"Solo: A Star Wars Story": Rückkehr eines Rebellen

Exklusiv: Alden Ehrenreich, der neue Han Solo, spricht über seine Rolle in "Solo: A Star Wars Story" (Kinostart: 24. Mai 2018) und seinen Vorgänger Harrison Ford.

Darum geht's in "Solo: A Star Wars Story"

Zehn Jahre vor den Ereignissen von "Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung" (1977): Der junge Flieger Han Solo (Alden Ehrenreich) wurde von Weltraumnomaden aufgezogen, seine Eltern sind unbekannt, sein Mentor ist der kriminelle Tobias Beckett (Woody Harrelson). Han Solo tut sich mit dem Wookie Chewbacca (Joonas Suotamo) und dem Spieler Lando Calrissian (Donald Glover) zusammen und verknallt sich in die süße Qi’Ra (Emilia Clarke), während das böse Imperium die Macht in der Galaxis an sich reißt.

Trailer zu "Solo: A Star Wars Story"

Alden Ehrenreich als Han Solo

Er war der erste Kandidat, der für die Rolle des jungen Han Solo vorsprach – und stach 3000 Mitbewerber aus, darunter "Kick-Ass" Aaron Taylor-Johnson und Scott Eastwood. Bislang war Alden Ehrenreichs bekanntester Film die Satire "Hail, Caesar!" (2016) der Coen-Brüdern, jetzt wird ihn die ganze Galaxis als Han Solo kennenlernen. Wir trafen den 28-jährigen Schauspieler exklusiv zum Video-Talk:

"Solo: A Star Wars Movie": Alden Ehrenreich im Interview

Interview mit Alden Ehrenreich

Wie war Ihre erste Reaktion, als Sie diese Rolle bekamen?

Ich arbeitete gerade an meinem Kurzfilm und trat aus dem Schneideraum heraus, um mir etwas zu Trinken zu holen, als ich einen Anruf von den (ersten) Regisseuren (Phil Lord und Chris Miller, bevor Ron Howard den Regiestuhl übernahm) bekam, die mir freudig mitteilten, dass ich Han Solo spielen würde. Über jede Rolle, die ich bisher bekam, habe ich mich immer sehr gefreut. Und allen, denen ich dann die gute Nachricht mitteilte, reagierten sofort mit einem: "Toll!" Aber diese "Star Wars"-Rolle war so gigantisch und überdimensional, dass alle nur sprachlos waren (lacht). Danach habe ich mir sofort alle "Star Wars"-Filme noch einmal angeschaut. Damals gab es nur "Episode I" bis "Episode VII." Und ich habe natürlich die Welt meiner Figur und das "Star Wars"-Universum genauestens studiert. Wookieepedia war auch sehr hilfreich (lacht). Als die Dreharbeiten anfingen, kannte ich Han Solo in- und auswendig, so dass ich nicht mehr darüber nachdenken musste, wie ich ihn spielen sollte.

Wie fühlen Sie sich jetzt?

Es ist immer noch irgendwie komisch, wenn ich ins Haus meines Stiefbruders komme und seine Kinder mit "Star Wars"-Actionfiguren spielen, denn bald werden sie eine kleine Lego-Version von mir haben - auf der dann der Hund kauen wird (lacht).

Ist Han Solo jetzt Ihre Lieblings-Actionfigur?

Ich hatte alle Figuren als Kind. Und das Poster von "Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung" hing an meiner Wand. Meine Mutter hatte erst kürzlich beim Umzug meinen Han Solo und die anderen Figuren gefunden. Ich hab mich sehr gefreut, denn jetzt spiele ich wieder mit ihnen (lacht).

Wie unterscheidet sich eine so riesige und teure Produktion von Ihren vorherigen Filmen?

Um ehrlich zu sein, nicht sehr. Egal ob Indie-Film oder Blockbuster, ich bin immer als Schauspieler für meine Figur verantwortlich. Und "Solo" gleicht eher einem Biopic, allerdings über eine fiktive Figur, denn wir konzentrieren uns mehr auf sein Innenleben als üblich bei dieser Art von Actionfilmen. Deswegen fühle ich mich als ob ich im Jackpot gewonnen hätte. Das Schauspielern in "Solo" machte nicht nur unheimlichen Spaß, sondern ich konnte auch mit meiner Darbietung in die Tiefe gehen. Das einzig Neue für mich war, dass ich die Nahaufnahmen in "Solo" so timen musste, dass 20 Stormtrooper hinter mir herliefen (lacht).

Was hat Sie am meisten über die Han Solo- und "Star Wars"-Mythologie überrascht?

Es ist immer noch unvorstellbar und unheimlich beeindruckend für mich, dass dieses gesamte "Star Wars"-Imperium als Fantasie von George Lucas begann. Ich erinnere mich daran, wie ich als kleines Kind die "Star Wars"-Filme sah und dachte, dass Han Solo der coolste Typ der Welt sei. Ich habe auch Western geliebt, und fand, dass Han Solo weniger was vom stillen-aber-starken Kaliber hat, als eher was vom frechen Cowboy, der an der Bar einen Kampf anfechtet. Nicht umsonst wurde Harrison Ford sehr oft mit John Wayne verglichen, als der erste "Star Wars"-Film in die Kinos kam. Aber ich sehe eher eine Ähnlichkeit zum dreisten und abenteuerlichen Humor von "Butch Cassidy und Sundance Kid".

Apropos Humor, werden wir in "Solo" damit auf unsere Kosten kommen?

Ja, und es war von Anfang die Absicht, "Solo" so lustig wie den ersten "Star Wars"-Film zu machen. Und genau das hat mich an dieser Rolle auch am meisten gereizt.

Wie viel Han Solo steckt in Ihnen selbst?

So viel wie in jeder anderen Person (lacht). Was ich an ihm mag ist, dass er immer sein eigenes Ding macht. Und genau das versuche ich auch! (lacht)

Hat Harrison Ford Tipps gegeben?

Er meinte nur zu mir: "Wenn jemand fragt, sage einfach, dass ich dir alles gesagt habe." (lacht) Die größte Hilfe war schon, dass er das Spin-Off sehr unterstützt hat. Ohne seinen Segen wäre mir ziemlich unwohl gewesen, diese Rolle zu spielen.

Kurz vor Drehbeginn wechselte "Solo" die Regisseure. Wie schnell hat sich Ron Howard eingelebt?

Ron Howard hatte vielleicht eine Woche, um sich auf "Solo" vorzubereiten. Es ist Wahnsinn, wie schnell er in diese Rolle – bzw. in den Regiestuhl (lacht) – hineinpasste und die "Star Wars"-Sprache erlernte. Für den Film hat er eine wunderbare Mischung zwischen Herz, Humor und Action gefunden.

Waren Sie traurig, als Phil Lord und Chris Miller sich von dem Projekt verabschiedeten?

Ein bisschen schon, denn ich mag sie persönlich sehr und ich hoffe, dass ich irgendwann wieder mit ihnen arbeiten werde. Aber ihr Abschied war ein gemeinsamer Entschluss von allen, wegen kreativer Differenzen.

Interview: Anke Hofmann / Text: Oliver Noelle