Domhnall Gleeson: "Ich hatte mehr blaue Flecke als nach einem Actionfilm"

In der slapstickreichen Kinderbuchverfilmung "Peter Hase" tanzen der knuffige Titelheld und seine tierischen Freunde Domhnall Gleeson mächtig auf der Nase rum. Wir trafen den schwer gebeutelten Schauspieler und seinen menschlichen Co-Star Rose Byrne zum Gespräch.

In der am 22. März startenden "Peter Hase"-Verfilmung von Will Gluck ("Freunde mit gewissen Vorzügen") ist die Rolle der Hasen-Freunde und Hasen-Hasser zwischen der Australierin Rose Byrne und dem Iren Domhnall Gleeson klar verteilt. Eine Rollenzuschreibung, die sich im realen Leben der beiden menschlichen Hauptdarsteller wiederspiegelt...

Domhnall Gleeson und Rose Byrne im Video-Talk

Darum geht's in "Peter Hase"

In einem englischen Dorfidyll verbringen Peter Hase (gesprochen von Christoph Maria Herbst), sein Cousin Benjamin Kaninchen sowie seine drei Schwestern Flopsi (gesprochen von Heike Makatsch), Mopsi (gesprochen von Jessica Schwarz) und Wuschelpuschel (gesprochen von Anja Kling) ihre Zeit damit, aus dem Garten von Mr. McGregor (Sam Neill) Gemüse zu mopsen. Als der alte Widersacher an einem Herzinfarkt verstirbt, zieht dessen Neffe Thomas (Domhnall Gleeson) ein und mutiert schnell zu Peters Nemesis. Denn der eifersüchtige Hasenrabauke will auf keinen Fall zulassen, dass die sich anbahnende Romanze zwischen seiner nebenan lebenden Menschenfreundin Bea (Rose Byrne) und dem zugezogenen Londoner Realität wird...

Trailer zur Kinderbuchverfilmung "Peter Hase"

Rose Byrne und Domhnall Gleeson im Interview

GOLDENE KAMERA: Warum wollten Sie bei der Verfilmung des Kinderbuchs "Peter Hase" unbedingt dabei sein?

DOMHNALL GLEESON (DG): Als Kind war ich ein gigantischer Fan von zwei Filmen: "Kevin – Allein zu Haus" und "Mary Poppins". Beide Filme steckten voller Slapstick-Momente, über die ich mich fast totgelacht habe. Es gibt nichts Schöneres oder Reineres als das Lachen eines Kindes. Als ich das Drehbuch von "Peter Hase" las, dachte ich die ganze Zeit: "Mann, darüber könnten Kinder total lachen!" Deswegen habe ich zugesagt, denn ich wollte an einem Projekt beteiligt sein, das für Kinder von Bedeutung sein kann.

ROSE BYRNE (RB): Ich war ein riesiger Fan von Beatrix Potter. Ich habe ihre Bücher als Kind über alles geliebt. Und ich hatte einen Hasen als Haustier (lacht). Also konnte ich mich total mit meiner Figur Bea und ihrer Liebe für diese Tiere identifizieren. Und genau wie Domhnall fand ich, dass dieser Film magisch für Kinder sein würde.

Warum fanden Sie die Beatrix-Potter-Bücher so faszinierend?

RB: Sie waren so unheimlich englisch. Peter Hase strahlt eine gewisse Magie für Kinder aus. Die Bilder von diesem süßen und frechen Hasen zählen zu meinen ersten Erinnerungen. Ich hoffe, dass alle Beatrix-Potter-Fans diesen Film so mögen werden wie ich.

DG: Ich habe sie erst als Vorbereitung für diesen Film gelesen. Als Kind habe ich meine Nase in irische Bücher gesteckt. Beatrix Potter als 33-Jähriger zu lesen anstatt sie als 3-Jähriger vorgelesen zu bekommen, ist natürlich eine ganz andere Erfahrung (lacht). Aber trotzdem wunderschön.

Domhnall, Ihre Figur Thomas arbeitet bei Harrods und liebt es ordentlich und sauber. Wie war es, in dem berühmten Kaufhaus zu drehen? Und sind Sie selbst genauso pingelig?

DG: Das Drehen bei Harrods war sehr cool. Es war allerdings etwas komisch, denn wir haben nachts gedreht, wenn keine Besucher dort waren. Ich selbst shoppe nicht sehr oft dort, denn Harrods ist dieses superschicke Geschäft mit diesen unverschämt teuren Preisen. Also habe ich jede Drehpause genutzt, Klamotten anzuprobieren, die ich mir normalerweise nie anschauen würde. Im Vergleich zu meiner Figur liebe auch ich Ordnung, aber ich glaube – und hoffe – dass ich nicht ganz so pingelig bin wie Thomas (lacht).

Rose, steckt in Ihnen eine Malerin? Und haben Sie je Hasen-Eintopf gegessen?

RB: Meine Schwester ist eine fantastische Malerin, aber ich habe leider zwei linke Hände wenn es ums Malen, Zeichnen oder sonstige Künste geht (lacht). Mich fasziniert nicht nur das Talent, sondern auch die Abgeschiedenheit, die das Kunsthandwerk mit sich bringt. Und Hase habe ich noch nie gegessen. Ich bin generell kein großer Fleischesser, aber bei Hase ziehe ich die Grenze!

DG: Du weißt nicht, was du verpasst. Hasen schmecken köstlich! (lacht)

Wie haben Sie die Szenen mit Peter Hase gedreht. Gab es echte Hasen am Set? Oder nur einen Tennisball als Platzhalter für die spätere CGI-Animation?

RB: Für diese Szenen braucht man viel Humor und viel Fantasie, denn manchmal war Peter Hase ein Tennisball oder ein Mensch in einem blauen Anzug oder sogar gar nichts! Meistens war es gar nichts. Umso schöner war es dann, wenn Domhnall und ich Szenen zusammen hatten, denn dann konnte man auf eine andere Person reagieren.

DG: Wenn ich die Wahl zwischen Szenen mit Rose und Szenen mit Nichts habe, dann wähle ich sofort Rose (lacht)! Vor allem meine Kampfszenen mit Peter Hase waren schwierig und kompliziert. Ich hatte nach den Dreharbeiten mehr blaue Flecken als wenn ich an einem Actionfilm gearbeitet hätte!

Interview: Anke Hofmann