Keira Knightley im "Niemandsland – The Aftermath"

In "Niemandsland - The Aftermath" verliebt sich Keira Knightley als britische Soldatenfrau in einen deutschen Witwer. Warum Sie Dreharbeiten in Deutschland liebt und angesichts des Brexits nichts gegen eine deutsche Ehrenbürgerschaft einzuwenden hätte, verrät sie uns im Video-Talk.

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In der von Ridley Scott produzierten Nachkriegsromanze "Niemandsland – The Aftermath" knistert es zwischen Keira Knightley als britischer Soldatenfrau und Alexander Skarsgård als deutschem Witwer gewaltig. Wir trafen die Schauspielerin zum Interview und haben einen exklusiven Vorgeschmack.

Romantische Rollen im Weltkriegsambiente scheinen es Keira Knightley angetan zu haben. Nach "Abbitte" (2007) und "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben", für das sie 2015 eine Oscar-Nominierung erhielt, ist die 34-jährige Britin jetzt in "Niemandsland – The Aftermath" (Kinostart: 11. April) zu bewundern. Doch so dramatisch und emotional aufgeladen wie in James Kents Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Rhidian Brook gestaltete sich Keiras Zeitreise noch nie...

Darum geht's in "Niemandsland – The Aftermath"

Im Winter 1946 reist Rachael (Keira Knightley) nach Hamburg zu ihrem Mann Colonel Lewis Morgan (Jason Clarke), der als Gouverneur der britischen Armee die Entnazifizierung und den Wiederaufbau der zerstörten Stadt koordinieren soll. Das Ehepaar zieht in die beschlagnahmte Villa des Architekten Stefan Lubert (Alexander Skarsgård), der aber mit seiner Tochter Freda (Flora Li Thiemann) weiter im Bedienstetentrakt wohnen darf.

Trailer zu "Niemandsland – The Aftermath"

Während sich die vom Tod der Mutter traumatisierte Freda in die Arme des ewig gestrigen Hitlerjungen Albert (Jannik Schümann) flüchtet, entdecken die britische Soldatenfrau Rachael und der deutsche Witwer Stefan eine Seelenverwandtschaft, die den Frieden in der Villa Lubert zusehend in Gefahr bringt...

"Niemandsland – The Aftermath": Exklusiver Filmclip

Dass es zwischen Rachael und Stefan funkt, ist zu Beginn des Films aber noch mehr als unwahrscheinlich. Zwei Jahre vor ihrer Reise ins besiegte Feindesland hat Rachael nämlich bei einem deutschen Luftangriff ihren kleinen Sohn verloren. Und daher ist Mrs. Morgan – wie unser exklusiver Filmclip zeigt – zunächst alles andere als begeistert, als sie von ihrem Mann erfährt, dass sie unter einem Dach mit einem Todfeind leben soll...

Exklusiver Filmclip aus "Niemandsland - The Aftermath"

Warum Keira Knightley Dreharbeiten in Deutschland liebt, hat sie uns im Interview verraten...

Keira Knightley im Interview zu „Niemandsland – The Aftermath“

GOLDENE KAMERA: Was hat Sie über die Geschichte in „Niemandsland“ überrascht?

Keira Knightley: Ich dachte, dass ich sehr über den Zweiten Weltkrieg informiert war, denn ich habe mehrere Filme gedreht, die sich in dieser Epoche abspielen. Und für diese Rollen hatte ich dieses Zeitalter ausgiebig recherchiert und mir unzählige Filme und Dokumentation darüber angesehen. Aber zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass ich absolut nichts über diese Nachkriegszeit wusste. Ich hatte nicht die geringste Ahnung darüber, wie Deutschland – oder Europa im allgemeinen – aus den Trümmern wieder hervorstieg. Und wie die nächsten Generationen das Land wieder aufbauten und die Grundlage für die längste Friedensperiode innerhalb Europas schufen. Dieser Triumph über Zerstörung und Katastrophe hat mich sehr fasziniert. Und wie Menschen, denen sechs Jahre lang gesagt wurde, dass sie Feinde sind, lernen können, sich nicht mehr als Dämonen anzusehen sondern wieder als Menschen. Wenn Vergebung damals möglich war, warum nicht auch heute? (lacht).

Im Film dreht es sich unter anderem um die Dreiecksbeziehung zwischen Ihnen, Jason Clarke und Alexander Skarsgård. Wie unterschiedlich waren Ihre Filmliebhaber?

Sehr unterschiedlich. Da ich mit Jason schon einmal gearbeitet hatte, waren wir uns nicht mehr fremd und konnten sofort zur Sache kommen. Ich arbeite gerne mit ihm, er ist ein phänomenaler Schauspieler. Und Alexander ist der netteste Mensch der Welt! Wirklich! Er kann keiner Fliege etwas zuleide tun. Und wenn man intime Szenen miteinander hat, ist so eine zärtliche Person ein Traum.

Apropos, im Film gibt es viel Haut zu sehen. Erfordert es viel Mut, nackt vor der Kamera zu stehen?

Überhaupt nicht, weil nicht ich vor der Kamera stehe, sondern mein Body Double (lacht). Ich durfte mir sogar mein Body Double selber aussuchen: „Oh, diese Brustwarzen sehen toll aus. Die nehmen wir!“ (lacht) Und während Alexander nackt vor meinem Body Double stand, schlürfte ich draußen eine Tasse Tee und naschte an einem Scone und schaute zu! Denn ich hatte auch endgültiges Sagen über die Sexszenen.

Sie haben in und um Hamburg herum gedreht. Hatten Sie Zeit, die Stadt kennen zu lernen?

Leider nur ein bisschen, da wir eine Stunde außerhalb von Hamburg wohnten. Aber das, was ich von Hamburg gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Ich habe ein Konzert in der Elbphilharmonie besucht. Und meine Tochter hat in de Nähe vom Fußballstadium die beste Currywurst der Stadt gegessen.

Sie haben auch schon in Köln gedreht („Eine dunkle Begierde“). Und am 13. Juni kommt Ihr Film „Berlin, I Love You“ in die Kinos. Sind Sie sicher, dass kein deutsches Blut in Ihnen steckt?

Ich weiß nicht, inwieweit ich genetisch mit Deutschland verbunden bin (lacht), aber ich habe schon öfters dort gearbeitet. Einmal in Köln. Zweimal in Hamburg. In Berlin habe ich nicht nur gedreht, sondern die Stadt auch öfters persönlich besucht, weil sie so toll ist! Und was die Dreharbeiten angeht hat Deutschland einfach fantastische Crews. Ich glaube, dass der deutsche Humor sehr dem britischen Humor ähnelt.

Interview: Anke Hofmann