"Deadpool 2"-Star Zazie Beetz: "Glück ist meine Superpower im Leben"

Zum Kinostart von "Deadpool 2" (17. Mai) trafen wir die neue heiße Verstärkung des Superhelden: Zazie Beetz spielt die sexy Mutantin Domino. Im Interview spricht sie über Glück und Spätzle.

Darum geht's in "Deadpool 2"

Cyborg Cable (Josh Brolin), Supersoldat und mächtiger Telepath aus der Zukunft, hat es auf einen Jungen namens Russell abgesehen. Weil der als Erwachsener Dinge tun wird, die Cable verhindern will? Ausnahmsweise hört Superschnauze Deadpool (Ryan Reynolds) auf sein Gewissen und stellt eine X-Force zusammen, um den (harmlosen?) Teenager zu schützen.

Trailer zu "Deadpool 2"

In den Marvel-Comics heißt Cable übrigens mit bürgerlichem Namen Nathan Summers und ist der Sohn von X-Man Scott "Cyclops" Summers. Comicfans wissen, dass der grimmige Cyborg, der aus einer schlimmen Zukunft kommt, kein Feind bleibt. Das ahnt Deadpool aber noch nicht, als er die X-Force gründet. Zu diesem Team zählen außerdem noch der elektromagnetische Bedlam (Terry Crews aus der "Expendables"-Trilogie) und die telekinetisch hochbegabte Domino (Zazie Beetz), Deadpools neue heiße Vertärkung.

Wir trafen den Hollywoodstar mit deutschen Wurzeln zum Interview und sprachen mit ihr über Glück und den deutschen "Bier-und-Würstchen-Lebensstil".

Interview mit Zazie Beetz

Domino ist so kick-ass, dass sie Deadpool fast die Show stiehlt! Kannten Sie diese Figur aus den Comics?

Domino war mir total unbekannt, aber mir gefiel ihre Stärke, und dass sie nicht von Deadpools Exzentrizität eingeschüchtert ist. Im Gegenteil, sie ist ihm in allem gewachsen! Ihre Vergangenheit ist sehr tragisch und dunkel. Sie kennt sehr viel Schmerz, aber ihr selbst passiert nie etwas, weil Glück ihre Superpower ist. Das ist ein sehr interessantes Konzept.

Wie haben Sie sich auf die Stunts vorbereitet?

Sofort nach dem Casting habe ich täglich vier Stunden lang sehr intensiv trainiert. Und während der Dreharbeiten habe ich jede freie Minute genutzt, meine Stunts einzutrainieren. Die Kostümbildner mussten andauernd mein Kostüm ändern, weil sich mein Körper ständig veränderte.

Ist Glück auch Ihre Superpower im Leben?

(lacht) Ja, ich habe bis jetzt auch viel Glück in meinem Leben gehabt. Die letzten drei Jahre meiner Karriere waren die reinste Achterbahn voller Glück: Ich habe eine Rolle nach der anderen bekommen. Aber Glück ist, wenn harte Arbeit und Chance zusammentreffen. Und Glück ist Einstellungssache, wenn man die guten Dinge in seinem Leben auch zu schätzen weiß. Wir vergessen zu oft, uns auch über kleine Erfolge zu freuen, und dass es uns auch hätte schlimmer treffen können (lacht). Bis jetzt war Glück ein ständiger Begleiter in meinem Leben, und ich hoffe, dass es auch weiter so bleibt.

Vielleicht bringt Ihr Name auch Glück? Hat er eine Bedeutung?

(lacht) Mein Name stammt aus dem französischen Buch "Zazie dans le Métro." Louis Malle hat das Buch verfilmt und mein Vater hatte diesen Film als Junge im Fernsehen synchronisiert in Deutsch gesehen und sich in den Namen verliebt.

Dieser Film wird sicherlich Ihre bisherige Glücksträhne unterstützen. Wer hilft Ihnen, trotzt Glamour und Ruhm normal zu bleiben?

Mein Freund David. Wir sind seit vier Jahren befreundet und leben zusammen – mit unserer Katze (lacht). Er ist auch ein Schauspieler, und er schreibt Drehbücher. Es ist ein Segen für mich, dass er in der gleichen Branche arbeitet wie ich. Dadurch versteht er mich und meine Arbeitszeiten. Meine Mutter und mein Vater sind einfach toll. Ich habe sie so sehr lieb! Sie sind sehr stolz auf mich, aber ansonsten ist ihnen Hollywood total egal. Und ich habe einen sehr engen Freundeskreis, der mir immer mit Rat und Tat zur Seite steht.

Im Gegensatz zu Ihrer TV Serie "Atlanta" haben Sie in "Deadpool 2" keine Chance, deutsch zu sprechen. Aber wie pflegen Sie Ihre "innere Berliner Göre"?

Meine deutschen Wurzeln sind mir sehr wichtig. Ich sehe zwar nicht sehr deutsch aus und bin mehr in New York als in Berlin aufgewachsen, aber ich bin eine gebürtige Berlinerin! Mein Vater kommt aus Ost-Berlin und hat nach dem Mauerfall Amerika besucht. Dort hat er meine Mutter getroffen. Sie haben in Berlin geheiratet. Von meiner Geburt bis zum vierten Lebensjahr bin ich immer zwischen Deutschland und den USA hin und her gependelt. Dann habe ich ein Jahr im deutschen Kindergarten verbracht, bis wir offiziell nach New York umzogen, da bin ich dann auch zur Schule gegangen. Aber jedes Jahr – zwischen Juni und August – haben mich meine Eltern bei meinen Großeltern in Deutschland abgeliefert, um dort die Sommerferien zu verbringen, weil sie selbst arbeiten mussten. Dadurch habe ich eine sehr enge Beziehung zu Deutschland entwickelt. Meine deutsche Familie und ich stehen uns sehr nahe. Ich spreche fließend deutsch, weil ich mit meinem Vater hauptsächlich in seiner Muttersprache kommuniziere. Und ich bin mit all den deutschen Märchen und der deutschen Kultur aufgewachsen. Ich habe schon viel von Deutschland gesehen, und ich besuche Deutschland mindestens einmal im Jahr, wenn nicht öfter, aber ich würde gerne mehr Zeit in diesem Land verbringen und für ein paar Jahre dort leben. Ich würde gerne einmal einen Film in Deutschland drehen. Und ich möchte, dass auch meine Kinder bi-kulturell aufwachsen, wenn ich eines Tages Mutter werde.

Was treiben Sie so, wenn Sie nicht arbeiten?

Ich reise gerne. Ich gehe mit meinen Freunden aus. Ins Kino oder Tanzen. Aber ich bin auch gerne zu Hause. Und dann stricke oder koche ich ...

Hoffentlich deutsche Küche?

(lacht) Mein Vater hat immer Spätzle gemacht, also koche ich das jetzt auch. Da ich kein Fleisch esse, muss ich leider einen großen Teil der deutschen Küche ignorieren. Ich liebe Bratkartoffeln, aber der Bier-und-Würstchen-Lebensstil ist nicht mein Ding (lacht). Ich habe sehr viele Interessen, und ich war nie von der Überzeugung, dass ich mit der Schauspielerei mein endgültiges Lebensziel erreicht habe. Ich möchte noch so viele andere Dinge ausprobieren, und mein Traum ist es, eines Tages ein Haus mit einer Ziege, einem Schwein und ein paar Kindern zu haben.

Interview: Anke Hofmann