So hart ist die Fitzek-Verfilmung "Abgeschnitten" wirklich

Wir waren exklusiv am Set des Kino-Thrillers "Abgeschnitten" auf Helgoland, wo die Macher alles über den brutalsten deutschen Film des Jahres verraten.

"Sie wollen, dass ich den Mann aufschneide? Ich bin Vegetarierin, ich kann nicht mal ein Steak aufschneiden!", ruft die junge Linda entsetzt. Schließlich lässt sie sich doch überzeugen, den Hals der Leiche zu öffnen, um darin weitere Spuren in einem bizarren Entführungsfall zu finden. Die nun folgende, lange und höchst eklige Szene wird Furore machen, wenn "Abgeschnitten" am 11. Oktober in die Kinos kommt.

Darum geht's in "Abgeschnitten"

In der Verfilmung des gleichnamigen Thrillers, den der "Herr der Leichen" Sebastian Fitzek (Auflage seiner Bücher: zehn Millionen, in 24 Sprachen) mit dem Forensiker Michael Tsokos schrieb, sucht der Rechtsmediziner Paul Herzfeld (Moritz Bleibtreu) verzweifelt nach seiner entführten Tochter. Helfen können ihm nur Comiczeichnerin Linda (Jasna Fritzi Bauer) und Klinikhausmeister Ender Müller (Fahri Yardım). Die nämlich sitzen wegen eines Sturms auf der Nordseeinsel Helgoland fest und werden von Herzfeld – der sturmbedingt nicht anreisen kann – per Handy instruiert, wie sie die Leiche obduzieren sollen.

Trailer zu "Abgeschnitten" (Kinosstart: 11. Oktober 2018)

Am Set auf Helgoland

GOLDENE KAMERA durfte den Film bereits sehen und war vorher am Set auf Helgoland, wo die Macher alles über den brutalsten deutschen Film des Jahres verraten. "Wo ist denn die Leiche!?", ruft Regisseur Christian Alvart. Wir befinden uns am Nordstrand von Helgoland – die Insel gehört seit 1890 zum deutschen Staatsgebiet –, das Team dreht hier die Szene, in der Jasna Fritzi Bauer und Fahri Yardım die am Strand gefundene Leiche ins Krankenhaus transportieren.

Der stetige Februarwind zermürbt. "Es ist so kalt, da nützt auch die teuerste Thermounterwäsche nichts", nuschelt Fahri Yardım durch den Schal. Für Regisseur Alvart dagegen ist das Wetter sogar noch zu gut, er lässt das Windgebläse anschalten, was prompt einen Steinschlag auslöst. "Ein Dreh auf Helgoland ist schwierig, schon weil es keine Autos gibt", erklärt Alvart. Erlaubt sind nur E-Mobile, die höchstens sechs Stundenkilometer fahren dürfen. Vorsicht: Die Wasserschutzpolizei blitzt gelegentlich! 90 Prozent der Logistik funktioniert zu Fuß. "Bei jedem Umzug zieht hier eine Karavane entlang!"

Nach der Ankunft im Krankenhaus folgt im Film die Amateur-Obduktion. "Das ist nicht lecker", warnt Jasna Fritzi Bauer. "Die Puppen sind gut gemacht. Wenn die Haut-, Fett- und Muskelschichten zum Vorschein kommen und du in dem Blutschmodder herumschmierst, ist das heftig." "Du greifst dir zwanghaft selbst an den Hals", bestätigt auch Fahri Yardım . Regisseur Christian Alvart, bekannt u. a. durch "Antikörper", beruhigt: "Die Erfahrung zeigt, dass Bilder manchmal nicht so schlimm sind wie die eigene Vorstellung beim Lesen. Und einige Details aus dem Buch werden abgemildert. Wir wollen eine Freigabe ab 16 Jahren."

Erfolgsautor Sebastian Fitzek

Buchautor Sebastian Fitzek gefällt die Szene im Film sogar besser: "Wir wussten, das ist hart und explizit, wir zeigen ja eine Obduktion, wie sie wirklich verläuft. Aber wenn es unerträglich zu sein scheint, wird die Szene durch 'comic relief' aufgelockert. Das ist eine schöne Balance."

Christian Alvart revanchiert sich prompt mit einem Kompliment an den Autor: "Sebastian Fitzek ist genial darin, neue Plots zu finden, die Leute sofort verstehen. Das klingt so einfach im Nachhinein! Aber ihm fallen diese Sachen ein – es ist wie bei Stephen King, er kann aus einer Idee sofort einen tollen Plot machen."

Kein Wund