Kino-Event der Woche: "Rampage - Big Meets Bigger"

In der Computerspiel-Verfilmung "Rampage – Big Meets Bigger" kriegt es Dwayne Johnson mit riesigen Tiermutanten zu tun. Wir verraten, ob sich das Spektakel im XXL-Großstadtdschungel lohnt und trafen Hollywoods amtierenden Leading Man zum Gespräch.

Je größer, desto besser!", findet Dwayne Johnson. Jedenfalls wenn es um Monster geht. In "Rampage – Big Meets Bigger" (ab 10. Mai im Kino) ist der Titel Programm: Im Vergleich zum mutierten Riesenalligator, der da in Chicago auftaucht, wirkt selbst der elf Meter große Gorilla irgendwie schnucklig. Mit der GOLDENEN KAMERA spricht der 46-jährige Ex-Wrestler, der für viele Fans nach wie vor "The Rock" ist – über Haustiere, Lebenskrisen und Donald Trump.

Darum geht's in "Rampage - Big Meets Bigger"

Der Konzern Energyne Industries experimentiert mit illegaler Gentechnologie. Warum die Proben buchstäblich vom Himmel fallen, verrät das Intro. Nur so viel: Lebewesen, die mit dem Zeug in Berührung kommen, mutieren zu Massenvernichtungswaffen im XXL-Format. Es trifft einen Wolf, einen Alligator – und Tierpark-Gorilla George, den Liebling von Primatenforscher Davis Okoye (Dwayne Johnson). Mithilfe der Gentechnikerin Kate versucht Davis, seinen wild gewordenen Freund vor dem Militär und der fiesen Energyne-Chefin Claire Wyden (Malin Akerman) zu retten, die alle wildgewordenen Mutanten-Giganten auf Chicago loslässt...

Trailer zu "Rampage - Big meets Bigger" (Kinostart: 10.5.2018)

GOKA-Wertung

Vorbild für George war "Schneeflöckchen“, der weltweit einzige bekannte Albino-Gorilla und Maskottchen des Zoos in Barcelona. Mit Regisseur Brad Peyton drehte Dwayne Johnson zuletzt den Erdbeben-Blockbuster "San Andreas" (2015). Für die Effekte ist die "King Kong"-Trickschmiede Weta Digital zuständig, George wurde per Motion-Capture von einem Schauspieler verkörpert, damit er menschlicher wirkt. Ebenfalls cool: "The Walking Dead"-Schurke Jeffrey Dean Morgan als Agent mit Cowboy-Attitüde.

Muss ich sehen, weil...
...bei diesem Popcornknaller nicht nur die beeindruckende Zerstörungsquote für Begeisterung sorgt.

Für Fans von...
..."Pacific Rim Uprising" und "Kong: Skull Island"

Dwayne Johnson im Interview zu "Rampage - Big Meets Bigger"

GOLDENE KAMERA: "Rampage" basiert auf einem Videospiel aus den 80ern. Kannten Sie es?

DWAYNE JOHNSON: Und ob. Ich habe "Rampage" ständig in einem Billardsalon auf Hawaii gespielt, wo ich als Teenager eigentlich gar nichts verloren hatte. Manchmal habe ich dafür sogar die Schule geschwänzt. Mit dem Film schließt sich jetzt also der Kreis.

"Rampage"-Held Davis Okoye kommt mit Tieren besser aus als mit Menschen. Sind Sie tierlieb?

Als Kind hatte ich immer Haustiere: ein Pony, Hunde, Katzen. Heute besitze ich in Virginia eine Farm mit Pferden.

Gibt es ein Tier, vor dem Sie Angst haben?

Angst nicht, aber ich respektiere Tiere, ihr Revier, die Natur überhaupt. (lacht) Und ich weiß, wann ich besser Abstand halten sollte. Für "Rampage" habe ich den Zoo in Atlanta besucht, der die größte Primatenabteilung Amerikas besitzt. Dort durfte ich die Persönlichkeit der einzelnen Gorillas studieren und mit ihren Betreuern zusammenarbeiten. Und in Florida war ich in einem Alligator-Schutzgebiet, um den Reptilien mal auf den Zahn zu fühlen. Dabei sind ein paar echt coole Fotos entstanden!

Hat es Ihnen Spaß gemacht, den Einzelgänger Davis zu spielen?

Sehr sogar, weil ich selbst ganz anders bin. Ich habe gern Menschen um mich und lasse mich von ihnen inspirieren. So offen war ich allerdings nicht immer. Ich bin Einzelkind und war früher sehr introvertiert. Aber mit der Zeit bin ich da zum Glück herausgewachsen.

Sie sind der absolute Publikumsliebling unter den Hollywoodstars. Warum, meinen Sie, sind Sie so beliebt?

Das verdanke ich wohl meiner Erziehung. Erfolg war für mich nie selbstverständlich, und das wird er auch nie sein. Ich weiß, wie es ist, kein Geld zu haben. Ich vergesse nie, wie unser Haus zwangsgeä̈umt wurde und wir Hawaii verlassen mussten. Meine ersten Kinohits kamen, als ich mich gerade scheiden ließ. Da war es mir wichtiger, meiner ältesten Tochter ein guter Vater zu sein, als über meinen Starstatus nachzudenken. Ich glaube, ich kann nicht mehr berühmter werden, als ich schon bin. Aber ich habe den besten Job der Welt! Mein Ziel war immer, andere zu unterhalten. Ich drehe keine Filme, um Emotionen auszuleben oder mich selbst zu analysieren. Dafür gehe ich zum Psychologen.

Aber Sie spielen gern den Helden. Sind Sie im Leben auch so tough?

Nein. Ich hatte mehrfach mit Depressionen zu kämpfen. Aber ich bin sehr stolz, dass ich die Tiefpunkte in meinem Leben bewältigt habe und hoffe, dass ich anderen damit ein Vorbild sein kann.

Und viele fordern bereits: "Dwayne Johnson for President!"

Das schmeichelt mir natürlich, zeigt aber nur, wie groß der Wunsch nach besserer Führung und Anstand ist. Beides Eigenschaften, die der jetzige Präsident vermissen lässt.

Interview: Anke Hofmann; Filmrezension: Ulrike Schröder