Kino-Event der Woche: "Feinde - Hostiles"

Grausame Gemetzel und blutige Skalps: Der beinharte Neowestern "Feinde - Hostiles" (ab dem 31. Mai im Kino) mit Christian Bale ist ein Friedensappell.

"Die amerikanische Seele ist ihrem Wesen nach hart, einzelgängerisch, stoisch und ein Mörder." Diese Worte des Poeten D. H. Lawrence stellt Filmemacher Scott Cooper ("Crazy Heart") seinem düsteren Neowestern voran und macht damit noch vor dem ersten Bild klar, dass es in "Feinde – Hostiles" nicht um Prärie-Romantik, sondern die finstere Seite des US-Gründungsmythos geht, samt reichlich brutaler Details.

Trailer zu "Feinde - Hostiles"

Darum geht's in "Feinde - Hostiles"

1892 nach Ende der Indianerkriege: Laut Befehl muss Kavallerie-Captain Blocker (Christian Bale) den todkranken Häuptling Yellow Hawk (Wes Studi) und dessen Familie von New Mexico quer durch unwegsames Niemandsland nach Montana bringen. Blocker sträubt sich anfänglich, denn ihn und das Oberhaupt der Cheyenne verbindet eine grausame Vergangenheit. Doch der strapaziöse Ritt bringt die Reisenden einander näher. Als die nach einem Komantschenüberfall schwer traumatisierte Witwe Rosalie (Rosamund Pike) zu ihnen stößt, muss sich die Zwangsgemeinschaft endgültig zusammenraufen, denn fortan ist auch sie im Visier der Komantschen.

Hintergrund

Neu ist die Geschichte um Hass, Vergebung und die Frage, was den Mensch zum Menschen macht, nicht. Das macht sie jedoch nicht minder aktuell. Cooper erzählt sie zudem in derart kraftvollen Bildern und mit solch elementarer Wucht, dass seine Inszenierung ebenso lange nachklingt wie der tieftraurige Score des britischen Komponisten Max Richter ("Waltz With Bashir").

Oscarpreisträger Christian Bale, mit dem der Regisseur nach dem Rachedrama "Auge um Auge" (2013) hier zum zweiten Mal zusammenarbeitete, beweist als Soldat mit vernarbter Seele einmal mehr, dass er einer der begnadetsten Schauspieler seiner Generation ist.

GOKA-Wertung

"Feinde – Hostiles" ist kraftvolles Kino, das verstörend intensiv aufzeigt, was Krieg, Gier und Rache aus Menschen machen und ganz nebenbei belegt, dass das Westerngenre alles andere als angestaubt ist.