Die Verwandlungskünstler unter den Hollywood-Stars

Tilda Swintons frappierende Doppelrolle im "Suspiria"-Remake ist nur eines von zahlreichen Beispielen, in denen sich Hollywood-Stars als wahre Verwandlungskünstler erwiesen haben. Wir präsentieren 25 Top-Transformer aus den letzten Jahren und naher Zukunft.

Die Verwandlung in einen anderen ist das Grundprinzip der Schauspielerei. Die extreme physische Verfremdung des Darstellers kann dabei die Illusion noch verstärken. Oder – wie im auf die Spitze getriebenen Fall des Horrorklassiker-Remakes "Suspiria", den Zuschauer komplett in die Irre führen.

In den Filmcredits findet sich als Schauspieler für die Rolle des greisen Dr. Klemperer nämlich der Name Lutz Ebersdorf. Bei dem bis dahin unbekannten Mimen soll es sich um einen echten Psychologen handeln, der einen Psychologen spielt.

Verwandlung durch Maskenbildner

In Wahrheit steckt hinter der täuschend echten Maske eines 80-jährigen Mannes Tilda Swinton. Erst mehrere Wochen nach Filmstart lüftete die Oscar-Preisträgerin das Geheimnis, dass sie in "Suspiria" nicht nur die Tanzakademie-Leiterin Madame Blanc, sondern – dank der Hilfe des Maskenbildners Mark Coulier – eben auch Dr. Klemperer alias Lutz Ebersdorf und sogar die monströse Hexenmutter Marcos verkörpert hat.

Wie inspirierend die maskenbildnerische Verwandlung für Schauspieler sein kann, verrät Tilda Swinton im Interview mit der GOLDENEN KAMERA: "Oh, das ist mein Traum als Schauspielerin! Ich versuche, in meinen Filmen so entfernt wie möglich von meiner eigenen Persönlichkeit zu sein. Und als Lutz Ebersdorf kann ich eine Erfahrung wiedererleben, die ich vor über 30 Jahren hatte: das drehen meines ersten Films. Für Lutz "Suspiria" ist sein Schauspieldebüt."

Dass die künstliche Transformation ihren Preis hat, gestand uns Oscar-Preisträger Gary Oldman, der sich für "Die dunkelste Stunde" in Winston Churchill verwandelte: "Das Auftragen des Make-Ups dauerte vier Stunden. Dann 12 Stunden Dreharbeiten und eine Stunde Abschminken. Und all das 48 Drehtage lang. Die größte Herausforderung war nicht die körperliche Verwandlung oder meine schauspielerische Darbietung, sondern meine Ausdauer."

Verwandlung durch Method Acting

Doch schauspielerische Verwandlung geht noch strapaziöser. Nämlich dann, wenn sich die Darsteller nicht nur wie die Rolle verkleiden, sondern durch reale physische Veränderungen die Rolle im Wortsinn zu verkörpern.

Als Ikone dieser aus dem Method Acting stammenden Technik gilt Robert De Niro (GOLDENE KAMERA 2008). Für die Rolle des abgestürzten Profiboxers Jake La Motta in Martin Scorseses Biopic "Wie ein wilder Stier" (1980) futterte sich De Niro während der Dreharbeiten 30 Kilos Übergewicht an und wurde für diese Strapazen mit seinem zweiten Oscar belohnt.

Der Titel des amtierenden Königs der Hollywood-Formwandler geht an Christian Bale. Der Oscar-Preisträger sorgte 2004 für Aufregung, als er sich für seine Rolle in "Der Maschinist" fast 30 Kilos abhungerte und direkt im Anschluss für "Batman Begins" das doppelte an Muskelmasse antrainierte. Vollen Körpereinsatz wird Bale auch 2019 zeigen: Für die Darstellung von George W. Bushs Vizepräsidenten Dick Cheney im Biopic-Drama "Vice" legte der Extremschauspieler 20 Kilos Übergewicht zu.

Manche Verwandlungskünstler unter den Schauspielstars scheinen den Begriff "Leiden für die Kunst" sehr wörtlich zu nehmen.