Mark Wahlberg: "Gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die uns vor den Bösen beschützen"

Keine Gnade: In "Mile 22" zeigt sich Mark Wahlberg härter denn je. Was der Hollywood-Star im wahren Leben von Gewalt hält, verrät er uns im Interview.

Wenn nichts mehr geht, kommt "Overwatch" ins Spiel: Die Sondereinheit der CIA kennt kein Gesetz und keine Skrupel. Mark Wahlberg spielt ihren knallharten Anführer, Eliteagent James Silva und bekommt in "Mile 22" (ab 13. September im Kino) schlagkräftige Schützenhilfe von UFC-Ikone Ronda Rousey sowie dem indonesischen Kampfkünstler Iko Uwais ("The Raid").

Darum geht's in "Mile 22"

Bipolar, manisch-depressiv oder nur ein Mistkerl? Über den Geisteszustand von James Silva (Mark Wahlberg) sind sich seine CIA-Kollegen Alice Kerr (Lauren Cohan), Sam Snow (Ronda Rousey) und Douglas (Carlo Alban) nicht einig. Fest steht: Silva ist die Nummer 1 beim Phantom-kommando "Overwatch" – Agenten, die unter der Leitung von James Bishop (John Malkovich) inoffiziell jeden Auftrag erledigen. Ihre neue Mission: Im (fiktiven) südostasiatischen Indocarr ist radioaktives Caesium verschollen, nur Undercover-Cop Li Noor (Iko Uwais) kann helfen. Was er jedoch erst tun wird, sobald er sich außer Landes in Sicherheit befindet. Die 22 Meilen bis zum Flughafen werden für Silvas Leute zum grausamen Spießrutenlauf.

Trailer zu "Mile 22" (Kinostart: 13.9.2018)

Nach "Lone Survivor" (2013), "Deepwater Horizon" und "Boston" (beide 2016) ist der Kracher "Mile 22" bereits Wahlbergs vierter Film mit Regisseur Peter Berg – übrigens der erste, der nicht auf Tatsachen beruht. Im GOKA-Interview verrät der 47-jährige Star, warum er sich diesmal bei aller Action deutlich redegewandter zeigt als sonst...

Mark Wahlberg im Interview zu "Mile 22"

GOLDENE KAMERA: In "Mile 22" erleben wir einen neuen Mark Wahlberg. Agent Silva ist nämlich nicht gerade wortkarg.

MARK WAHLBERG: Ursprünglich war James Silva nur eine Nebenfigur. Aber dann haben Peter Berg und ich uns in Rechthaber James verliebt und ihn zum Mittelpunkt des Films gemacht. Das hatte allerdings seinen Preis: Peter schrieb mit Drehbuchautorin Lea Carpenter diese ellenlangen Monologe für mich, die ich monatelang pauken musste, bis ich sie endlich draufhatte. Als ich dann den fertigen Film sah, waren meine Tiraden nur noch halb so lang! Aber es war trotzdem die Mühe wert. Da "Mile 22" nicht auf Fakten basiert, konnten wir uns diesmal so richtig austoben und ins Extreme gehen.

Warum arbeiten Sie eigentlich so gern mit Peter Berg zusammen?

Er hat als Schauspieler angefangen und steht nach wie vor selbst vor der Kamera, deshalb hat Peter ein gutes Händchen. Für mich ist er wie ein älterer Bruder, der mich ständig herausfordert.

Featurette zu "Mile 22"

James Silva redet nicht nur viel, son­dern hat auch einen nervösen Tick: Ständig lässt er ein Gummiarmband gegen sein Handgelenk schnellen.

Das dient der Stressbewältigung. Und Peter Berg konnte gar nicht genug davon bekommen. Mitten in der Szene schrie er plötzlich: "Zupfen! Zupfen! Zupfen!" Und ich brüllte zurück: "Schnauze, Alter! Ich mache, was ich will!" (lacht)

Mark Wahlberg über "Mile 22"

Sie sind der Topverdiener in Holly­ wood und haben 2017 mit 59 Millionen Euro Ihren Freund Dwayne Johnson abgehängt. Wie risikofreudig sind Sie in Ihrer Karriere noch?

Sehr. Ich habe mir schon immer Rollen ausgesucht, die nicht unbedingt dem entsprechen, was man von mir erwartet. Denken Sie nur an "Ted" (2012) mit dem quasselnden, kiffenden Teddybären. Da konnte ich nicht widerstehen.

Wie haben Sie sich auf das Thema Sondereinheit vorbereitet?

Wir hatten tatsächlich einen Berater von der CIA. Natürlich konnte und durfte er nicht zu sehr ins Detail gehen, worin seine Arbeit besteht. Was mich aber total überrascht hat: Das war kein durchtrainierter Navy-Seal-Typ. Für diesen Job werden nicht die harten, starken Kerle ausgesucht, sondern eher die eigenartigen, unscheinbaren Typen.

Silvas "Overwatch"-Kommando ist Option Nr. 3, wenn Diplomatie und Militär versagen. Welche Lösung bevorzugen Sie?

Diplomatie natürlich! Mein Ideal wäre, dass sich alle zusammensetzen, Tee trinken, die Probleme der Welt ausdiskutieren und sich dann umarmen. Leider sieht die Realität anders aus. Da ist es gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die uns vor den Bösen beschützen.

Interview: Anke Hofmann; Text: Ulrike Schröder