Robert Redford: Der Unbestechliche

In 60 Jahren vor der Kamera wurde er zu einem der größten Filmstars. Dabei hielt Robert Redford stets Distanz zu Hollywood. Arte würdigt ihn in einem spannenden Porträt.

Es gibt nur ganz wenige Menschen, die einen so festen Platz in der Traumfabrik haben und Hollywood dennoch, sooft es geht, den Rücken kehren. Robert Redford ist einer von ihnen. Den ewigen Sonnyboy, Charmeur und Superstar der 1970er-Jahre reizen die großen Millionen-Dollar-Produktionen schon lange nur, um mit den Gagen eigene, ehrgeizige Projekte zu finanzieren. In diesem Jahr feiert er sein 60-jähriges Bühnenjubiläum, und Arte blickt in der Doku „Robert Redford: The Golden Look“ (hier in der Arte-Mediathek) zurück auf sein außergewöhnliches Leben.

Indie-Film-Förderer

Seine Augen, sein Lachen, sein Blick – einfach magisch! Doch ausgerechnet dieses Aussehen war anfangs Redfords größtes Karrierehindernis. Zu schön, zu glatt, er bekam nur schwer einen Fuß in die Tür der erfolgreichen Filmstudios. Um nicht mehr nur auf das Äußere reduziert zu werden und zu zeigen, was in ihm steckt, tat er sich Ende der 1960er-Jahre mit Paul Newman für den Kumpelfilm „Zwei Banditen“ zusammen. Das Image des Schönlings war damit zwar nicht abgeschüttelt, aber der Film wurde zum Hit.

Doch Hits allein reichten Robert Redford nicht: Er ging unter die Produzenten, kaufte brisante Bücher für seine Filme, wie etwa „Die Unbestechlichen“, ein Werk, das die Watergate-Enthüllung thematisiert. 1980 gründete er das Sundance Film Institute, 1984 das Sundance Film Festival, um junge, unabhängige Filmemacher zu fördern. Seitdem steht Robert Redford für das kritische Kino.

Superstar mit Visionen

Mit seinem Regiedebüt „Eine ganz normale Familie“ gewann er 1981 den Oscar. Als Schauspieler gelang ihm das nie. „Stillstand ist nicht mein Ding“, sagte der Star kürzlich. „Ich mag es, geistig und körperlich aktiv zu sein.“ Auch jenseits des Films kämpft der 82-Jährige für gesellschaftlich relevante Themen wie die Rechte von Minderheiten und den Umweltschutz – und wettert gegen Donald Trump.

Ideen schmiedet er auf seiner Farm in Utah. „Hollywood ist eine Maschine, ein Geschäft, in dem es wenig menschliche Verbindungen gibt. Natürlich war und bin ich Nutznießer dieses Systems, aber nur beruflich. Privat war mir Los Angeles immer zu voll.“

„Ein Gauner und Gentleman“ (2018) solle seine letzte große Rolle sein, hat er angekündigt. Von Robert Redford hören werden wir weiterhin.