Star der Woche: Claire Foy

Königin und Irre, liebende Ehefrau und Punk-Hackerin: Die Britin Claire Foy spielt sie alle, und das grandios.

Ob die Queen sie schon mal wegen der Serie kontaktiert habe, will US-Moderator Jimmy Fallon in seiner "Tonight Show" von Claire Foy wissen. "Sie ist ständig am Telefon", antwortet die 33-Jährige, die in der aufwendigen Netflix-Produktion "The Crown" die junge Elisabeth II. spielt. Einen kurzen Moment könnte man fast glauben, sie meine es ernst. Doch dann legt Foy den Kopf in den Nacken und lacht mit geöffnetem Mund tief aus dem Bauch heraus, ungeniert, erstaunlich laut für eine so zierliche Person – und kein bisschen royal.

"The Crown" brachte Claire Foy nicht nur einen Golden Globe, bei dessen Verleihung ihr 2017 als einziger Gedanke durch den Kopf gegangen sei: "Nicht stolpern, nicht stolpern, nicht stolpern ..." Auch Hollywood ist plötzlich ganz verrückt nach der schlagfertigen Frau, die bisher vor allem im britischen TV zu sehen war. Und weil sie nach zwei Staffeln "The Crown" wie geplant durch eine ältere Schauspielerin ersetzt wird, hat die Mutter einer Dreijährigen jetzt Zeit, im Kino durchzustarten.

In Steven Soderberghs Psychothriller "Unsane – Ausgeliefert" (Kinostart: 29. März) vollzieht Foy einen radikalen Imagewechsel: Konnte sie in der Rolle der stets beherrschten Queen Emotionen nur durch minimale Gesten ausdrücken, tobt und brüllt sie in "Unsane" als gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingelieferte Bankerin derart ungebremst, dass der Zuschauer lange nicht weiß, ob sie wirklich das Opfer eines perfiden Stalkers (gespielt von Joshua Leonard) oder doch völlig durchgeknallt ist.

Claire Foy in "Unsane – Ausgeliefert"

Drei Wochen später startet das Drama "Solange ich atme". Darin kämpft sie in den 1950ern als Ehefrau für ein unabhängiges Leben ihres an Polio erkrankten Mannes. Aktuell in Arbeit: der Thriller "The Girl in the Spider’s Web", in dem sie den Part der aus Stieg Larssons "Millennium-Triologie" bekannten Hackerin Lisbeth Salander übernimmt.

Trailer zu "Solange ich atme"

Mit jeder neuen Rolle verändert Claire Foy sich derart, dass sie kaum wiederzuerkennen ist, nicht nur wegen ihrer ständig wechselnden Haarlängen und -farben. Und: Sie kann auch Model, Ende 2017 zierte sie das Cover der britischen "Vogue". "Absolut wahnsinnig" sei die Aufmerksamkeit, die sie seit "The Crown" bekomme, sagte sie dem Fashion-Magazin. "Wäre mir das alles mit 23 passiert, wäre ich wahrscheinlich durchgedreht." Jetzt aber, mit 33, könne sie den Ruhm genießen – solange er andauere: "Ich mache mir keine Illusionen, Erfolg kann sehr unbeständig sein. Ich habe ihn lange genug von außen betrachtet, um zu wissen, dass er kommt und geht."

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