Kino-Event der Woche: "Ant-Man and the Wasp"

In Marvels neuem Hit "Ant-Man and the Wasp" besticht Evangeline Lilly als schlagfertige Wespen-Lady an der Seite des Titelhelden. Wir trafen die verbal wie physisch schlagfertige Kanadierin zum Gespräch.

Mit seinem neuesten Spektakel "Ant-Man and the Wasp" (ab 26. Juli im Kino) setzt das Marvel Cinematic Universe zum nächsten Höhenflug in den Kino-Charts an. Die GOLDENE KAMERA sprach mit Wasp-Darstellerin Evangeline Lilly ("Lost") über ihr Faible für Insekten und erfuhr von der 38-Jährigen, warum ihre geflügelte Superheldin neue Maßstäbe setzt.

"Ant-Man and the Wasp": Evangeline Lilly im Video-Talk

Darum geht's in "Ant-Man and the Wasp"

Scott Lang alias Ant-Man (Paul Rudd) muss nach seinem Avengers-Einsatz in "The First Avenger: Civil War" zu Hause in San Francisco zwei Jahre Hausarrest abbrummen. Doch dann holen ihn der Wissenschaftler Dr. Hank Pym (Michael Douglas) und dessen Tochter Hope (Evangeline Lilly) eher unfreiwillig zu Hause ab.

Scott soll helfen, in die subatomare Quanten-Dimension zu gelangen, um nach 30 Jahren Hopes dort verschollene Mutter Janet (Michelle Pfeiffer) mit einer selbst gebauten Maschine herauszuholen. Aber auch andere wollen dieses Gerät – etwa der zwielichtige Waffenhändler Sonny Burch (Walton Goggins) oder die mysteriöse Ghost (Hannah John-Kamen). Da muss auch Hopes Superheldinnen-Alter-Ego The Wasp ihren Stachel ausfahren.

Trailer zu "Ant-Man and the Wasp" (Kinostart: 26.7.2018)

GOKA-Wertung

Verschmitzter Humor trifft rührende Familienstory und launige Fights: so macht auch der x-te Superheldenfilm aus dem Marvel Kino-Universum Spaß! Vor allem Paul Rudd als süßer, aber uncooler Dad und gleichzeitiger Weltenretter überzeugt. Und durch ein nicht kontrollierbares Update am Anzug wird er diesmal endlich riesengroß. Fazit: Dialogstark und frisch – der neue "Ant-Man" ist genauso amüsant wie Teil 1.

"The Wasp" Evangeline Lilly im Interview

GOLDENE KAMERA: Sind Sie je von einer Wespe gestochen worden?

EVANGELINE LILLY: Ich bin einmal auf eine Holzbiene getreten und von ihr gestochen worden, aber noch nie von einer Wespe. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Wespen! Während des Drehs ist andauernd eine Wespe in meinen Wohnwagen geflogen, und ich fühlte mich wie ein Wespen-Magnet. Oder vielleicht wie ein Wespen-Flüsterer? (lacht) Ich glaube, sie haben gespürt, dass ich Insekten liebe. Schon als Kind war ich ganz hin und weg von Käfern und allem, was krabbelt oder fliegt. Ich hätte also keine passendere Rolle finden können als eine Insekten-Superheldin zu spielen! (lacht)

Woher kommt Ihre Insekten-Liebe?

Keine Ahnung! Meine Mutter ist immer schreiend davongelaufen, wenn sie etwas krabbeln sah. Und mein Vater hat alles totgetrampelt. Es muss also angeboren sein. Ich habe im Haus immer alle Insekten oder Eidechsen vorsichtig eingefangen und sie draußen wieder ausgesetzt. Ich habe sogar Kakerlaken gerettet! Das war einer der Gründe, warum mein Mann sich in mich verliebte. Er hatte noch nie eine Frau gesehen, die mit bloßen Händen eine Kakerlake fängt. (lacht)

Was lieben Sie sonst noch an Ihrer Figur Hope Van Dyne – abgesehen davon, dass Sie eine Wespe ist?

Frauen haben im Comic-Universum von Marvel schon immer eine große Rolle gespielt, aber es ist das erste Mal, dass eine Superheldin im Titel eines Marvel-Films genannt wird. Und es war auch höchste Zeit! Frauen haben heutzutage mehr Rechte denn je, aber wir gelten in unserer Gesellschaft immer noch nicht als gleichwertig. Wir werden als Schöpfer oder Innovatoren unserer Kultur noch immer nicht ernst genug genommen. Deswegen freut es mich sehr, dass Hope nicht nur "kick ass"-stark ist, sondern gleichzeitig auch super intelligent.

Clip aus "Ant-Man and the Wasp"

Haben Sie sich in Ihrem Wespen-Superhelden-Kostüm genauso "kick ass"-stark gefühlt wie Hope?

Vor dem Dreh habe ich mich gefragt: Wie redet oder läuft eine Superheldin? Aber sobald ich das hautenge Kostüm anzog, fühlte ich mich sofort superstark. Und sexy! Das ging aber nicht nur mir so, sondern auch allen männlichen Superhelden, denn sobald sie ihr Kostüm tragen, ändert sich sofort ihr Gang und Gehabe. Das einzige, was ihnen – und mir – dabei fehlte, waren Reißverschlüsse im privaten Bereich. Damit man nicht immer alles ausziehen muss, um zu pinkeln. (lacht)

"Ant-Man and the Wasp": Paul Rudd im Video-Talk

Ich hatte das Gefühl, das Paul Rudd aka "Ant-Man" neidisch auf Ihre Flügel ist.

Zu 100 Prozent! Es ist komisch, aber als ich in der "Hobbit"-Saga mitgespielt habe, hatte ich den Eindruck, dass Orlando Bloom neidisch auf meine Ohren war. Und jetzt leidet mein Co-Star unter Flügel-Neid. (lacht)

Interview: Anke Hofmann / Kritik: Oliver Noelle