Star in der Manege: Hugh Jackman als "Greatest Showman"

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der größte Entertainer im Kinoland? Zum Start seines neuen Musicalfilms über den legendären Zirkuspionier P.T. Barnum haben wir bei Hauptdarsteller Hugh Jackman nachgefragt.

Wolverine ist Geschichte. Hugh Jackman, Hollywoodstar mit Broadway-Erfahrung, hat nach "Les Misérables" (2012) wieder ein Musical gedreht. Der Australier spielt und singt in "Greatest Showman" (ab 4. Januar im Kino) Entertainment-Pionier Phineas Taylor Barnum (1810–1891) aus Connecticut, der mit Völkerschauen, Attraktionen wie einer Dame mit Bart und dem ersten Wanderzirkus ein Vermögen machte. Mit der GOLDENEN KAMERA spricht der 49-jährige Jackman über den Mann, der als Erfinder des Showbusiness gilt und verrät, warum er sich in P.T. Barnum wiedererkennt...

"Greatest Showman" Hugh Jackman im Interview

Video-Interview: Anke Hofmann

Darum geht's in "Greatest Showman"

Phineas Barnum (Hugh Jackman) verliert seinen Bürojob und weiß nicht, wie er seine Frau Charity (Michelle Williams) und zwei Töchter ernähren soll. Zunächst belächelt, baut er mit Fantasie, Geschäftssinn und seinem Assistenten Philip (Zac Efron), der in die Trapezkünstlerin Anne (Disney-Starlet Zendaya) verliebt ist, ein kleines Entertainment-Imperium auf. Zwar wird sein New Yorker Zirkus mit Exoten und Tätowierten als "primitive Freakshow" verrissen, aber die Neugierigen kommen in Scharen. Als Barnum die gefeierte schwedische Sopranistin Jenny Lind (toll: Rebecca Ferguson) und damit eine echte Künstlerin in die USA holt, zählt er endlich zur feinen Gesellschaft. Doch lässt er dafür seine Zirkusfamilie im Stich?

Trailer zu "Greatest Showman" (Kinostart: 4.1.2018)

Hugh Jackman im Interview

GOLDENE KAMERA: Ihre beiden Songwriter Benji Pasek und Justin Paul haben für "La La Land" den Oscar gewonnen.

HUGH JACKMAN: Aber sie wurden lange vorher für "Greatest Showman" engagiert, schon vor Jahren. Damals habe ich das Studio angeschwindelt, die Jungs hätten Preise gewonnen – 2017 räumten sie dann alles ab. Jetzt beachten die beiden mich kaum, wenn wir uns begegnen. (lacht)

P. T. Barnum war auch als Betrüger verrufen. Die "Fidschi-Meerjungfrau" in seinem Kuriositätenkabinett etwa war eine Montage aus Affe und Fisch.

Dazu muss man seine puritanische Zeit verstehen. Damals galt Unterhaltung als anrüchig, nur Oper war akzeptabel. Barnum wollte, dass die Leute sich einfach mal amüsieren. Zaubertricks sind doch auch Betrug: Jeder weiß, dass die Frau auf der Bühne nicht wirklich zersägt wird, aber wir haben Spaß daran. Menschen zum Staunen und zum Lachen zu bringen finde ich sehr nobel.

Aber bei allem Ruhm war er dennoch eine kontroverse Persönlichkeit.

Das stimmt. Barnum war vor allem Geschäftsmann und seine Methoden teils sicher fragwürdig, das thematisieren wir auch im Film. Aber er hat seinen Erfolg geteilt. Der Kleinwüchsige, der als "Tom Thumb" in seinen Shows auftrat, war seinerzeit der bekannteste Mann der Welt. Barnum hat ihn reich gemacht. Die eigentlichen Themen in "Greatest Showman" sind für mich Träume, Vorstellungskraft und die Frage, was Menschen zu etwas Besonderem macht.

Erinnern Sie sich eigentlich noch an Ihren ersten Zirkusbesuch?

Das war im australischen "Circus Oz". Clowns mochte ich nie, die haben mir Angst gemacht. Aber später bin ich dann ausgerechnet als Clown aufgetreten. Vielleicht war ich deshalb so schlecht.

Wieso schlecht?

Ich konnte keine Luftballontiere basteln! Mein letzter Einsatz war ein achter Geburtstag – und ein Desaster. Die Kinder schrien, die Erwachsenen starrten mich böse an. Die dachten ja, sie hätten jetzt mal eine Weile Ruhe vor den Kleinen. Manchmal jonglierte ich mit rohen Eiern. Diesmal war ich so verzweifelt, dass sie mich mit den Eiern bewerfen durften! Klebte dann alles in meiner Perücke.

Können Sie denn noch jonglieren?

So lala. Jonglieren hilft übrigens super gegen Stress: Es macht den Kopf frei, weil man sich ganz darauf konzentriert.

Haben Sie schon mal geschummelt?

Hallo? Ich bin Schauspieler, ich tue nichts anderes. (lacht) Bei meinem ersten TV-Job habe ich es jedenfalls versucht und behauptet, dass ich reiten kann. Ich sollte einen Cowboy spielen. Drehstart war erst ein paar Wochen später, also nahm ich noch schnell ein paar Reitstunden. Was soll ich dazu sagen? Das ging gar nicht! So wurde aus mir ein Matrose auf Landgang.