"Dancing Queen" Diane Keaton: "Ich bin noch nicht bereit, Abschied zu nehmen"

In der Komödie "Dancing Queens" nimmt Diane Keaton mit anderen Seniorinnen an einem Cheerleading-Wettbewerb teil. Wir sprachen mit der GOLDENEN KAMERA-Preisträgerin über die Lust am Leben und ein Fremdwort namens 'Rente'.

Wenn eine in die Jahre gekommene Schauspielerin in Hollywood das Prinzip "Ewige Jugend" verkörpert, dann ist dies Diane Keaton (GOLDENE KAMERA 2014). Ihren scheinbar unerschöpflichen Esprit stellt die 73-jährige Oscar-Preisträgerin ("Der Stadtneurotiker") wieder in "Dancing Queens" (Kinostart: 27. Juni), der neuen Komödie der "Book Club"-Produzenten unter Beweis.

Diane Keaton über "Dancing Queens"

Darum geht's in "Dancing Queens"

Eigentlich ist Martha (Diane Keaton) zum Sterben in die Seniorenresidenz "Sun Springs" nach Georgia gezogen. Doch dann lernt die krebskranke New Yorkerin die exaltierte Mitbewohnerin Sheryl (Jacki Weaver) kennen, die sie davon überzeugt, eine Cheerleading-Gruppe im Altenheim zu gründen. Marthas Lebensmut kehrt vollends zurück, als sich ihre bunt zusammengewürfelte Truppe beim "South Coast Classic"-Wettbewerb anmeldet. Doch um in der Ü18-Kategorie konkurrenzfähig zu sein, müssen sich die Cheerleader-Omas zunächst Schützenhilfe bei Schülerin Chloe (Alisha Boe) holen...

Trailer zu "Dancing Queens"

"Dancing Queens": Diane Keaton im Interview

GOLDENE KAMERA: Haben Sie sich mit diesem Film den Traum vom Cheerleader-Dasein erfüllt

DIANE KEATON: Nicht im geringsten. Mit 14 habe ich mein Glück als Cheerleaderin versucht, aber den Aufnahmetest nicht geschafft. Mein Talent hat nicht mal zum Pompon-Mädchen ausgereicht. (lacht) Im Tanzen war ich schon immer eine Niete. Also habe ich mich von dieser Idee verabschiedet und mich auf meine wahre Liebe konzentriert: das Singen und die Schauspielerei.

"Dancing Queens" ist auch weniger ein Tanz- oder Cheerleading-Film, als vielmehr eine Aufforderung, das Leben zu genießen...

Und Freundschaften zu feiern! Wenn meine Figur Martha in dieser Seniorensiedlung einzieht, will sie einfach alleine gelassen werden und in Ruhe sterben. Aber Sheryl macht ihr einen Strich durch die Rechnung und zwingt sie mit ihrer Freundschaft zurück ins Leben. Es ist genau diese Botschaft , die ich an "Dancing Queens" so liebe: Freunde sind wichtig!

Das Thema 'Sterben' ist immer noch tabu – im Leben und im Kino. Warum?

Mit diesem Film wollten wir die Realität des Älterseins zeigen. Wie schwer es ist, sich mit dem Gedanken abzufinden, das Ende des Lebens erreicht zu haben. Ich bin jetzt 73, zähle also zu den Senioren, und dieses Thema betrifft mich natürlich ganz direkt. "Dancing Queens" hat mir selbst Kraft und Inspiration gegeben. Und ich hoffe, dass es auch andere motiviert, sich aktiver am Leben zu beteiligen und sich nicht vollends zu verschließen.

Mein Bruder wohnt in einer betreuten Wohngemeinschaft und ich besuche ihn jede Woche und helfe dort ehrenamtlich aus. Das macht mir sehr viel Spaß – nicht nur weil ich meinen Bruder unterstütze, sondern auch weil ich dort viele Menschen kennen lerne und mich gebraucht fühle.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Ja, sehr sogar. Ich hänge am Leben! Jeden Morgen, wenn ich aufwache, scheint die Sonne und mein Hund begrüßt mich. Ich bin noch nicht bereit, davon Abschied zu nehmen. Ich bin einfach zu glücklich, um zu sterben. (lacht)

Sie haben dafür auch zu viele Hobbys – wie etwa die Photographie und Instagram.

(lacht) Ich liebe Instagram. Das macht mir unglaublichen Spaß, obwohl es leider einen Nachteil gibt: Ich schaue jetzt ständig nach, wie viele Follower ich habe. (lacht)

Interview: Anke Hofmann