Made in Germany: Florian Munteanu in "Creed II"

In "Creed II: Rocky's Legacy" nimmt es Hollywood-Newcomer Florian Munteanu als Filmsohn von Dolph "Ivan Drago" Lundgren mit Sylvester Stallones Box-Schützling Michael B. Johnson auf. Wir trafen den gebürtigen Bayern zum exklusiven Interview.

Wenn am 24. Januar mit "Creed II: Rocky's Legacy" das Sequel des "Rocky"-Ablegers "Creed" von 2015 in unseren Kinos startet, wird dies nicht nur das letzte Mal sein, dass Sylvester Stallone in seiner Paraderolle als Box-Ikone Rocky Balboa zu sehen ist. Es dürfte auch das Karrieresprungbrett für den gebürtigen Bayern Florian Munteanu sein, der als Sohn von Rockys russischer Nemesis Ivan Drago sein Schauspieldebüt gibt...

Newcomer Florian Munteanu über sein Debüt in "Creed II"

Darum geht's in "Creed II: Rocky's Legacy"

Adonis Creed (Michael B. Jordan) holt mit der Hilfe seines Trainers und väterlichen Freundes Rocky Balboa (Sylvester Stallone) den WM-Titel im Schwergewicht. Doch seine Motivation schwindet. Während Adonis’ an Gehörverlust leidende Frau Bianca (Tessa Thompson) ein Kind erwartet, akzeptiert er eine Herausforderung: Viktor Drago (Florian Munteanu), der Sohn von Rockys altem Erzfeind Ivan (Dolph Lundgren aus "Rocky IV") will seinen Vater rächen, doch Rocky verweigert Creed die Unterstützung.

Trailer zu "Creed 2"

Hollywood-Newcomer: Florian Munteanu

Als Showstealer in "Creed II: Rocky's Legacy" erweist sich ein 1,94 Meter großes Muskelpaket, das Sylvester Stallone noch vor Drehbeginn der Öffentlichkeit als "111 Kilogramm Talent" vorgestellt hat.

Florian Munteanu wurde am 13. Oktober 1990 als Sohn rumänischer Eltern im niederbayrischen Bogen geboren und ging von dort nach München, wo er 2014 an der Ludwig-Maximilians-Universität seinen Bachelor in Sport- und Event-Management machte. Seitdem verdiente der 28-Jährige unter dem Beinamen "Big Nasty" sein Geld als Fitnessmodel und Amateurboxer, der seine stetig wachsende Facebook- und Instagram-Fangemeinde mit Posts und kernigen Workout-Videos bei Laune hält...

Florian "Big Nasty" Munteanu: Fitness-Video (2016)

"Creed 2"-Star Florian Munteanu im Interview

GOLDENE KAMERA: Das ist Deine erste große Hollywood-Rolle. Wie war diese Erfahrung?

FLORIAN MUNTEANU: Es ist unglaublich, dass ich in einem der größten Hollywood-Franchises mitspiele. Ich wusste sofort, dass ich diese Chance nicht für selbstverständlich nehmen darf. Es war eine Ehre für mich, den Sohn von Dolph Lundgren zu spielen und ihm für das Comeback seiner ikonischen Rolle zur Seite zu stehen.

Was bedeutet die "Rocky"-Saga für Dich?

Ich bin mit den "Rocky"-Filmen aufgewachsen. Mein Vater war ein riesiger Fan, und diese Filme haben mich inspiriert und motiviert, hart zu trainieren. Denn ich wollte auch genauso muskulös wie Sly und Dolph werden.

In den "Rocky"- und "Creed"-Filmen geht es auch darum, seinen inneren Champion zu entdecken. Wie wichtig ist es für Dich, ein Champion zu sein – im Sport und im Leben?

Um Champion zu werden, müssen die Gründe für den Kampf stimmen – egal ob im oder außerhalb des Rings. Meine Figur Viktor kämpft nicht für Ruhm, Geld oder Titel, sondern für Familie. Er möchte, dass sein Vater stolz auf ihn ist, und das ist ein starker Motivator, aus dem Champions geboren werden können.

Steckt in Dir ein Champion?

Ja, denn alles, was ich in meinem Leben tue, ist für meine Eltern und für die Menschen, die ich liebe. Genau wie Viktor habe ich eine sehr enge Beziehung mit meinem Vater. Er ist mein bester Freund und Mentor. Er hat mich immer unterstützt und gelobt, und war immer stolz auf mich, egal was ich machte. Meine Mutter war streng aber fürsorglich. Sie wollte keine Karriere im Sport oder in Hollywood für mich. Aber ich liebe sie beide, und ich weiß, dass sie mich lieben.

Wie hast Du den Sprung vom Boxen zur Schauspielerei geschafft?

Ich hatte eine Amateur-Karriere mit 78 Kämpfen – 68 Gewinne und 10 Verluste – und stand kurz davor, Profiboxer zu werden, als mir diese Chance mit "Creed II" angeboten wurde. Ich hatte nie gedacht, dass ich je ins Filmgeschäft einsteigen würde, obwohl ich mich für talentiert hielt, denn ich war schon immer ein recht emotionaler Typ. Im Boxen sah ich meine Emotionen immer als Schwäche an, aber jetzt haben sie sich als meine Stärke entpuppt. (lacht)

Wie schwer ist Dir das choreographierte "Schauspiel-Boxen" gefallen?

Michael B. Jordan und ich wollten die Szenen im Ring so realistisch wie möglich machen, also haben wir sehr viele echte Schläge eingesteckt. Natürlich haben wir nicht so hart zugeschlagen wie in einem richtigen Kampf, aber nach diesen Szenen waren unsere Körper voller blauer Flecken.

Interview: Anke Hofmann; Synopsis: Oliver Noelle