Kino-Event der Woche: "BlacKkKlansman"

Ein afroamerikanischer Cop infiltriert den Ku-Klux-Klan! Der absurde Reißer von "Malcom X"-Regisseur Spike Lee basiert auf wahren Ereignissen und lehrt uns mit viel Spaß: Rassisten sind tumbe Trottel – und leider trotzdem gefährlich.

So absurd die Geschichte von "BlacKkKlansman" (Kinostart: 23. August) auch scheinen mag – der neue Film von Hollywoods gesellschaftskritischstem Regisseur Spike Lee ist ein brandaktuelles Stück verfilmter Zeitgeschichte, das nicht nur die Jury bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes begeistert hat.

Darum geht's in "BlacKkKlansman"

Colorado Springs in den 70er-Jahren: Ron Stallworth (John David Washington) ist der erste afroamerikanische Polizist in seiner Stadt. Als die örtliche Gruppierung des Ku-Klux-Klan in einer Tageszeitung nach neuen Mitgliedern sucht, meldet sich Ron, rattert am Telefon rassistische Tiraden herunter – und wird tatsächlich zu einem Treffen eingeladen! Ron schickt seinen jüdischen Kollegen Flip Zimmerman (Adam Driver) zu der Veranstaltung und wird Klan-Mitglied. Schon bald lernen Ron und Flip den obersten KKK-Anführer von Colorado, David Duke (sensationell: Topher Grace), kennen und kommen einem geplanten Anschlag auf Rons Bürgerrechtler-Freundin Patrice (Laura Harrier) auf die Spur.

Trailer zu "BlacKkKlansman" (Kinostart: 23.8.2018)

Der Hintergrund zu "BlacKkKlansman"

Regisseur Spike Lee (Interview), der mit Denzel Washington bereits vier Filme ("Malcom X", "Mo' Better Blues", "Spiel des Lebens", "Inside Man") gedreht hat, arbeitet hier erstmals mit dessen Sohn John David zusammen. Das Drehbuch basiert auf Tatsachen: Im Jahr 1978 infiltrierte Ron Stallworth – versehentlich unter seinem echten Namen – den Ku-Klux-Klan in Colorado, um dessen Strukturen kennenzulernen. Die Ermittlungen dauerten insgesamt sieben Monate, immerhin konnten zwei Sprengstoffanschläge verhindert werden. Jahrzehntelang schwieg Stallworth über die Ereignisse, bis er im Jahr 2014 das Buch "Black Klansman: A Memoir" schrieb.

GOKA-Wertung

Die Verfilmung ist weniger ein Thriller als vielmehr ein absurdes Feelgood-Movie: Spike Lee zeigt die Mitglieder des Ku-Klux-Klan als verbohrte, armselige und vor allem rettungslos dumme Weiße, die von ihrer Überlegenheit faseln und zumeist doch nur private Gründe haben, um anders Aussehende nicht zu mögen. Besonders krass in seiner Idiotie wird David Duke dargestellt, einst "Grand Wizard" der "Knights of the Ku-Klux-Klan" und bekanntester Neonazi in den USA. Zudem gelingen Spike Lee einige interessante Kamerafahrten. Am Ende allerdings bleibt dem Zuschauer dann das Lachen im Halse stecken. Nur so viel sei verraten: Der echte David Duke ist auch zu sehen.