"Lloronas Fluch": Der neue Gruselstreich der "Conjuring"-Macher

Folklore, Fiktion oder Fakt? In "Lloronas Fluch" wird das mexikanische Volksmärchen der "Weinenden Frau" für Linda Cardellini und ihre Filmkinder zur schrecklichen Realität. Wir trafen den "Green Book"-Star zum Gruselgespräch.

Im Gruselfilm "Lloronas Fluch" (Kinostart: 18. April) kriegt es Linda Cardellini ("Green Book") mit La Llorona, der weinenden Geisterfrau im weißen Gewand zu tun. Doch im Gegensatz zu ihrem Co-Star Patricia Velasquez ("Die Mumie") wusste sie vorab nicht, worauf sie sich eingelassen hat...

Patricia Velasquez und Linda Cardellini über "Lloronas Fluch"

Hintergrund: Die Legende von La Llorona

Bei "Lloronas Fluch" handelt es sich um eine neue Interpretation des Volksmärchen der "Weinenden Frau", die im 17. Jahrhundert in Mexiko ihre beiden Kinder ertränkt haben soll, um ihre betrügerischen Ehemann zu bestrafen. Seitdem sucht ihr von Schuldgefühlen geplagter Geist nach neuen Kindern, um ihre eigenen zu ersetzen.

Ursprünglich als eigenständiger Horrorfilm angekündigt, entpuppt sich das Regiedebüt von Michael Chaves durch ein Cameo von Tony Amendola als Father Perez aus dem Gruselhit "Annabelle" (2014) als sechster Film des "Conjuring"-Universums, das auf realen Erlebnissen des paranormalen Ermittlerehepaares Ed und Lorraine Warren basiert.

Darum geht's in "Lloronas Fluch"

Los Angeles, 1973: Sozialarbeiterin Anna Tate-Garcia (Linda Cardellini) ermittelt in einem Fall von Kindesmisshandlung und wird von der panischen Mutter (Patricia Velasquez) mit dem lateinamerikanischen Volksmärchen über La Lorona konfrontiert. Was Anna zuerst als Aberglaube abtut, wird zur realen Gefahr, als ihre eigenen Kinder Chris (Roman Christou) und Samantha (Jaynee Lynne Kinchen) von der grauenvollen Geisterfrau bedroht werden. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Exorzisten Rafael Olvera (Raymond Cruz) und fordert damit La Llorona erst richtig heraus...

Trailer zu "Lloronas Fluch"

Linda Cardellini im Interview

GOLDENE KAMERA: Was hat Sie an einem Horrorfilm gereizt?

LINDA CARDELLINI: Dieser Film hat drei tolle Rollen für Frauen. Wenn man meine kleine Filmtochter dazu zählt sogar vier! In welchem anderen Genre gibt es so etwas? Außerdem stammt "Lloronas Fluch" von James Wan, dem Schöpfer des "Conjuring"-Universums und neuen Meister des Horrors. Ich hatte also Nichts zu verlieren und wollte einfach mal etwas Neues ausprobieren.

Wie viel wussten Sie über die lateinamerikanische Legende von La Llorona?

Ich bin katholisch erzogen worden und hatte also schon immer Angst vor dem Teufel – und vor einigen Nonnen in meiner katholischen Schule. (lacht) Von La Llorona hatte ich vorher noch nie gehört. Die Handlung in "Lloronas Fluch" macht aber von Anfang an klar, dass dieser Geist furchterregender als jeder Dämon ist: Mit einer Frau, die ihre eigenen Kinder ertränkt hat und jetzt hinter den Kindern anderer her ist, ist nicht zu spaßen!

Gab es Geistererscheinungen am Set?

Im Gegensatz zu meinen Schauspielkollegen, die an La Llorona glauben, habe ich keine unerklärlichen Begebenheiten während der Dreharbeiten bemerkt. Erst als wir im Rahmen des "South by Southwest"-Festivals ein Haus besuchten, in dem es angeblich spukte, hatte ich gruselige Erfahrung. Im Badezimmer, in dem eine Badewanne genau wie in unserem Film stand, flackerte auf einmal das Licht.

Und mitten in der Nacht hörte ich in meinem Hotel auf einmal ein lautes Geräusch im Flur und in meinem Zimmer bewegte sich die Schiebetür – von ganz alleine! Ich dachte nur: La Lorona bestraft mich jetzt, weil ich am Set eine totale Skeptikerin war! Und ich hielt die ganze Nacht mein Handy in der Hand, um Hilfe rufen zu können. Aber wen hätte ich anrufen sollen? Vielleicht die Ghostbusters? (lacht)

Wie erklären Sie sich, was in dieser Nacht passiert?

Ich hoffe, dass die Tür schräg verkantet war und deswegen zufiel. Und dass das Geräusch im Flur vom Zimmerservice stammte, den jemand um drei Uhr nachts bestellt hat. (lacht) Ich habe in meinem Leben sehr plötzlich geliebte Menschen verloren und hätte nichts dagegen, wenn es Zeichen aus dem Jenseits gäbe – als Beweis, dass etwas nach dem Tod existiert. Wenn komplett unerklärliche Dinge passieren, kann ich aber auf derartige Zeichen auch gerne verzichten. (lacht)

Wer hatte am Set mehr Angst? Die Erwachsenen oder die Kinder?

Wahrscheinlich die Erwachsenen. (lacht) Marisol Ramirez, die La Llorona spielte, hatte sich rührend um die Kinder gekümmert, damit sie wussten, dass hinter ihrer schreckenerregendem Maske eine nette und liebenswerte Person steckte.

Sind Sie ein Fan von Horrorfilmen?

Ich liebe Horrorfilme, aber gleichzeitig bin ich auch ein unheimlich großer Angsthase. Es ist also Selbstquälerei. (lacht) Mein Halloween-Ritual als Kind war es, meine Freundinnen einzuladen und zusammen einen Horrorfilm zu sehen. Und dann haben wir alle zusammen auf der Couch geschlafen, weil wir zu viel Angst hatten, alleine ins Bett zugehen.

Interview Anke Hofmann