Mark Wahlberg: "Das Drehen mit Kindern macht Spaß – vor allem, wenn es nicht die eigenen sind"

In der Feelgood-Komödie "Plötzlich Familie" strapazieren drei Geschwister die Nerven ihrer Adoptiveltern Rose Byrne und Mark Wahlberg. Wie es um sein eigenes Familienleben bestellt ist, verriet uns der vierfache Vater im Gespräch.

Das Leben schreibt immer noch die unglaublichsten und liebenswertesten Geschichten. Aktueller Beweis ist die temporeiche Dramödie "Plötzlich Familie" (Kinostart: 31. Januar), in der Regisseur Sean Anders seine eigenen Erfahrungen als dreifacher Adoptivvater verarbeitet und mit entsprechendem Insiderwissen glänzt.

Darum geht's in "Plötzlich Familie"

Ein paar treuherzig blickende Kinderaugen auf einer Website, und schon ist es um das kalifornische Ehepaar Ellie (Rose Byrne) und Pete (Mark Wahlberg) geschehen: Sie wollen Pflegeeltern werden. Doch als sie die 15-jährige Lizzy (Isabela Moner) und ihre beiden jüngeren Geschwister Juan (Gustavo Quiroz) und Lita (Julianna Gamiz) aufnehmen, gerät ihr Alltag in schwerste Turbulenzen.

An ihrem Vorsatz, vorbildliche, geduldige und aufopferungsvolle Supereltern zu sein, müssen sie zwangsläufig scheitern. Als dann auch noch die Mutter des Trios nach einem Knastaufenthalt wieder den Kontakt zu ihren Kids sucht, wird Ellies und Petes Geduld auf eine weitere harte Probe gestellt.

Trailer zu "Plötzlich Familie"

Hauptdarsteller Mark Wahlberg, der von Regisseur Sean Anders bereits im derb-klamaukigen (Stief-)Vaterduell "Daddy’s Home" und dessen Weihnachtsfilm-Fortsetzung zum Hahnenkampf auf Will Ferrell losgelassen wurde, kennt den Umgang mit rebellischen Kids aus eigener Erfahrung...

"Plötzlich Familie"-Dad Mark Wahlberg im Interview

GOLDENE KAMERA: Mit diesem Film verstoßen Sie gegen die alte Hollywood-Regel, niemals mit Kindern oder Tieren zu arbeiten.

MARK WAHLBERG: Richtig, weil das Drehen mit Kindern macht Spaß! Vor allem, wenn sie nicht die eigenen sind und man sie an ihre Eltern abgeben kann, wenn sie außer Kontrolle geraten. (lacht)

Mark Wahlberg über "Plötzlich Familie"

Erinnern Sie sich noch an die Anfänge ihrer Vaterschaft?

Ich erinnere mich, wie nervös ich war, als ich meine erste Tochter Ella Rae zum ersten Mal in den Armen hielt. Zum Glück stand mir meine Frau zur Seite – sie ist mein Fels in der Brandung und eine fantastisch Mutter! Bis heute bin ich überrascht, dass wir es überhaupt sicher vom Krankenhaus nach Hause geschafft haben, denn ich bin übervorsichtig und viel zu defensiv gefahren. (lacht)

Ich muss allerdings zugeben, dass ich beim zweiten Kind noch nervöser war, weil ich da erst recht wusste, was schief laufen könnte! Aber das war noch alles harmlos. Jetzt – als Vater eines Teenagers – muss ich mir Sorgen über Dinge wie das Ausgehen, Drogen, Alkohol und Jungs machen.

War das erste Wort Ihrer Tochter "Mommy" oder "Daddy"?

Das gleiche habe ich mich unlängst auch gefragt, und es war eindeutig "Dada!" (lacht) Solch einen Moment vergisst man einfach nicht. Genauso wenig wie man den Moment vergisst, wenn sie zum ersten Mal "Ich hasse dich!" sagen. (lacht) Oder "Du hast alles ruiniert!" Oder "Warum stirbst du nicht einfach!" Und dann muss man einfach gelassen bleiben und antworten: "Ich liebe dich auch!"

Sind Sie in Ihrer Familie der Good Cop oder der Bad Cop?

Ich wäre gerne der Vater, der seine Kinder Spaß haben lässt und ihnen alles erlaubt. Denn durch meine Arbeit bin ich oft weg, und wenn ich dann nach Hause komme, würde ich meine Kids am liebsten nur drücken und küssen, weil ich sie so sehr vermisst habe. Aber meine Frau besteht darauf, dass ich meinen gerechten Anteil an der "Bad Cop"-Rolle übernehme.

Wie viel wussten Sie über Pflegeeltern vor diesem Film?

Nur durch die persönlichen Erfahrungen von Regisseur Sean Anders. Genau wie im Film sind seine Frau und er plötzlich Eltern von drei Kindern geworden. Und er hat mit mir offen über die Höhen und Tiefen und Gefühlsachterbahnen als Pflegevater gesprochen. Es gibt so viele Kinder in Pflegeheimen. Ich hoffe sehr, dass dieser Film Menschen ermutigt, diesen Kindern durch Pflege oder Adoption ein zu Hause zu geben.

Feature über "Plötzlich Familie"-Regisseur Sean Anders

Wären Sie bereit für diesen Schritt?

Ich möchte erst einmal meine eigenen Vier großzuziehen. Aber wer weiß, wozu wir uns entschließen, wenn uns das Leere-Nest-Syndrom erwischt.

Interview: Anke Hofmann