Kino-Event der Woche: "The Equalizer 2"

Der Rächer Robert McCall ist zurück! Im Sequel des Actionhits von 2014 beweist Denzel Washington erneut auf sehenswerte Art, was für ein harter Hund im zweifachen Oscar-Gewinner steckt.

Mit "The Equalizer" schuf Denzel Washington 2014 einen der ikonischsten Haudegen der jüngeren Filmgeschichte. Denn sein Ex-CIA-Agent Robert McCall kann auch mithilfe einer Mikrowelle töten und ist damit der Actionheld mit den originellsten Methoden, seine Gegner ins Jenseits zu schicken. In "The Equalizer 2", der am 16. August in unsere Kinos kommt, gelingt ihm das sogar mit Mehl!

Darum geht's in "The Equalizer 2"

Der als tot geltende Ex-CIA-Agent Robert McCall (Denzel Washington) arbeitet als Limo-Fahrer in Boston und arbeitet nebenbei als Equalizer – als Mann, der Dinge in Ordnung bringt, wenn einfache Leute in üblen Schwierigkeiten stecken. Während er etwa ein vom Vater entführtes Mädchen aus der Türkei zurückholt oder sich um den Nachbarschaftsjungen Miles (Ashton Sanders) kümmert, der in die Fänge einer Gang gerät, wird seine gute Freundin und frühere Chefin Susan Plummer (Melissa Leo) ermordet. Von Rachedurst getrieben will McCall dem Fall auf den Grund gehen und nimmt Kontakt zu seinem Ex-Kollegen Dave York (Pedro Pascal) auf...

Trailer zu "The Equalizer 2" (Kinostart: 16.8.2018)

GOKA-Wertung

Die Fortsetzung des Films von 2014 nach der gleichnamigen 80er-Jahre-TV-Serie wurde erneut von Antoine Fuqua ("Training Day") gedreht. Und wieder setzt er auf die Präsenz seines Stars, dem der Part des düsteren Racheengels auf den leib geschrieben ist. Stimmungsvoll statt temporeich, mit vielen Dialogen und interessanten Gesichtern schaffen Washington und Fuqua einen etwas anderen Actionfilm, bei dem es auch wieder einige originelle neue Tötungsarten zu bestaunen gibt. Action mit Atmo: Wer Teil 1 mochte, muss hier rein – auch wenn's heftig ist.

Und was sagt Denzel Washington selbst zum ersten Fortsetzungsfilm seiner Karriere? Wir trafen den 63-jährigen Preisträger der GOLDENEN KAMERA 2012 zum Gespräch...

Denzel Washington im Interview zu "The Equalizer 2"

GOLDENE KAMERA: Im ersten "Equalizer" benutzt Ihre Figur sehr ungewöhnliche Waffen: Alltagsgegenstände wie Mikrowellen oder Korkenzieher. Standen Sie unter Druck, in der Fortsetzung noch origineller zu sein?

DENZEL WASHINGTON: Nicht ich, aber vermutlich die Autoren. Alltägliche Dinge als Waffe zu nutzen, das ist der Spaß dieser Filme. Das Einstudieren der Szenen ist dann allerdings harte Arbeit. Aber es ist spannend, wie viele Gegenstände man im Kampf zur Verteidigung einsetzen könnte. Selbst in diesem Raum hier gäbe es reichlich Waffen. Meine Figur Robert McCall würde wahrscheinlich mit dieser Flasche Wasser seinem Gegner auf den Kopf hauen. Oder ihm den heißen Kaffee ins Gesicht kippen. Alles kann zur Abwehr dienen, ganz egal ob Schuh oder Schal!

TV-Spot zu "The Equalizer 2" (Kinostart: 16.8.2018)

Das ist Ihr erstes Sequel überhaupt. Hatten Sie Bedenken?

Nein, denn Drehbuchautor Richard Wenk hat sich eine tolle neue Story ausgedacht. In "The Equalizer 2" steht für meine Figur mehr auf dem Spiel, die Handlung ist persönlicher. Viele haben mir gesagt, dass das Sequel sogar besser sei als der erste Film. In "The Equalizer" mussten wir die Figuren ja erst einmal einführen, in der Fortsetzung konnten wir dagegen sofort richtig loslegen.

Das ist Ihr vierter gemeinsamer Film mit Antoine Fuqua. Warum arbeiten Sie so gerne zusammen?

Weil er erstens ein wunderbarer Mensch ist, zweitens ein wahnsinnig guter Filmemacher. Und drittens, weil ich sehr loyal bin. (lacht) Dass wir gemeinsam einen Oscar gewonnen haben, schadet natürlich auch nicht. Wenn man häufig mit demselben Regisseur zusammenarbeitet, lernt man sich gegenseitig in- und auswendig kennen.

Antoine weiß ganz genau, wann er mich als Schauspieler besser in Ruhe lassen sollte. Ich kann ihm blind vertrauen und muss ihm nicht über die Schulter schauen. Das Gleiche gilt für andere Regisseure, mit denen ich schon mehrmals zusammengearbeitet habe, etwas für Spike Lee, Edward Zwick, Jonathan Demme oder den verstorbenen Tony Scott.

McCall jobbt jetzt für den Fahrdienst Lyft. Haben Sie das als Vorbereitung für die Rolle auch mal probiert?

Ich habe ein paar Fahrten gemacht. Verglichen mit meiner früheren Arbeit als Müllmann ist jetzt aber alles andere ein Kinderspiel.

Im ersten Film las Ihre Figur das 91. von seiner Liste der 100 wichtigsten Bücher, jetzt ist sie mit Marcel Proust beim letzten Buch angekommen. Haben Sie McCalls Liste selbst gelesen?

Ich musste als Vorbereitung keines dieser Werke lesen. Ich habe aber selbst eine Liste von Büchern, die ich noch lesen möchte. Mein Lieblingsbuch als Jugendlicher war "Siddhartha" von Hermann Hesse. Aktuell faszinieren mich Alvin Tofflers Bücher "Der Zukunftsschock" und "Die dritte Welle", weil es in ihnen um das Informationszeitalter und die Welt von morgen geht.

Inhalt + Wertung: Oliver Noelle; Interview: Anke Hofmann