Regisseur Shane Black: "Ich will das 'Predator'-Franchise wieder aufregend machen"

Mit "Predator - Upgrade" geht das 1987 von Arnold Schwarzenegger auf den Weg gebrachte Franchise über intergalaktische Trophäenjäger in die nächste Runde. Was den Zuschauer im neuen Sequel erwartet, verrät uns Regisseur Shane Black im Gespräch.

Vor exakt 31 Jahren traf eine Eliteeinheit um Arnold Schwarzenegger im Dschungel auf einen außerirdischen Menschenjäger. "Predator" (1987) gilt als Kultfilm, und das von Stan Winston gestaltete Monstrum mit den Dreadlocks wurde zu einer Ikone wie H. R. Gigers Alien. Nach zwei "Alien vs. Predator"-Gipfeln (2004, 2007) war mit "Predators" (2010) erst mal Schluss. Doch jetzt verhilft ein echter Fan und Experte der Reihe zu frischem Blut:

Shane Black spielte im Original das erste Opfer des Monsters. Parallel stieg er mit "Lethal Weapon" zum gefeierten Drehbuchautor auf. Sein erfolgreichster Film als Regisseur ist bisher "Iron Man 3" (2013). Und wie in diesem steckt auch in "Predator - Upgrade" (Kinostart: 13. September) ein Buddy-Movie...

Darum geht's in "Predator - Upgrade"

In Mexiko stellen Quinn McKenna (Boyd Holbrook) und seine Soldaten ein seltsames Flugobjekt sicher. Noch größeres Interesse hat die Regierung an dem außerirdischen Passagier – der allerdings nicht lange für die Forschung zur Verfügung stehen mag. Da McKenna seinem Sohn Rory (Jacob Tremblay) heimlich Ausrüstungsgegenstände des Predators geschickt und ihn so zum Ziel der intergalaktischen Jäger gemacht hat, schlägt sich der in Ungnade gefallene Army Ranger mit einer Truppe aus aussortierten Kriegsveteranen in die Vorstadt durch, wo sie und die toughe Evolutionsbiologin Casey Bracket (Olivia Munn) die hoch entwickelte Killerspezies näher kennenlernen, als es dem menschlichen Körper gut tut. Zumal noch ein genetisch verbesserter Predator auf den Schlachtplan tritt...

2. Trailer zu "Predator – Upgrade" (Kinostart: 13.9.2018)

Shane Black im Interview zu "Predator - Upgrade"

GOLDENE KAMERA: Was hat Sie an einem neuen Kapitel in dieser Franchise gereizt?

SHANE BLACK: Der erste Film hatte eine sehr bizarre Energie: "Predator" war eine brandneue Idee, aber trotzdem fühlte sich der Film sehr vertraut an. Und ich fragte mich selbst: "Warum ist mir nie diese Idee gekommen?" (lacht) Aber dann kamen die Sequels: eins nach dem anderen. Und jede Fortsetzung war lebloser als die vorige, ohne jeglichen Versuch sich dem Niveau des Originalfilms auch nur im Geringsten zu nähern.

Mit jedem neuen Film wurde die Marke billiger und billiger. Und genau das will ich mit "Predator - Upgrade" ändern. Ich will das Franchise wieder spannend, aufregend, überraschend und geheimnisvoll machen. Deswegen habe ich dem Film einen Hauch von "Die unheimliche Begegnung der dritten Art" gegeben, damit sich der Zuschauer wieder fragt, woher dieses Alien kommt und was es hier macht.

Originaltrailer zu "Predator" (1987)

Ist "Predator - Upgrade" dann eher ein Sequel oder eine Neuverfilmung?

Es ist ein Sequel, das sich in der Gegenwart abspielt: 2018. Ich wollte nicht zu einem anderen Planeten reisen, sondern auf der Erde bleiben. Und meine Soldaten sind keine klassischen Helden, sondern eine menschliche Bande von Außenseitern – keine Muskelberge und eher verschlagen als heldenhaft.

Augusto Aguilera und Trevante Rhodes über "Predator – Upgrade"

Warum wollten Sie keine Helden?

Es war sehr wichtig für mich, dass meine Männer – und Frauen – ein bisschen exzentrisch, fast sogar lustig sind, damit man nicht sofort von ihnen erwartet, dass sie mit der Predator-Gefahr umgehen können. Die Figur von Thomas Jane hat sogar das Tourette-Syndrom, genau wie ich selbst. Aber ich habe gelernt, meine Behinderung zu unterdrücken. Es wird nur zu einem Problem, wenn ich müde bin oder wenn mir jemand zu nahe kommt.

Inwieweit hat sich der Predator verändert?

Das Predator ist so ikonisch, dass wir nicht viel verändern wollten. Aber unsere außerirdischen Kreaturen sind jetzt schneller, stärker und tödlicher. Und ihre Tarnung ist besser denn je. "Predator - Upgrade" ist nichts für kleine Kinder. Ob Mensch oder Alien –beide werden zum gnadenlosen Jäger, dem jede Methode zum Töten recht ist. Und es fließt nicht nur sehr viel Blut, im Film gibt es auch einen Killer-Humor.

Sie haben sogar zwei Predatoren: einen kleinen und einen großen. Welche Technik steckt dahinter?

Hinter dem großen Predator steckt ein Mann mit Bart auf Stelzen in einem grauen, hautengen Anzug mit Markierungen und Kreuzen (lacht). Und der kleine war ein eine Person ohne Stelzen. Wir haben den kleinen "Pred 1" und den großen "Upgrade" genannt. Dieser Über-Predator ist besonders gefährlich, weil er sauer ist, dass wir Menschen es geschafft haben, seine Vorgänger zu zerstören.

Jacob Tremblay und Boyd Holbrook über "Predator – Upgrade"

Warum gibt es kein Arnold-Schwarzenegger-Cameo in "Predator - Upgrade"?

Wir haben Arnold ein Cameo angeboten, aber ich glaube, die Rolle war ihm zu klein, und er hat danken abgelehnt. Ich war natürlich ein bisschen enttäuscht darüber, aber ich habe so viele Filme ohne Arnold gedreht, ich wusste, dass ich auch "Predator - Upgrade" ohne ihn drehen kann. (lacht)

Text: Ulrike Schröder und Alexander Attimonelli; Interviews: Anke Hofmann