"Iron Man" Robert Downey Jr.: "Theoretisch ist alles möglich"

"Endgame" für die "Avengers"-Ikone Robert Downey Jr. alias "Iron Man" Tony Stark?
"Endgame" für die "Avengers"-Ikone Robert Downey Jr. alias "Iron Man" Tony Stark?
Foto: © Disney/Marvel
Überlebt Iron Man das "Avengers: Endgame" oder geht er in die Superhelden-Annalen ein? Im Gespräch mit der GOLDENEN KAMERA blickt Robert Downey Jr. auf seine "Iron Man"-Karriere zurück und voraus.

Gerade tobt in unseren Kinos der Endkampf: In "Avengers: Endgame" (Kinostart: 24. April) versuchen die verbliebenen Avengers um die Gründungsmitglieder Iron Man, Captain America und Thor den Superduper-Schurken Thanos doch noch zu besiegen. Doch wer wird das Himmelfahrtskommando überleben?

Wir haben bei "Iron Man" Robert Downey Jr. nachgefragt, wie er auf seine "Avengers"-Vergangenheit zurückblickt und wie es für ihn weitergeht...

Robert Downey Jr. im Interview

GOLDENE KAMERA: Mit "Iron Man" fing 2008 alles an. Jetzt klingt mit "Avengers: Endgame" nicht nur die 3. Phase des Marvel Cinematic Universe aus, der Film scheint auch die "Avengers"-Ära abzuschließen. Wie blicken Sie auf diese Dekade zurück? Und wie haben Sie sich auf den eventuell endgültigen Abschied vorbereitet?

ROBERT DOWNEY JR.: Leute im Showgeschäft sind es gewohnt, Verbindungen zu knüpfen, danach eigene Wege zu gehen und wieder aufeinander zu treffen. Die "Avengers"-Schauspieler glichen also einer reisenden Theatertruppe von verrückten Typen und schrulligen Vögeln. (lacht) Es hat mir gefallen, dass die Gruppe bei "Endgame" etwas kleiner war und wie intim sich dadurch das massive Finale anfühlte.

Original-Teaser-Trailer zu "Avengers: Endgame"

Wussten Sie vor den "Endgame"-Dreharbeiten, wie alles endet?

Bei Marvel weiß man nie, ob das Ende wirklich das Ende ist. Im Marvel Universum ist nichts endgültig, denn ihnen stehen alle Regeln und Tricks der Comicwelt zur Verfügung. Theoretisch ist also alles möglich – und das gefällt mir!

Release-Trailer zu "Avengers: Endgame"

Ist es also möglich, dass wir Sie weiterhin als Iron Man zu sehen bekommen werden?

Wie heißt es so schön: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm deine Pläne. (lacht) Ich war gerade zum Geburtstag meines siebenjährigen Sohnes in Disneyland. Er hat jede Sekunde geliebt. Es ist immer noch der Glücklichste Ort der Welt. Und sie bauen dort im Moment ein Marvel-Land und eine Star Wars-Welt. Ich würde also gerne weiterhin mit Disney und Marvel im Geschäft bleiben. Allerdings tendiere ich dazu, mich schnell zu langweilen. Dass ich so lange als Iron Man durchgehalten habe, ist schon ein Wunder und Indiz dafür, wie interessant und faszinierend die Rolle und das Franchise waren.

Sie haben also das Kostüm noch nicht an den Nagel gehängt?

Ich glaube, dass ich inzwischen die meisten Iron Man-Anzüge besitze. Sollte ich wirklich noch einmal in diese Rolle schlüpfen, müssen Sie die Kostüme von mir ausleihen. (lacht)

Worauf freuen Sie sich in der Zukunft?

Ich habe ja zwischendurch andere Filme gedreht, wie etwa "Der Richter – Recht oder Ehre" oder die "Sherlock Holmes"-Abenteuer. Trotzdem lag meine Karriere in den letzten zehn Jahren ein wenig auf Eis. Man kann eben nicht alles haben im Leben. Ich hätte aber schon Lust auf etwas anderes als Superhelden-Filme, vielleicht Shakespeare. (lacht) Oder mal im Regiestuhl Platz nehmen und einen Film inszenieren. Wer weiß, ob mir das gefallen würde. Vielleicht hasse ich es auch, drehe die Kameras auf mich und sage den Schauspielern: "So geht's!" (lacht)

Wie haben sich Tony Stark und Robert Downey Jr. über die Jahre verändert?

Als ich die Rolle zum ersten Mal spielte, war ich in meinen Vierzigern. Jetzt bin ich meinen Fünfzigern. Wir beide haben uns sehr verändert. Tony ist erwachsener geworden und sein Bedürfnis, ständig im Mittelpunkt stehen zu müssen, hat bedeutend abgenommen. Das gleiche gilt auch für mich. (lacht)

Welcher Avenger ist der Liebling Ihres siebenjährigen Sohnes?

Für eine Weile war es Hawkeye. Dann Captain America. Dann Black Widow. Nick Fury war sehr lange an der Spitze, weil er der Boss ist. Ab und zu nimmt mein Sohn aber auch mal seine Iron Man-Actionfigur in die Hand. Im Moment würde er jedoch alle Avengers für die Guardians of the Galaxy eintauschen. (lacht)

Interview: Anke Hofmann