Mark Hamill über "Star Wars: Die letzten Jedi"

40 Jahre nach seinem "Krieg der Sterne"-Debüt zurück in seiner Paraderolle: Mark Hamill als Luke Skywalker in "Star Wars: Die letzten Jedi"
40 Jahre nach seinem "Krieg der Sterne"-Debüt zurück in seiner Paraderolle: Mark Hamill als Luke Skywalker in "Star Wars: Die letzten Jedi"
Foto: © 2017 Lucasfilm Ltd.
40 Jahre nach seinem ersten "Krieg der Sterne"-Auftritt kehrt Mark Hamill in seiner Paraderolle auf die Leinwand zurück. Wir trafen den Luke Skywalker-Mimen zum Gespräch über "Episode VIII", die Anfänge der Weltraum-Saga und seine alte Weggefährtin Carrie Fisher.

"Die Zeit der Jedi ist zu Ende." Nach diesem Satz von Luke Skywalker (Mark Hamill) im Teaser-Trailer zu "Star Wars: Die letzten Jedi" (Kinostart: 14. Dezember) ist die Neugierde der Fans auf "Episode VIII" der Sternen-Soap riesengroß. Der 66-jährige Hamill, der Luke Skywalker zum ersten Mal 1977 in "Krieg der Sterne" (aka "Star Wars – Episode IV: Eine neue Hoffnung") spielte, sprach mit der GOLDENEN KAMERA über damals und heute...

Teaser-Trailer zu "Star Wars: Die letzten Jedi" (Kinostart: 14.12.2017)

Mark Hamill im Interview

GOLDENE KAMERA: Wie surreal ist es für Sie, 40 Jahre nach dem ersten "Star Wars"- Film über "Episode VIII" zu sprechen?

MARK HAMILL: "Star Wars" war nie ganz weg aus meinem Leben. "Episode IV" war mein erster Film überhaupt, bekam elf Oscar-Nominierungen und veränderte die Welt! Ich dachte: Oh Mann, so wird es für mich jetzt weitergehen. Manchmal werde ich gefragt, ob es mich nicht störe, dass man sich nur wegen dieser einen Rolle an mich erinnert. Ich antworte dann, ich hätte nie erwartet, dass man sich überhaupt an mich erinnert. Ich werde nie die ersten Drehtage vergessen: Neben mir Harrison Ford, Sir Alec Guinness und ein zwei Meter großer pelziger Hund, der ein Raumschiff fliegt. Ich habe es genossen.

HD-Trailer zu "Krieg der Sterne" (1977)

Erinnern Sie sich noch an den Anfang ihrer Reise?

Als ich das Drehbuch zu "Krieg der Sterne" las, dachte ich: Das ist doch kein Science Fiction! Die Geschichte erinnerte mich mehr an ein Märchen wie "Der Zauberer von Oz" - mit Luke Skywalker als Dorothy, der seinen langweiligen wüstenartigen Planeten verlässt und in eine Welt voller atemberaubender Abenteuer und phantastischer Kreaturen geworfen wird. Beide Filme habe einen Zauberer, einen Piraten und eine Prinzessin. Statt in Pferdekutschen sind wir halt in Raumschiffen herum gereist.

Wie viel Spaß macht es jetzt, Luke Skywalker einer neuen Generation vorzustellen?

Es ist ein großartiges Gefühl. Ich teile Luke Skywalker nicht nur mit meinen eigenen Kindern, sondern auch mit dem Nachwuchs der Fans, die ihre Liebe für das Franchise an ihre Sprösslinge weitergegeben haben. Und natürlich mit den neuen Fans der "Star Wars"-Saga. Als ich in den ersten drei Filmen mitspielte, war ich in meinen 20ern, und ich bin sehr froh, dass Kinder jetzt dank "Die letzten Jedi" sehen können, dass ich älter geworden bin. Denn in den letzten 34 Jahren seit "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" waren jüngere Fans jedes Mal geschockt, wenn sie am Flughafen oder im Supermarkt statt Luke Skywalker einen alten Mann zu Gesicht bekamen (lacht).

Wie hat sich Luke Skywalker seit der ersten Trilogie verändert?

Luke war in der ersten Trilogie die Hoffnung in Person. Er war die optimistischste Figur in "Star Wars", aber jetzt ist er zu einem bitteren, pessimistischen Menschen geworden, der isoliert auf einer Insel lebt und sich das Ende der Jedi wünscht. Von einer Traumsequenz mit Lupita Nyong’o lernen wir, dass Luke Kylo Ren als nächsten Jedi auserwählt hat. Sobald Kylo Ren allerdings zur dunklen Seite der Macht wechselt, fühlt Luke sich schuldig. In "Die letzten Jedi" werden wir viele Fragen beantworten und andere offen gelassen, damit auch noch etwas für "Episode IX" übrig ist (lacht).

Wie kam es überhaupt zu Ihrem neuen "Star Wars"-Einsatz?

2012 fragte George Lucas Carrie Fisher und mich, ob wir bei der neuen Trilogie dabei sein wollten. Ich setzte gerade mein cooles Pokerface auf, da rief Carrie: "Ich bin dabei!" Als auch Harrison zusagte, musste ich mitmachen. Sonst hätten mich all die "Star Wars"-Nerds gehasst und vor meinem Haus campiert.

Die Premiere ohne die Ende 2016 verstorbene Carrie Fisher war schlimm, oder?

Es ist schrecklich. So erhält der Film eine Melancholie, die er nicht verdient. Sie hatte einen tollen Humor. Wir hatten viel Spaß bei der ersten Trilogie und mussten auch mal im Produktionsbüro antanzen, weil wir mit unserer Singerei für Verzögerungen sorgten. Sie hätte für "Episode VIII" hier sein sollen. Und für "Episode IX"! Wir haben uns kennen gelernt, als sie 19 und ich 24 war. Sie war eine starke, bissige Frau mit einer mädchenhaften, zärtlichen Ader. Ich werde sie immer vermissen!

Ist es anders, als Mentor statt als Jedi-Schüler das Lichtschwert zu schwingen?

Habe ich ein Schwert? Das darf ich doch nicht verraten! Jedenfalls hatte ich ja in "Episode VII" keinen einzigen Satz – was ich vorher nicht wusste. Dabei habe ich 50 Wochen eine "Wenn es gut schmeckt, lass es weg"- Diät gemacht! 24 Kilo weniger! Und ich bin täglich ins Fitnessstudio gegangen, um fit für mein Comeback als Luke Skywalker zu sein. Anders als gewisse Leute, die ich nicht verrate (hustet).

Was ist denn nun Ihr erstes Wort im Film?

Wegen des Verlusts meines Kurzzeitgedächtnisses weiß ich das gerade nicht (lacht). Jedenfalls schaue ich Daisy Ridley in der ersten Szene an wie der fiese Nachbar, der "Runter von meinem Rasen!" schreit, nicht sehr Luke-like. Überhaupt ist dieser Film ganz anders. George Lucas war immer so unglücklich am Set, wir haben ihm oft Mut zugesprochen. Diesmal war es umgekehrt. Ich sagte zu Regisseur Rian Johnson: "Ich habe Todesangst, das ist mir zu groß hier. Ich will zurück zu meinen kleinen Broadway-Shows und Sprecher-Jobs." Seine Antwort: "Geht mir genauso."

Verstehen Sie das 40-jährige Phänomen "Star Wars"?

Ja und nein. Nach der ersten Trilogie dachte ich, dass alles vorbei sei, denn wir hatten einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Als dann 16 Jahre später die Prequels kamen, dachte ich, dass die neue Generation das Franchise übernahm. Aber dank des Enthusiasmus und der Leidenschaft der Fans haben wir eine dritte Trilogie. Und das weiß ich jetzt mehr zu schätzen als damals mit Mitte Zwanzig.

(Interview: Anke Hofmann)

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