Kino-Event der Woche: "Ocean's 8"

Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway und ein Riesenklunker von Cartier: "Ocean’s 8“ punktet mit weiblichen Stars und guter Laune. Wir trafen die Chefin der meisterlichen Juwelendiebinnen zum Gespräch.

Steven Soderberghs Gaunerkomödien-Hit "Ocean's Eleven" wurde 2001 allein in Deutschland von über 4 Millionen Menschen gesehen. Nach zwei ebenso erfolgreichen Sequels kommt jetzt am 21. Juni das rein weiblich besetzte Spin-off "Ocean's 8" von Regisseur Gary Ross ("Die Tribute von Panem") ins Kino, für das Hauptdarstellerin Sandra Bullock eine beeindruckende Schar Schauspielkolleginnen um sich geschart hat...

Darum geht's in "Ocean's 8"

Mehr als fünf Jahre war Debbie Ocean (Sandra Bullock), Schwester von Obergauner Danny Ocean, im Knast. Reichlich Zeit, um sich einen tollen Coup auszudenken: Bei der alljährlichen starbesetzten Gala des Metropolitan Museum of Art in New York will sie eine 150-Millionen-Dollar-Halskette von Cartier klauen. Mit Freundin Lou (Cate Blanchett) stellt sie ein Team zusammen, dem u. a. Hackerin Nine Ball (Rihanna) und die abgehalfterte Designerin Rose (Helena Bonham Carter) angehören. Der Plan: Die arrogante Schauspielerin Daphne Kluger (herrlich: Anne Hathaway) soll das Drei-Kilo-Collier bei der Gala tragen – und auf dem Damenklo verlieren. Nebenbei will sich Debbie an ihrem Ex Claude (Richard Armitage) rächen.

Trailer zu "Ocean's 8" (Kinostart: 21.6.2018)

GOKA-Wertung

Das weibliche Spin-off der "Ocean's"-Erfolgsfilme punktet mit einer spannenden, gut gelaunten Story, weiblicher Coolness – und jeder Menge verrückter Outfits für die weiblichen Stars. Lediglich der Dialogwitz des Hits "Ocean’s Eleven" (2001) wird nicht ganz erreicht. Netter Gag am Rande: Zwei der elf Jungs um George Clooney haben einen Kurzauftritt. Ansonsten vermisst man die männlichen Stars aber nicht.

Sandra Bullock im Interview zu "Ocean's 8"

GOLDENE KAMERA: Haben Sie auch privat Freunde, mit denen Sie Pferde stehlen können?

SANDRA BULLOCK: Ja, die habe ich. Aber ich verrate nicht, ob wir stehlen oder nicht. (lacht) Das wichtigste Element in "Ocean's 8" war für mich nicht der Raub, obwohl er den Film genial und lustig macht. Ich wollte zeigen, wie sehr diese Frauen sich mochten und füreinander da waren, ohne dabei selber zurückzustecken. Je älter man wird, desto kleiner wird der Freundeskreis, denn man weiß jetzt, wer man ist und verändert sich eigentlich nicht mehr. Und die Menschen, die uns im Alter immer noch lieben, haben akzeptiert, wer wir sind.

Sie spielen Debbie Ocean, die Schwester von Danny aus der "Ocean's“-Trilogie. Haben Sie George Clooney um brüderlichen Rat gefragt?

Ihnen ist bewusst, dass George und ich die gleiche Person sind, oder? Denn warum sind Debbie und Danny nie gemeinsam in einer Szene zu sehen? (lacht) Das Tolle an George ist, dass er immer noch die Rat Pack Mentalität besitzt und für die "Ocean's“"Filme brennt. Unser Plan war es, dem Zuschauer genauso viel Spaß zu bieten wie mit den ersten drei Filmen, aber wir haben total versagt, denn bei "Ocean's 8" gab es keine Bar am Set. Und wir haben auch nicht in Las Vegas gedreht. (lacht) Aber dafür gab es Teamwork und Familienstimmung unter Frauen – etwas, wovon die Welt zu wenig zu sehen bekommt!

Was hat Debbie, bei dem Danny nicht mithalten kann?

Brüste natürlich! (lacht) Aber sie sind beide Diebe und sie können nicht anders, als andere übers Ohr zu hauen. Wenn beide zusammen essen gehen, würden sie darum eifern, wer die Rechnung nicht bezahlen muss. (lacht) George als Danny war so schick und cool, ich musst also für diese Rolle lernen, ruhiger und gelassener zu werden. Und nicht immer laute Witze zu reißen, sondern auch mal meine Klappe zu halten – obwohl ich so gerne etwas sagen wollte. (lacht)

Wer ist der bessere Dieb: Frauen oder Männer?

Frauen! Weil wir die besseren Lügner sind. (lacht)

Laut Marilyn Monroe sind Diamanten „a girl's best friend.“ Und für "Ocean's 8" hat Cartier extra ein Diamantenkollier kreiert. Stimmen Sie also Marilyn zu?

Nein, denn der wahre beste Freund einer Frau sind Immobilien! (lacht) Aber natürlich werde auch ich zu einer Krähe, wenn ich Diamanten sehe, obwohl ich so gut wie keinen Schmuck trage, weil ich immer Angst habe, ihn zu verlieren. Das Glitzern dieses Edelsteins hat einfach etwas Magisches an sich.

In der englischen Originalversion von "Ocean's 8" hört man Sie deutsch sprechen. Wie hat es Ihnen in Ihrem Leben geholfen, fließend in zwei Sprachen zu sein?

Meine Mutter und ich haben immer ins Deutsche gewechselt, wenn wir nicht wollten, dass andere verstanden, worüber wir sprachen. (lacht) Und meine Schwester und ich sprechen auch ab und zu deutsch. Es ist sehr praktisch, zwei Sprachen sprechen zu können.

Sandra Bullock bringt Jimmy Kimmel Deutsch bei

Führen Sie diese Tradition mit Ihren Kindern weiter?

Ich hatte angefangen, meinem Sohn Deutsch beizubringen, aber dann hat der Sprachtherapeut davon abgeraten, weil er zuerst englisch lernen sollte. Und jetzt spricht mein Sohn Englisch und Französisch, aber noch kein Deutsch. Das werde ich jetzt ändern!

Diane Kruger hat gerade mit "Aus dem Nichts" ihren ersten deutschsprachigen Film gedreht. Würde es Sie reizen, dies auch mal auszuprobieren?

Ja, wenn ich das passende Drehbuch für mich finde. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ein paar deutsche Sätze in "Ocean's 8" zu sprechen.

Hat Sie je ein deutscher Regisseur für ein deutsches Projekt angesprochen?

Ja, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wer es war. Ich weiß nur noch, dass es nicht geklappt hat. Ich hätte gerne in "Lola rennt" mitgespielt. Das war ein so origineller Film – davon sieht man heutzutage viel zu wenig.

Feuern Sie Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft an?

(lacht) Aber natürlich. Immer! Go Germany!

Interview: Anke Hofmann; Rezension: Oliver Noelle