Kino-Event der Woche: "Bad Spies"

In der actionreichen Agentenfilm-Parodie "Bad Spies" hetzen Mila Kunis ("Bad Moms") und Kate McKinnon ("Saturday Night Live") als Spioninnen wider Willen durch Europa. Warum sie beim Dreh Riesenspaß und echte Panik hatten, verrät uns das chaotische Duo im Interview.

Als eine der "Bad Moms" landete sie einen Comedy-Hit, jetzt wird sie auch noch zur gnadenlos schlechten Spionin: In der Actionkomödie "Bad Spies" (ab 30. August im Kino) stolpert Mila Kunis als Agentin wider Willen von einer chaotischen Situation in die nächste. Ihr zur Seite steht Kate McKinnon, die in der US-Show "Saturday Night Live" Justin Bieber, Ellen DeGeneres oder auch Angela Merkel parodiert – und vielleicht auch deshalb einen besonderen Bezug zur deutschen Sprache hat...

Mila Kunis und Kate McKinnon über "Bad Spies"

Darum geht's in "Bad Spies"

An ihrem 30. Geburtstag ist Audrey (Mila Kunis) wieder Single: Lover Drew (Justin Theroux) hat Schluss gemacht, schnöde per SMS. Es kommt aber noch dramatischer: Der Traummann enttarnt sich als CIA-Spion und hinterlässt seiner Ex einen USB-Stick, den Audrey seinem Kontakt in Wien übergeben soll. Hinter dem brisanten Material sind aber nicht nur diverse Geheimdienste, sondern auch Killer/innen wie die russische Ballerina Nadedja (Ivanna Sakhno) her. Zur Seite steht Audrey ihre beste Freundin Morgan (Kate McKinnon) ebenso wie der attraktive Agent Sebastian (Sam Heughan). Doch können ihm die "dummen Amerikanerinnen" trauen?

Trailer zu "Bad Spies" (Kinostart: 30.8.2018)

GOKA-Wertung

Zwei Tussis auf explosiver Europatour: Die Bond-Persiflage von Regisseurin Susanna Fogel protzt auch bei den Schauplätzen. Die wilde Jagd führt von Wien über Budapest und Prag nach Paris und Berlin und zeigt sich bei den Actionszenen nicht gerade zimperlich. Die Geheimwaffe des Frauenpower-Krachers ist aber "Saturday Night Live"-Star Kate McKinnon als glorreich peinliche Morgan, die bei jeder unpassenden Gelegenheit feministische Kommentare raushaut: "Frauen können alles sein, auch Terroristen!" So erweist sich "Bad Spies" als launige Agentenfilm-Parodie mit amtlicher Action und einem Extraschuss Selbstironie.

Mila Kunis im Interview über "Bad Spies"

GOLDENE KAMERA: Wollten Sie schon immer mal eine Spionin spielen? Und wie gefällt es Ihnen, dass "Bad Spies" das männerdominierte Genre auf den Kopf stellt?

MILA KUNIS: Kate und ich spielen ja keine echten Spione, sondern Zufallsagenten. (lacht) Audrey und Morgan gehen mit Gefahr genauso um, wie meine Freunde und ich in dieser Situation reagieren würden. Alles ist sehr realistisch, denn wir haben keine Armbanduhr, die sich in einen Fallschirm verwandelt, oder andere Spionage-Gadgets. "Bad Spies" ist einfach spannender Agentenfilm – nur halt ohne Jason Bourne oder 007.

Apropos 007, was halten Sie von der Idee eines weiblichen James Bond?

Warum nicht? Nur weil es das bisher nicht gab, heißt das nicht, dass es nicht möglich ist. Ging nicht in Hollywood das Gerücht um, Charlize Theron solle 007 spielen? Das fände ich cool!

Regisseurin Susanna Fogel über "Bad Spies"

Obwohl es keinen Jason Bourne oder James Bond in "Bad Spies" gibt, machen das Ihre männlichen Co-Stars Justin Theroux und Sam Heughan wieder wett. Für welchen dieser sexy Spione würden Sie sich entscheiden?

Ich würde auf einen gut aussehenden, lebenslustigen 1,90-Meter-großen Vollblut-Amerikaner aus Iowa fliegen: meinen Ehemann Ashton Kutcher! (lacht)

Im Film gibt es eine irre Autoverfolgungsjagd. Sind Sie selbst gefahren?

Als Schauspieler darf man nur solche Stunts machen, die die Versicherung erlauben. Also so gut wie keine, es sei denn, man heißt Tom Cruise! (lacht) Unser Stuntteam war das gleiche, das auch für die Verfolgungsjagden in den „Bourne“ Filmen verantwortlich war. Unsere Stunts waren also dementsprechend waghalsig. Kate und ich saßen zum Beispiel in einem Auto, und über uns gab es einen Käfig, in dem ein Stuntman saß und den Wagen steuerte. Er trug einen Helm und war durch seinen Käfig geschützt, während Kate und ich Blut und Wasser schwitzten und total durchgeschüttelt wurden. Unsere Angst in den Verfolgungsszenen ist nicht gespielt! (lacht)

Originalclip aus "Bad Spies"

Stimmt es, dass Sie kein Auto mit Handschaltung fahren können?

Naja, wenn es um Leben oder Tod ginge, würde ich es vielleicht mit Ach und Krach zum nächsten Krankenhaus schaffen. Aber zum Glück gibt es hier in Amerika Fahrdienste wie Uber. (lacht)

Wenn es gefährlich wird, welchen Weg wählen Sie: Kampf oder Flucht?

Wenn es um Schmerzen geht, bin ich der größte Feigling. Schon bei der Androhung von Folter würde ich sofort alle Informationen preisgeben. (lacht)

Wurde wegen Kate McKinnons "Saturday Night Live"-Background am Set viel improvisiert?

Ohne Improvisation geht bei Kate gar nichts! (lacht) Wenn sie sich ausnahmsweise mal an den Drehbuchtext hält, ist das wie ein Sechser im Lotto. Mit ihr als Filmpartner muss man also ständig auf der Hut sein – aber darum macht das Arbeiten mit ihr so viel Spaß. Ich war schon immer ihr größter Fan, denn sie ist brillant, lustig und intelligent. Eines Tages mit ihr zusammen zu arbeiten, war mein Traum. "Bad Spies" hat diesen Traum nicht nur erfüllt – wir sind jetzt sogar dickste Freundinnen.

Featurette zu "Bad Spies"

Sie haben einige Szenen in Berlin gedreht. Wie gefiel Ihnen diese Stadt?

Berlin ist toll und voller Geschichte. Wir haben auf der Straße gedreht und auf einmal gab es einen riesigen Streit. Ich weiß gar nicht, wer mit wem um was gestritten hat, aber die Sicherheitsbeamten haben Kate und mich sofort weggebracht. Das ist meine Erinnerung von Berlin. (lacht)

Text: Ulrike Schröder; Interviews: Anke Hofmann