Wie heiß wird das Finale von "Fifty Shades of Grey"?

Zum Start von "Fifty Shades of Grey - Befreite Lust" am 8. Februar haben wir geguckt, ob die Verfilmung der Sadomaso-Bestseller-Trilogie von E. L. James wirklich einen neuen Sextrend ausgelöst hat.

Hundert Millionen verkaufte Romane weltweit und eine Filmtrilogie, die mit dem dritten und letzten Teil "Befreite Lust" die Kinokassen-Milliarde überschreiten wird: "Fifty Shades of Grey" ist Popkultur.

Darum geht's in "Fifty Shades of Grey - Befreite Lust"

Es könnte alles so schön sein. Anastasia Steele (Dakota Johnson) ist jetzt Mrs Grey, und Christian (Jamie Dornan) legt ihr die Welt zu Füßen. Doch die Flitterstimmung wird bald getrübt: Erst hat Anas geliebter Stiefvater einen schweren Unfall. Dann taucht ihr rachsüchtiger Chef Jack (Eric Johnson), der wegen sexueller Belästigung gefeuert wurde, wieder auf. Und auch Christians anhängliche SM-Lehrmeisterin Elena (Kim Basinger) gibt sich nicht geschlagen. Aber der größte Schock kommt noch: Ana ist schwanger!

Trailer zu "Fifty Shades of Grey - Befreite Lust" (Kinostart: 8.2.2018)

Der erste Teil "Geheimes Verlangen" (2015) spielte weltweit 571 Millionen Dollar ein, die Fortsetzung "Gefährliche Liebe" (2017) schon fast 200 Millionen weniger. Der "Shades"-Hype flaut langsam ab, aber das Finale dreht noch mal auf und wird zum atemlosen Thriller. Doch wie sieht es mit der "Fifty Shades of Grey"-Begeisterung in den deutschen Schlafzimmern aus?

Hintergrund: Der BDSM-Boom im "Fifty Shades of Grey"-Fahrwasser

Die Saga über die komplizierte Beziehung der unerfahrenen Ana(stasia) Steele mit dem dominanten Milliardär Christian Grey sei "einfach eine sehr leidenschaftliche Liebesgeschichte", betont Autorin E. L. James zwar nach wie vor. Zum Massenphänomen wurde ihre Romanze aber erst dank der aufregenden Abstecher in die Welt von Fesseln, Lustschmerz und Sextoys. Feststeht: Dank "Fifty Shades" sind "Perverso-Spielchen" (O-Ton Ana) salonfähig geworden – zumal, wenn sie so geschmackvoll und soft präsentiert werden wie hier. Und sie haben Neugier und Experimentierfreude entfesselt. Auch in Deutschland.

Harte Zahlen zu finden, die das belegen, ist indes nicht leicht. Sex bleibt Privatsache. Auch in Studien, wie sie 2017 etwa von der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung durchgeführt wurden, finden die Spielarten des BDSM (kurz für "Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism") nicht statt. Der Schlüssel ist Marktforschung: Beim Online-Sexshop Amorelie – 2012 gegründet, als die "Fifty Shades"-Buchtrilogie auch in Deutschland die Bestsellerlisten anführte – findet sich schon auf der Startseite die Rubrik "Bondage", gleich neben "Dessous". Die gefragtesten Produkte aus dieser Abteilung sind anschmiegsame Handschellen mit Klettverschluss und eine Federgerte "mit zwei aufregenden Enden".

Amorelie kann tatsächlich bestätigen, dass das Interesse an Bondage-Paketen für Einsteiger nach dem Kinostart der ersten beiden "Shades"-Filme, jeweils zum Valentinstag 2015 und 2017, merklich gestiegen ist. Im Angebot findet sich auch die aktuelle, sehr elegante "Fifty Shades Freed"-Kollektion (so lautet der Originaltitel des dritten Films). Vom Seil bis zur stylischen Augenbinde aus Leder ist alles dabei.

Es geht aber sogar noch konkreter: Für seinen Jahresreport 2017 "So lieben wir" befragte das Unternehmen rund 3000 Teilnehmer. Demnach können sich 54 Prozent vorstellen, BDSM auszuprobieren. 19 Prozent haben die Spielart getestet, waren jedoch nicht überwältigt. Immerhin 27 Prozent finden, dass BDSM-Experimente ihr Liebesleben durchaus bereichern. In den Top Ten der Sexfantasien rangiert "S/M & Bondage" bei den Frauen auf Rang sechs (auf Platz zwei allerdings: Rollenspiele) und bei den Männern sogar erst auf Platz neun – jeweils hinter "Jemanden beim Sex beobachten".

Womit wir wieder beim Film wären: Im Vorgänger "Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe" spielte SM kaum noch eine Rolle, inzwischen bestimmte nämlich eine deutlich selbstbewusstere Ana die Regeln. Gerte oder Lederpeitsche kamen gar nicht mehr zum Einsatz, stattdessen schenkte Christian seiner Traumfrau Liebeskugeln. Die zählen laut Erotikversand Orion, der pro Monat durchschnittlich 74 000 Google-Anfragen für Sexspielzeuge verzeichnet, zum beliebtesten Zubehör der Deutschen: auf Platz drei hinter den Klassikern Dildo und Vibrator. BDSM-Accessoires tauchen in der Liste nicht auf.

Im Filmfinale feiert immerhin Christian Greys berüchtigter "Roter Raum der Schmerzen" ein Comeback. Für den ultimativen Thrill sorgt aber auch in "Fifty Shades of Grey – Befreite Lust" eine andere feste Bindung: Ana und Christian sind jetzt verheiratet.