John C. Reilly: "'Holmes & Watson' ist mehr Mel Brooks als Arthur Conan Doyle"

In der Krimi-Persiflage "Holmes & Watson" mutieren Will Ferrell und John C. Reilly zu Comedy-Inkarnationen des legendären Detektivduos. Wir trafen die beiden Kino-"Stiefbrüder" zum Gespräch.

Spätestens seit der durchgeknallten Loser-Komödie "Stiefbrüder" (2008) können "Saturday Night Live"-Comedian Will Ferrell und John C. Reilly ("Walk Hard: Die Dewey Cox Story") getrost als das männliche Traumpaar der amerikanischen Spaßmacher bezeichnet werden.

Unter der Regie von Etan Cohen ("Der Knastcoach") ziehen die Comedy-"Stiefbrüder" Ferrell & Reilly jetzt in ihrer vierten Zusammenarbeit als "Holmes & Watson" (Kinostart: 7. Februar) das ultimative Ermittlerduo der Krimi-Historie durch den Kakao...

Darum geht's in "Holmes & Watson"

Seit sich Sherlock Holmes (Will Ferrell) und Dr. John Watson (John C. Reilly) im Jahr 1881 kennengelernt haben, sind der Meisterdetektiv und der ehemalige Militärarzt ein Herz und eine Seele. Ihre Freundschaft wird allerdings auf eine harte Probe gestellt, als Sherlocks Erzfeind Professor Moriarty (Ralph Fiennes) Mordkomplott gegen Queen Victoria (Pam Ferris) schmiedet und der Mord an einem Informanten bei Holmes Zweifel an der Aufrichtigkeit seines Partners aufkommen lässt...

Trailer zur Persiflage "Holmes & Watson"

"Holmes & Watson": John C. Reilly im Interview

GOLDENE KAMERA: Wollten Sie schon immer mal Dr. John Watson spielen?

JOHN C. REILLY: "Holmes & Watson" ist genau das, was die Welt im Moment braucht: Noch einen Film über Sherlock Holmes. (lacht) Und es waren zwei Amerikaner nötig, um diesen legendären englischen Figuren neues Leben einzuhauchen!

Aber Spaß beiseite: Als mir diese Rolle angeboten wurde, habe ich sofort zugegriffen. Ich bin ein riesiger Fan von Sherlock Holmes. Ich habe alle Bücher gelesen und einen Großteil der Filmadaptionen gesehen. Unsere Version ist sehr albern und erinnert mehr an Mel Brooks als an Sir Arthur Conan Doyle. Ich hoffe, dass die Kinobesucher damit ihren Spaß haben werden.

Zuerst "Ricky Bobby – König der Rennfahrer", dann "Stiefbrüder" und "Anchorman – Die Legende kehrt zurück" und jetzt "Holmes & Watson": Warum arbeiten Sie so gerne mit Will Ferrell zusammen?

Vom ersten Moment an, als Will und ich uns begegnet sind, wusste ich: "Er ist genauso verrückt wie ich. Ich weiß genau, wie seine grauen Zellen arbeiten." Ich kann mir also keinen besseren Partner vorstellen.

Was zeichnet Ihre Version von Dr. Watson aus?

Mein Dr. John Watson will – traditionell – Sherlocks bester Freund und Sidekick sein, aber auch – und das ist die Neuerung – selber Detektiv! Und dieser Wunsch treibt einen Keil zwischen den arroganten Holmes und den treuen Watson. Ihre Beziehung ähnelt mehr und mehr einer verbitterten Ehescheidung. (lacht)

Will Ferrell und John C. Reilly über "Holmes & Watson"

Watsons Schnurrbart und Melone stehen Ihnen übrigens gut...

(lacht). Ich liebe Hüte, und sollte meine Schauspielkarriere jemals zu Ende gehen, würde ich eine Maßschneiderei oder einen Kurzwarenhandel aufmachen und Hüte verkaufen. Ich bezweifele allerdings, dass ich sehr erfolgreich sein werde, denn junge Leute stehen leider nicht so sehr auf Hüte. (lacht)

Obwohl in "Holmes & Watson" zwei Amerikaner die Hauptrollen spielen, wurde der Film in der Heimat von Sherlock Holmes gedreht. Wie hat Ihnen England gefallen?

Ich liebe England! Während der Dreharbeiten habe ich vier Monate lang in einem Hausboot auf der Themse gelebt. Mein Lieblingsrestaurant ist das "Rules" in Covent Garden. Das ist Londons älteste Gaststätte, in der König Edward VII im Obergeschoss eine Affäre mit Schauspielerin Lillie Langtry hatte. Und wo Charles Dickens "Oliver Twist" geschrieben hat, weil er von dort einen Blick auf die Schuhcremefabrik hatte, in der er als Kind arbeiten musste.

Interview: Anke Hofmann