"Aufbruch zum Mond": Ryan Gosling als Weltraumpionier

Wie es zu einem "großen Schritt für die Menschheit" kam, erzählt Damien Chazelles intime Biografie des Astronauten Neil Armstrong – gespielt von Ryan Gosling. Wir trafen den Hollywood-Star zum Gespräch.

Es ist sicher kein Spoiler, wenn man verrät, dass der Held am Ende als erster Mensch den Mond betreten wird. Was er bis zu jenem 21. Juli 1969 durchmacht, zeichnet der akribisch recherchierte Film "Aufbruch zum Mond" (Kinostart: 8. November) nach, in dem Ryan Gosling in die Fußstapfen von Weltraumpionier Neil Armstrong und seiner Frau Janet schlüpfen...

Ryan Gosling und Claire Foy über "Aufbruch zum Mond"

Grundlage ist die offizielle Armstrong-Biografie von James R. Hansen. Das Biopic umspannt die Jahre 1961 bis 1969, von ersten Einsätzen als Testpilot bis zum "Apollo"- Programm.

Darum geht's in "Aufbruch zum Mond"

Dass Neil Armstrong (Ryan Gosling) schließlich Kommandant der ersten bemannten Mondmission "Apollo 11" wird, hat einen tragischen Hintergrund: Seine engsten Kollegen sterben bei einem Test. Doch Neil gibt nicht auf und greift nach den Sternen, während seine Frau Janet (Claire Foy) versucht, den Alltag mit zwei Kindern zu bewältigen.

Trailer zu "Aufbruch zum Mond"

GOKA-Wertung

Regisseur Damien Chazelle gewann 2017 für "La La Land" den Oscar. Die Dynamik des Musicalhits lässt sein Mondflug allerdings vermissen. Der Film ist kein Abenteuer, sondern ein melancholisches Drama über große Ambitionen und den Preis, den sie fordern. Chazelle zeigt, wie unglamourös und beängstigend der Job der Raumfahrtpioniere ist. Und mindestens eine Oscarnominierung dürfte seiner Mission sicher sein: für den besten Ton. Wenn die Astronauten in klaustrophobisch engen Raumkapseln durchgerüttelt werden, zerrt die Geräuschkulisse an den Nerven.

Armstrongs Sehnsucht nach dem Himmel sitzt tief: Er hat den Tod seiner kleinen Tochter nie verwunden. So wird das "Race to Space" letztlich zu einer Studie über Verlust und Einsamkeit, getragen von Ryan Gosling. Sein Gesicht in Großaufnahme ist der stärkste Effekt dieser sperrigen, aber durchaus bewegenden Überfliegerbiografie.

"Aufbruch zum Mond": Ryan Gosling im Interview

GOLDENE KAMERA: Als Vorbereitung für die Rolle durften Sie sich einem Astronauten-Training unterziehen. Und Sie haben sogar Flugunterricht genommen. Was haben Sie über sich selbst gelernt?

RYAN GOSLING: Dass ich nicht als Astronaut oder Pilot geeignet bin! (lacht)

Aber Sie haben es trotzdem gemacht ...

Das gehört eben zum Job eines Schauspielers. Neil Armstrong konnte fliegen, bevor er Auto fahren konnte. Er wusch Flugzeuge, um sich Geld für den Flugunterricht zu verdienen. So viele Schauspieler haben ihren Pilotenschein gemacht, also dachte ich: "Wie schwer kann es sein?" Die Antwort lautet: "Sehr!" (lacht) Ich habe gelernt, dass Neil und ich sehr unterschiedliche Personen sind. Und warum Neil Armstrong als einer der besten Piloten seiner Zeit gilt und ich nicht!

Was hat Sie über den Wettlauf zum Mond überrascht?

Wie gefährlich diese Mission war und welche Verluste und Opfer es forderte. Und wie limitiert die Technologie damals im Vergleich zu heute war. Es ist fast ein Wunder, dass sie es überhaupt zum Mond geschafft haben. Aber es ist faszinierend zu sehen, wozu die Menschheit in der Lage ist, wenn sie zusammenhält und sich ein Ziel setzt. Das tollste Resultat der Expedition zum Mond ist allerdings, dass wir dadurch mehr über die Erde gelernt haben. Denn das war das erste Mal, dass wir die Erde von außen sehen konnten.

Rick und Mark Armstrong über "Aufbruch zum Mond"

Erfüllen Sie sich mit dieser Rolle einen Kindheitstraum?

Ich habe nie davon geträumt, Astronaut zu werden. Es ist zwar ein bisschen peinlich, aber das erste Mal, dass ich von Neil Armstrong hörte, war durch MTV und ihrem Werbeclip mit dem Mann auf dem Mond. (lacht) Ich war sechs Jahre alt, als das Space Shuttle Challenger explodierte. Ich kann mich zwar nicht wirklich an das Ereignis erinnern, aber das warf einen dunklen Schatten auf die Raumfahrt, im Gegensatz zu der Euphorie, die durch den ersten Mann auf dem Mond erzeugt wurde.

Interviews: Anke Hofmann