Jack Black: "Zauberer und Schauspieler sind Brüder im Geiste"

Im Gruselspaß "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" nimmt es Jack Black als guter Hexenmeister an der Seite von Cate Blanchett und Newcomer Owen Vaccaro mit dem Bösen auf. Wir trafen das Comedy-Schwergewicht zum Gespräch über den Wunsch nach magischen Kräften und das neue Webserien-Projekt seiner Band "Tenacious D".

Eigentlich kennt man Eli Roth als Regisseur härtester Horrorkost. Doch mit der am 20. September im Kino startenden Verfilmung von John Bellairs Jugendbuch "Das Geheimnis der Zauberuhr" schlägt der "Hostel"-Erfinder unter dem Titel "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" erstmals familienfreundliche Gruseltöne an und holt sich dafür mit Newcomer Owen Vaccaro ("Daddy's Home - Ein Vater zu viel") und Comedy-Schwergewicht Jack Black ("Jumanji – Willkommen im Dschungel") ein auch musikalisch perfekt eingespieltes Hauptdarsteller-Duo vor die Kamera...

Jack Black und Owen Vaccaro über "Das Haus der geheimnisvollen Uhren"

Darum geht's in "Das Haus der geheimnisvollen Uhren"

Nach dem Tod seiner Mutter kommt der zehnjährige Lewis Barnavelt (Owen Vaccaro) in der düsteren Villa seines verschrobenen Onkels Jonathan (Jack Black) unter. Klein-Lewis staunt nicht schlecht, als sich sowohl sein Onkel als auch Nachbarin Mrs. Zimmerman (Cate Blanchett) als gute Hexenmeister entpuppen, die ein düsteres Geheimnis umtreibt. Bei dem Vorbesitzer des Hauses handelt es sich nämlich um den bösen Hexer Isaac Izard (Kyle MacLachlan), der vor seinem Tod irgendwo eine magische Uhr versteckt hat, die den Weltuntergang herbeizählt...

Trailer zu "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" (Kinostart: 20.9.2018)

"Das Haus der geheimnisvollen Uhren": Jack Black im Interview

GOLDENE KAMERA: Was ist Ihre Beziehung zur Magie? Wollten Sie als kleiner Junge gerne ein Zauberer sein?

JACK BLACK: Ich hatte als Kind nie eine magische Phase. Ich habe nie Zaubertricks vorgeführt. Das bedeutet allerdings nicht, dass mich Magie nicht faszinierte. Ich war – und bin es auch heute noch – ein begeisterter Zuschauer! (lacht) Meine Lieblings-Zauberer sind Penn & Teller, weil sie Magie mit Humor mixen. Und weil sie die Geheimnisse von einigen Illusionen gelüftet haben, was in der Magie-Welt natürlich total verpönt ist. Aber genau das ist es, was ich so an ihnen liebe: Sie sind die Punk-Rocker der Zauberei, weil sie sich nicht an die Regeln halten. Aber Magie ist von Natur aus sowieso eine große Lüge, denn es ist alles nur Illusion und Trick. Die großen Magier sind also die besten Lügner.

Penn & Teller bei der "Tonight Show"

Und gute Schauspieler?

Zauberer und Schauspieler sind Brüder im Geiste. Das Ziel von beiden ist es, das Publikum zu begeistern. Aber ich glaube auch an die andere Art von Magie: das wahren Wunder. Diese Art von Zauber ist natürlich sehr rar, aber unser Universum ist voll davon.

Was hat Ihnen an dieser Rolle besonders viel Spaß gemacht?

Ich wollte einen Warlock spielen, weil ich schon immer einmal so tun wollte, als ob ich magische Kräfte besäße. Mit meinen Händen so herumzufuchteln, als ob unsichtbare Energien aus ihnen strömen – die natürlich später mit visuellen Spezialeffekten hinzugefügt wurden. (lacht) Das klingt natürlich infantil, aber genau das sind die kindischen Impulse, auf die es für einen Schauspieler ankommen! Es gibt nichts Besseres, als einen fiktiven Feuerball durch die Gegend zu werfen. (lacht)

Waren Sie je in einem Haus, in dem es spukte?

Meine Familie und ich leben in einem Geisterhaus! Unser Haus in Los Angeles ist sehr alt – für amerikanische Verhältnisse. (lacht) Meine Frau und Kinder behaupten, dass es darin spukt. Ich bin leider nicht empfänglich für solche Dinge, aber ich brenne darauf, auch mal ein Gespenst zu sehen. Denn das würde beweisen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt – und meinen Blick auf die Welt total auf den Kopf stellen.

Waren Sie ein Fan der phantastischen Jugendbücher von Autor John Bellairs?

Ich hatte die Vorlage zu unserem Film als Kind nie gelesen. Aber ich war und bin ein riesiger Fan von Illustrator Edward Gorey, der die Zeichnungen für das Buch gemacht hat. Nachdem ich das Drehbuch für diesen Film gelesen hatte, habe ich mir auch das Buch zugelegt und zu meiner Überraschung darin die tollen Illustrationen von Edward Gorey gefunden. Danach war ich natürlich noch glücklicher, diese Rolle ergattert zu haben. (lacht)

Und die Aussage von Buch und Film ist sehr cool: Dass es okay ist, anders zu sein. Denn genau das macht vielen Kinder heutzutage Angst. Dass sich die Handlung um gute Hexenmeister im Kampf gegen böse Magie dreht, ist das Sahnehäubchen. (lacht)

Kennen Sie diese Angst? Wie alt waren Sie, als Sie Ihr 'Anderssein' akzeptiert haben?

Ich bin schon als Kind gerne auf die Bühne geklettert und habe eine Show abgezogen. Ich glaube, dass es mit neun anfing. Aber meine eigene Stimme habe ich erst richtig gefunden, als ich mit 25 meine Band "Tenacious D" gründete und Musik schreiben konnte.

Apropos "Tenacious D": Es wurde bekannt gegeben, dass Sie und Ihr Partner Kyle Gass ein neues Album namens "Post-Apocalypto" und dazu eine animierte Serie veröffentlichen werden...

Es ist ein post-apokalyptisches Musical, denn die besten Filme wie "Mad Max 2", "Matrix" oder "Der Terminator" spielen alle nach der Apokalypse. Ich habe die Animationen selbst gezeichnet und das war härter und hat länger gedauert, als ich gedacht hatte. (lacht). Die Miniserie wird ab dem 28. September auf YouTube zu sehen sein und jede Folge ist ungefähr zehn Minuten lang. Es hat sich herausgestellt, dass ich das Zeichnen liebe. Nicht, dass ich großartig darin bin. Aber seit dem Erfolg, den Mike Judge mit "Beavis and Butt-Head" hatte, muss man kein Super-Zeichner mehr sein, um Cartoonist zu werden!

Originalteaser zur YouTube-Miniserie "Post Apocalypto" (VoD-Start: 28.9.2018)

Könnte "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" der neue "Harry Potter" werden?

Ich wage nicht zu behaupten, dass unser Film der Auftakt zu einem Franchise ist, denn das könnte Pech bringen. Aber ich hätte definitiv nichts dagegen, noch einmal mit Owen Vaccaro, Cate Blanchett und Eli Roth zu arbeiten! Als Schauspieler hofft man immer, dass ein Film super erfolgreich wird und das Studio nach mehr bettelt.

Eli Roth über "Das Haus der geheimnisvollen Uhren"

Interviews: Anke Hofmann