Taron Egerton: "Unser 'Robin Hood' sprengt alle Traditionen"

Dieser Robin Hood rockt! Hauptdarsteller Taron Egerton ("Kingsman") verrät im Gespräch mit GOLDENE KAMERA, wie die Heldenfigur in der Action-Neuauflage von Otto Bathurst ("Peaky Blinders") modernisiert wurde.

Errol Flynn hat ihn gespielt (1934), Sean Connery (1976), Kevin Costner (1991) und zuletzt Russell Crowe (2010) – aber so jung und wild wie in der Neuverfilmung und vor allem Neuinterpretation "Robin Hood" (Kinostart: 10. Januar) mit Taron Egerton war der Retter von Witwen und Waisen, noch nie.

Darum geht's in "Robin Hood"

England im Mittelalter: Robin, Lord of Loxley (Taron Egerton), führt ein unbeschwertes Leben – bis ihn der Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) auf Kreuzzug schickt. Nach der Rückkehr ist sein Eigentum verpfändet und seine Marian (Eve Hewson) mit einem anderen (Jamie Dornan) liiert. Robin tut sich mit einem seiner früheren arabischen Kriegsgegner, genannt John (Jamie Foxx), zusammen, um den Sheriff durch gezielte Raubzüge zu Fall zu bringen, und nennt sich fortan "Hood". Was er noch nicht ahnt: Auch Marian hat ihre eigene Agenda – und dazu braucht sie Robin.

Trailer zu "Robin Hood"

"Robin Hood" Taron Egerton im Interview

GOLDENE KAMERA: Wie und wann haben Sie von diesem Projekt gehört?

TARON EGERTON: 2014 bekam ich einen Anruf von meinem Agenten, dass Leonardo DiCaprios Produktionsfirma und Regisseur Otto Bathurst mit mir über einen neuen Robin-Hood-Film reden wollten. Meine Antwort lautete: "Toll! Aber warum braucht die Welt schon wieder einen Robin-Hood-Film?" Seit dem letzten mit Russell Crowe waren erst vier Jahre vergangen.

Außerdem hatte ich mit "Kingsman" gerade die Hauptrolle in einem Blockbuster- Franchise, wollte also nicht schon wieder in einem großen Hollywoodfilm mitspielen. Daher lehnte ich dankend ab. Aber dann erklärte Otto mir seine Vision, die ganz neu und anders war als die üblichen, mittelalterlichen Robin Hoods. Und das hat mich dann überzeugt.

Wie haben Sie für die Rolle trainiert?

Ich habe mit dem fantastischen dänischen Bogenschützen Lars Andersen trainiert. Otto wollte eine Technik des Bogenschießens zeigen, die es noch nie in einem Kinofilm gab. Statt links liegt der Pfeil rechts vom Bogen. Und der Schütze hält mehrere Pfeile in der Hand und kann dadurch sehr schnell hintereinander schießen. Lars schafft zehn Pfeile in fünf Sekunden! Seine Hand bewegt sich dabei so schnell, dass man der Bewegung mit dem bloßen Auge kaum folgen kann. Seine Videos auf YouTube haben fast 50 Millionen Klicks.

Lars Andersen trainiert Taron Egerton für "Robin Hood"

Haben Sie noch andere Tricks und Fähigkeiten beim Dreh gelernt?

Ich wünschte, ich könnte behaupten, dass ich jetzt Wildschweine jagen kann. (lacht) Oder dass ich Pfeil und Bogen an meiner Schlafzimmerwand hängen habe, damit ich mich gegen mögliche Einbrecher verteidigen kann. Obwohl die Handlung in unserem Film im Mittelalter spielt, ist mein Robin sehr modern. Ich musste mich nicht verändern. Natürlich hatte ich Fitnesstraining. Und ich hatte Reitunterricht. Das entpuppte sich als eine ziemliche Herausforderung.

Warum?

Ich finde Pferde unheimlich toll, solange sie sich 100 Meter von mir entfernt halten. Um mal ganz ehrlich zu sein: Ich habe vor diesen Viechern richtig Angst! Ich bewundere jeden, der eine enge Beziehung zu Pferden hat, aber leider bin ich kein Pferdeflüsterer. Und ich hatte verdammt viele Szenen, für die ich auf dem Rücken eines Pferdes sitzen musste. Das war ziemlich hart für mich.

Ein Trostpflaster ist doch immerhin, dass Sie keine grünen Strumpfhosen tragen mussten...

(lacht) Das war eine der ersten Entscheidungen, die wir trafen: Keine grünen Strumpfhosen! Unser Robin Hood sollte alle Traditionen sprengen.

Mit welcher Robin-Hood-Filmversion waren Sie am meisten vertraut?

Mein erster Robin-Hood-Film war natürlich die Disney-Animation, die ich als kleiner Junge liebte und die noch heute mein Lieblingsfilm ist.

TV-Teaser zu Disneys "Robin Hood" (1973)

Interview: Anke Hofmann