird die Kinoadaption "Abgeschnitten" mit Yardim, Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer, Lars Eidinger und Enno Hesse in den Hauptrollen zu sehen sein. Regie führt Christian Alvart, der unter anderem bereits mit Yardim "Tschiller: Off Duty"drehte - und aktuell auch die kommende Netflix-Serie "Dogs of Berlin" realisiert, für die er erneut Fahri Yardim engagiert. Darin ermittelt er in zunächst 10 Episoden zusammen mit Felix Kramer in Berlin. Das Duo wird dabei in einen Territorialkampf mit der Unterwelt hineingezogen, der sie nicht nur mit ihren eigenen menschlichen Schwächen, sondern auch mit der Entscheidung konfrontiert, auf welcher Seite des Gesetzes sie eigentlich stehen. 2018 soll die Serie bei Netflix starten.

Fahri Yardim in einer ganz neuen Rolle

Für seine Rolle als Vater nimmt sich der Wahlberliner eine Auszeit und lässt sogar Filmangebote sausen. Seine im März dieses Jahres geborene Tochter hat für ihn Priorität. Bis Ende des Jahres gönnt er sich eine Drehpause und ist nun Vollzeit-Vater. Süße Babyfotos werden seine Fans nicht zu sehen bekommen, denn sein Privatleben behält der Kinostar für sich. Er ist eben konsequent - in allem was er tut.