"Der Grinch": Otto Waalkes spricht den Weihnachtsmuffel

Die "Minions"-Macher präsentieren eine Neuauflage des Kinderbuchklassikers "Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat". Wir trafen Titelrollensprecher Otto Waalkes zum Interview und verraten, wie der Animationsspaß geworden ist.

Wenn in der neuen Kinderbuchverfilmung "Der Grinch" (Kinostart: 29. November) seinen Mund öffnet, ertönt im Original die Stimme von Benedict Cumberbatch. In der deutschen Fassung sorgt Kult-Komiker Otto Waalkes dafür, dass der ultimative Weihnachtsmuffel auch akkustisch was hermacht...

Darum geht's in "Der Grinch"

Das kleine Dorf Whoville am 20. Dezember: Alle Bewohner freuen sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest, nur zwei Personen sind nicht ganz voller Vorfreude: Die kleine Cindy-Lou ist schrecklich unglücklich, weil ihre alleinerziehende Mutter so viel Arbeit mit ihr und den Geschwistern hat. Cindy-Lou wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal den Weihnachtsmann zu treffen, damit er ihre Mutter wieder glücklich machen kann. Und der grüne, ewig übellaunige Grinch, der außerhalb der Stadt in seiner Höhle wohnt, kann Weihnachten nicht ausstehen, weil er früher als Einziger nie Geschenke bekam. Der Grinch entwickelt einen fiesen Plan: Er will allen Dorfbewohnern als Weihnachtsmann verkleidet die Geschenkpakete stehlen.

Trailer zu "Der Grinch"

Hintergrund

Bei der Vorlage zu "Der Grinch" handelt es sich um einen Klassiker der US-Kinderbuchliteratur. "Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" wurde 1957 vom deutschstämmigen Theodor Seuss Geisel (1904–1991), genannt Dr. Seuss verfasst. In Deutschland ist der Schriftsteller, der auch Vorlagen für die Animations-Hits "Horton hört ein Hu!" (2008) und "Der Lorax" (2012) lieferte, vergleichsweise unbekannt – genau wie die TV- Zeichentrickverfilmung des "Grinch" aus dem Jahr 1966 ("Die gestohlenen Weihnachtsgeschenke").

Trailer zu "Der Grinch" (2000) mit Jim Carrey

Erst die Live- Action-Verfilmung "Der Grinch" (2000) mit Jim Carrey machte die Figur hierzulande bekannt, und es gab endlich eine deutsche Übersetzung des Buchs.

Otto Waalkes über "Der Grinch"

"Der Film mit Jim Carrey wurde unterschiedlich aufgenommen, war aber mit über zwei Millionen Zuschauern in Deutschland sehr erfolgreich", sagt Otto Waalkes, der in der neuen Animationsversion die Rolle des Grinch spricht, im exklusiven Interview mit GOLDENE KAMERA.

"Ich habe für die "Ice Age"-Filme zwölf Jahre lang Sid synchronisiert, und man verwächst ja mit diesem liebenswerten kleinen Faultier. Und plötzlich soll ich diesen griesgrämigen Widerling spielen, der etwas Böses im Schilde führt. Das war eine Herausforderung", so der 70-Jährige. "Aber auch da fand eine Symbiose zwischen Otto und dem Grinch statt. Ich habe einige Otto-typische Sachen mit hineingebracht."

Der Komiker, der gerade das Bundesverdienstkreuz erhielt ("Ich glaube, die spekulieren auf mein Ableben"), hat dabei aber einen ganz anderen Ansatz als Benedict Cumberbatch, der den Grinch im Original spricht: "Ich mache das nicht mit diesem britischen Tonfall, eher so mit dunkler Stimme wie früher zu der Zeit von 'The Wiper' (ein sehr früher Otto-Song, die Red.). Diese noble Sprechweise hätte ich nicht gemacht."

Während die Zeichentrickversion eher etwas fieser daherkam und der Film mit Jim Carrey eher albern, ist die neue Fassung ein Feelgood-Movie. Für Otto Waalkes bedeutete der Film der "Minions"-Macher deutlich mehr Arbeit als von "Ice Age" gewohnt. Schließlich spricht er hier die Hauptfigur. "Eine Woche in der dunklen Kammer, 1250 Takes oder so. Regisseur, Tonmeister, Synchronregie – das war eigentlich ein geordneter Haufen. Und alle meine Ideen sind durchgegangen, nur das 'Holla-di-hitiiii' nicht", scherzt er.

GOKA-Wertung

"Der Grinch" ist ein stimmungsvoller Weihnachtsfilm in süß-bunter Optik, der aber etwas frecher hätte sein können. Als die Stimme des Grinch sorgt vor allem Otto Waalkes dafür, dass der Film vor allem für die Kleinen ein großer Weihnachtsspaß geworden ist – den Großen fehlt vielleicht das Anarchische.