Kino-Event der Woche: "Goodbye Christopher Robin"

Wenn der Vater mit dem Sohne: Das neue Biopic-Drama von Simon Curtis ("My Week with Marilyn") erzählt die tragische wahre Geschichte hinter dem Kinderbuchklassiker "Pu der Bär" – ab 7. Juni im Kino.

Die Werke von Alan Alexander Milne (1882-1956) sind heute weitgehend vergessen – mit Ausnahme von "Pu der Bär", auch bekannt als Winnie Puuh. Der 1926 veröffentlichte Kinderbuchklassiker wurde zum internationalen Phänomen, 1966 entstand der erste Disney-Zeichentrickfilm mit Pu, Ferkel, I-ah und Tiger, die im Hundertsechzig-Morgen-Wald Abenteuer erleben. Ihr menschlicher Freund heißt Christopher Robin, wie Milnes Sohn.

Trailer zu Disneys Neuauflage von "Winnie Puuh" (2011)

Darum geht's in "Goodbye Christopher Robin"

Der Bühnenautor Alan Milne (Domhnall Gleeson) kehrt traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurück, jeder knallende Champagnerkorken ruft Erinnerungen an die Schützengräben wach. Milne sucht Ruhe im beschaulichen Landleben und zieht nach Sussex. Seiner Frau Daphne (Margot Robbie) aber fällt im heimeligen Cottage die Decke auf den Kopf, ihre Aufenthalte in London werden immer länger. Ihren Sohn Christopher Robin überlassen die Milnes Nanny Olive (Kelly Macdonald). Als Olive ihre Mutter pflegen muss, bleibt Alan Milne mit dem achtjährigen C.R. (Will Tilston) allein. Eigentlich sitzt der Schriftsteller an einem Antikriegsroman. Waldspaziergänge mit seinem fantasievollen Kind und dessen Stofftieren inspirieren ihn aber zu einem Buch, das Millionen beglückt. Für C.R. ist damit die tolle Zeit mit Dad indes vorbei: Der Junge aus "Pu der Bär" wird zum Kinderstar und absolviert einen Pressemarathon.

Trailer zu "Goodbye Christopher Robin" (Kinostart: 7.6.2018)

GOKA-Wertung

"Niemand kann ein Buch schreiben, das Kindern gefällt, wenn er es nicht zuerst für sich selbst schreibt“, sagte A.A. Milne. Sein Sohn zahlte für den Erfolg einen hohen Preis. Regisseur Simon Curtis ("Die Frau in Gold") hielt sich für "Goodbye Christopher Robin" an die Memoiren des 1996 verstorbenen C.R. Milne, dessen Plüschtiere in der New York Public Library ausgestellt sind. Trotz wundervoller Szenen und einer FSK-6-Freigabe ist das Drama für Kinder nicht geeignet! Wohl anders als der Disney-Film "Christopher Robin" (Kinostart: 16. August), in dem ein erwachsener C.R. seinen Bären wiedertrifft.

Muss ich sehen, weil...
...Regisseur Simon Curtis so zauberhaft wie melancholisch die Tragödie einer verlorenen Kindheit erzählt.

Für Fans von...
..."Schloss aus Glas" und "Captain Fantastic"