"No Way Out"-Star Josh Brolin: "Jammern wurde am Set nicht toleriert"

Zum Kinostart des auf wahren Begebenheiten beruhenden Firefighter-Dramas "No Way Out: Gegen die Flammen" trafen wir Hauptdarsteller Josh Brolin zum Gespräch über extrem männliche Dreharbeiten und erfuhren, warum er den Kampf gegen das Feuer aus eigener Erfahrung kennt.

Eigentlich ist Josh Brolin derzeit noch in "Avengers: Infinity War" als Superduper-Schurke Thanos zu sehen. Doch im Firefighter-Drama "No Way Out: Gegen die Flammen" (ab 3. Mai im Kino) von Regisseur Joseph Kosinski ("Oblivion") darf sich der 50-jährige Kalifornier jetzt von seiner Heldenseite zeigen...

Darum geht's in "No Way Out: Gegen die Flammen"

Basierend auf den tragischen Ereignissen beim "Yarnell Hill Fire" im Juni 2013, bei dem 19 Feuerwehrleute aus Prescott, Arizona ums Leben gekommen sind, erzählt "No Way Out: Gegen die Flammen" wie Eric Marsh (Josh Brolin) dafür kämpft, dass sein Fire Department auch für Waldbrand-Einsätze an vorderster Front zugelassen wird. Durch hartes Training verwandelt er den Tunichtgut Brendan McDonough (Miles Teller) und seine anderen Rekruten in die "Granite Mountain Hotshots", denen eine fatale Bewährungsprobe bevorsteht, als sich in der Bergregion nahe des Städtchens Yarnell ein gigantisches Feuer ausbreitet...

Trailer zu "No Way Out: Gegen die Flammen" (Kinostart: 3.5.2018)

Josh Brolin im Interview zu "No Way Out: Gegen die Flammen"

GOLDENE KAMERA: Wenn Sie jetzt einen trockenen Busch sehen, denken Sie sofort an die Feuergefahr?

JOSH BROLIN: Feuer – oder der Kampf dagegen – ist ein großer Bestandteil meines Lebens. Einer meiner besten Freunde ist Feuerwehrkommandant einer Einheit, die Waldbrände bekämpft. Und im Alter von 21 bis 24 war ich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Ich weiß also aus erster Hand, wie es sich anfühlt, in Flammen gehüllt zu sein oder in ein brennendes Haus zu rennen. Wenn ich mich auf meinem neuen Anwesen umschaue und die Eukalyptusbäume sehe, denken ich nicht unbedingt: "Ach, wie schön." Sondern eher: "Oh, die sind verdammt brennbar!" Diese Sorgen hätte ich mir vor den Dreharbeiten wahrscheinlich nicht gemacht.

Was fasziniert Sie an der Welt der Feuerwehrmänner?

Die Mentalität und Kameradschaft von Feuerwehrmännern ähnelt sehr der von Soldaten im Krieg. Beide begeben sich in extreme Gefahr und Feuer ist völlig unberechenbar. Wenn die "Granite Mountain Hotshots" fünf Minuten früher oder später losgezogen wären, würde sie vielleicht jetzt noch leben.

Obwohl "No Way Out" auf wahren Begebenheiten beruht, konnten Sie darüber leider nicht mit Eric Marsh, dem im Einsatz getöteten Vorbild für Ihre Rolle sprechen. Wie haben Sie sich vorbereitet?

Ich habe viel Zeit mit seiner Familie verbracht, vor allem mit seiner Ehefrau Miranda. Damals war Erics Tod gerade erst drei Jahre her und seine Angehörigen zu treffen, war dementsprechend nicht leicht. Das Erste, das seine Mutter zu mir sagte, war: "Eric war aber größer als Du!" (lacht). Und ich war ganz offen und ehrlich zu ihnen, denn ich wusste, dass ich sie mit meiner Darstellung von Eric nie zufrieden stellen würde. Ich habe ihnen erklärt, dass ich Eric nicht nachahmen möchte, sondern sein inneres Wesen herausfinden und zum Leben erwecken will.

Was war die größte Herausforderung während der Dreharbeiten mit Feuer?

Während diesem Dreh musste jeder zum Mann werden. Jammern und sich beschweren wurde am Set nicht toleriert. Niemand wurde wie ein Star behandelt und während des gesamten Drehs wurde ich nie mit meinem Namen angesprochen, sondern alle nannten mich Supe (kurz für Supervisor). Und ich habe meine Co-Stars auch nur mit den Namen ihrer Figuren angesprochen.

Waren Sie je in einer brenzligen Situation? Und wie haben daraus befreit?

Mit Joghurt (lacht). Wirklich! Ich verbrachte Weihnachten in meiner Hütte im Norden. Es war gegen drei Uhr morgens am ersten Weihnachtstag, und der Kamin stand in Flammen. Ich hatte keinen Feuerlöscher, also musste es Joghurt tun. Laut Feuerwehr hätte diese Hütte in sieben Minuten lichterloh abbrennen können. Ich hatte also Glück gehabt, dass ich den Brand noch rechtzeitig merkte. Jetzt gibt es natürlich einen Feuerlöscher in meiner Hütte (lacht).

Sie haben auch sehr viel Glück in Ihrer Karriere gehabt. Sie spielen in all den großen Blockbustern mit, wie aktuell "Avengers: Infinity War". Alle behaupten, dass Sie der beste Bösewicht im Marvel Universum sind...

Mir wurden schon so oft Bösewicht Rollen in Blockbusters angeboten, aber ich habe immer dankend abgelehnt. Aber dann lockten sie mich mit "der böseste Typ im Universum" und das klang einfach zu cool. Und das Resultat ist wirklich umwerfend! Thanos sieht alles andere aus als ich und trotzdem erkenne ich mich in ihm wieder. Wahnsinn!

"Deadpool trifft Cable"-Trailer zu "Deadpool 2" (Kinostart: 17.5.2018)

Und dann werden Sie auch auch noch im Sequel "Deadpool" das Leben schwer machen.

Dank "Deadpool 2" bin ich so gut in Form wie nie. Ich habe sechs Monate lang täglich zweieinhalb Stunden für die Rolle als Cable trainiert, aber übers Wochenende mir ein paar Donuts gegönnt. Das Resultat sitzt jetzt vor Dir (lacht).

Interview: Anke Hofmann