"Peppermint - Angel of Vengeance": Jennifer Garner schlägt zurück

In "Peppermint - Angel of Vengeance" bringt Jennifer Garner als knallharter Racheengel die Mörder ihrer Filmfamilie zur Strecke. Wir sprachen mit der einstigen "Alias"-Amazone über ihr Action-Comeback.

12 Jahre nach dem Ende von "Alias - Die Agentin" will es Hollywood-Star Jennifer Garner noch einmal richtig wissen. Unter der Regie von Pierre Morel ("96 Hours") kehrt die vierfache Mutter und Ex-Frau von Ben Affleck als "Peppermint - Angel of Vengeance" (Kinostart: 29. November) auf die große Actionbühne zurück...

Darum geht's in "Peppermint - Angel of Vengeance"

Jennifer Garner spielt die liebenswerte Bankangestellte Riley North, die erleben muss, wie die Schergen des Drogenbosses Diego Garcia (Juan Pablo Rabal) an ihrem Mann Chris (Jeff Hephner) ein Exempel statuieren und dabei auch die gemeinsame Tochter Carly (Cailey Fleming) töten. Als die Mörder dank des korrupten Richters Stevens (Jeff Harlan) freigesprochen werden, obwohl sie Riley eindeutig identifizieren kann, verschwindet sie von der Bildfläche – und kehrt fünf Jahre später als schwer bewaffnete Ein-Frau-Armee zurück, um blutige Rache zu nehmen.

Trailer zu "Peppermint - Angel of Violence"

"Peppermint"-Star Jennifer Garner im Interview

GOLDENE KAMERA: Wie war es, wieder ins Action-Geschäft einzusteigen?

JENNIFER GARNER: Stark! Ich weiß nicht warum, aber ich hatte den Drang, mal wieder einen Actionfilm zu drehen. Ich spürte es einfach in meinen Knochen, dass die Zeit dafür reif war. Es fehlte einfach nur das richtige Projekt dafür. Ich habe viele Angebote bekommen, aber immer fehlte dem Drehbuch das gewisse Etwas oder die Handlung war nicht dramatisch genug für so viel Action – bis mir "Peppermint" in die Hände fiel.

Was gefiel Ihnen an "Peppermint"?

"Peppermint" ist eine Filmphantasie im Stil von "John Wick" oder "Jason Bourne". Matt Damon überzeugt als Jason Bourne, weil er ihn nicht als Phantasiefigur spielt, sondern total real. Und das gleiche habe ich auch mit meiner Figur gemacht. Ich habe mich in Rileys Situation hinein versetzt. Sie ist vom System bitter enttäuscht worden. Menschen, die als Ärzte, Polizisten, Politiker geschworen haben, der Menschheit zu helfen, haben sich bestechen lassen. Und das hat Riley zu ihrem Rachefeldzug getrieben.

Die Moral der Geschichte ist also: Leg dich nicht mit Riley an!

Genau! Und auch: Leg dich nicht mit mir an! Denn alles was Riley kann, kann auch ich. (lacht)

Wie hart waren die Stunts?

Was mir an diesem Film auch gefällt ist, dass die Action keine Spezialeffekte sind. Das bin wirklich ich, die in "Peppermint" kämpft. Es gab vielleicht vier Szenen, in denen ich die Stunts meinem Double Shauna Duggins überlassen habe – entweder weil ich mir eine bestimmte Bewegung nicht zutraute oder mich zu alt dafür fühlte. Aber für alles andere hat Shauna mich wie verrückt trainiert. Und ich habe mir den Hintern aufgerissen, um die Actionszenen selber zu spielen.

Sind Sie mit blauen Flecken davon gekommen oder gab es ernsthaftere Verletzungen?

Ich befinde mich heute noch in Physiotherapie wegen der Verletzungen, die ich mir während der Dreharbeiten zugezogen habe. Nach einer Szene hatte ich ein Schleudertrauma und ich habe mir meine Hand gebrochen.

Hat Ihnen "Peppermint" auf weitere Actionfilme in der Zukunft gemacht?

Ich habe immer meine Actionphasen und –pausen gehabt. Nach "Operation: Kingdom", "Daredevil" und "Elektra" habe ich mich auf meine Kinder konzentriert und total gegenteilige Filme wie "Love, Simon" gedreht. Aber jetzt, wo meine Kids älter sind und in die Schule gehen, habe ich wieder mehr Zeit fürs Fitnessstudio.

"Peppermint" hat definitiv in mir eine neue Lust auf Action geweckt. Ich liebe es, in Szenen meinen Körper einzusetzen. Und außerdem ist mein Double Shauna, mit der ich seit fast 20 Jahren zusammen arbeite, zu einer meiner engsten Freundinnen geworden. Sie arbeitet unter anderem für die Serien "Ray Donovan" und "GLOW", für die sie das Boxen perfektioniert hat. Deswegen habe ich jetzt auch das Boxen angefangen, damit ich genauso Bad Ass werde wie Shauna und sie sich bei unserem nächsten gemeinsamen Job nicht für mich schämen muss. (lacht)

Interview: Anke Hofmann