Ryan Reynolds: Held mit großer Klappe

Das Schandmaul im Ganzkörperkondom kehrt zurück! GOLDENE KAMERA stellt Deadpools neuen Supergegner und seine heiße Verstärkung vor.

"Erfolg? Damit rechne ich nicht, aber ich bereite mich darauf vor." Auf den Riesenerfolg von "Deadpool" war Ryan Reynolds wirklich nicht gefasst: Fast 784 Millionen Dollar spielte die selbstironische Marvel-Verfilmung mit dem Kanadier als entstelltem Söldner im "Ganzkörperkondom" 2016 ein, mehr als jeder andere Film aus dem "X-Men"-Universum. Und das, obwohl die brachialen Eskapaden des Großmauls erst ab 16 freigegeben waren. Für das sonst teeniefreundliche Comicgenre ein Novum – bis ein Jahr später Wolverines Requiem "Logan" nachzog. Dass es mit Wade Wilson alias Deadpool weitergeht, war aber schon vor dem Sensationserfolg beschlossene Sache. Details zur Story von "Deadpool 2" sind noch geheim. Stattdessen heizt Reynolds, der auch zu den Produzenten zählt, mit verrückten Teaser-Trailern lieber die Vorfreude an.

Trailer zu "Deadpool 2"

So viel steht jedoch fest: In Hauptrollen sind erneut "Gottes größter Idiot" (Reynolds), ein "superheißes Gerät" (Morena Baccarin als Wade Wilsons Freundin Vanessa) und der "CGI-Langweiler" Colossus zu sehen, der Deadpool für Professor Xaviers X-Men rekrutieren will – bislang erfolglos. "Dafür haben wir kein Geld", so lautete ein Running Gag des ersten Films. Ein Gastauftritt von Hugh Jackman als Wolverine? Zu teuer. Ein Teaser, der nach den Filmcredits einen Ausblick auf das Sequel gibt? Kein Budget.

Deadpools neuer Supergegner

Immerhin verriet Reynolds im Abspann den nächsten Megagegner: "In der Fortsetzung haben wir Cable. Bionischer Arm. Krasser Typ." Für den Part dieser zeitreisenden Kampfmaschine mit Bürstenschnitt waren Dolph Lundgren, Mel Gibson, Brad Pitt und – laut Reynolds – Keira Knightley im Gespräch. Den Zuschlag bekam letztlich Josh Brolin, der aktuell zudem in "Avengers: Infinity War" die universale Zumutung Thanos verkörpert. In den Marvel-Comics heißt Cable übrigens mit bürgerlichem Namen Nathan Summers und ist der Sohn von X-Man Scott "Cyclops" Summers. Comicfans wissen, dass der grimmige Cyborg, der aus einer schlimmen Zukunft kommt, kein Feind bleibt. Das ahnt Deadpool aber noch nicht, als er die X-Force gründet.

"Deadpool trifft Cable"-Trailer zu "Deadpool 2" (Kinostart: 17.5.2018)

Zum Team zählen die telekinetisch hochbegabte Domino (Zazie Beetz, hier im Interview) und der elektromagnetische Bedlam (Terry Crews aus der "Expendables"-Trilogie). Auf der Besetzungsliste – und für eine Sekunde im Trailer – taucht außerdem Bill Skarsgård auf, der Horrorclown aus "Es" (2017). Welches Mitglied der X-Force er verkörpern wird? Da er einen Mundschutz trägt, tippen Experten auf Axel Cluney alias Zeitgeist, der gern mal Säure spuckt – also noch einer mit ätzender Klappe.

Jedenfalls sind sie allesamt "jung genug, um zehn Jahre ihr eigenes Franchise zu tragen", so Deadpool. Der erste "X-Force"-Film ist für 2020 angekündigt. Tim Miller, der mit "Deadpool" sein Regiedebüt gab, hat mit all dem nichts mehr zu tun. Nach kreativen Differenzen mit Ryan Reynolds warf er hin. Angeblich hatte Miller keine Lust auf einen "durchgestylten Film für das dreifache Budget" – er dreht stattdessen aber das für 2019 geplante "Terminator"-Reboot. Also übernahm David Leitch ("Atomic Blonde"). Er verspricht, dass Deadpools rüde, nicht jugendfreie Umgangsformen auch im Sequel wieder Spaß machen. Selbst wenn diesmal Geld kein Thema ist. "Das Richtige zu tun ist eine Riesensauerei", weiß Deadpool. Zu überprüfen ist diese Weisheit ab 17. Mai im Kino.

Kino-Event der Woche: "7 Tage in Entebbe"

Im historischen Politthriller "7 Tage in Entebbe" des brasilianischen Regisseurs José Padilhas ("Tropa de Elite") entführen Daniel Brühl und Rosamund Pike als deutsches Terroristen-Duo ein Flugzeug voller israelischer Reisender.
Mehr lesen