Tarantinos neues Meisterwerk: "Once Upon a Time in Hollywood"

In seinem 9. Film schreibt Quentin Tarantino die Hollywood-Geschichte um den Manson-Mord an Sharon Tate (gespielt von Margot Robbie) um. Dabei zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera: Leonardo DiCaprio als Ex-Serienstar Rick Dalton und Brad Pitt als sein Stuntman Cliff Booth.

Kaum ein Film wurde 2019 mit so viel Spannung erwartet, wie der neue Streich von Quentin Tarantino. Dass die Vorfreude auf "Once Upon a Time in Hollywood" (Kinostart: 15. August) berechtigt war, ließ bereits die Weltpremiere in Cannes erkennen.

Regisseur Tarantino durfte sich mit seinen Stars Margot Robbie, Brad Pitt und Leonardo DiCaprio über sechs Minuten Standing Ovations freuen - weil sein neunter Film nicht nur wieder großes Schauspielkino ist, sondern eine zitatreiche Verbeugung vor der ambivalenten Historie der US-Traumfabrik.

Quentin Tarantino über "Once Upon a Time in Hollywood"

Darum geht's in "Once Upon a Time in Hollywood"

Los Angeles im Februar 1969: Der einstige Serienstar Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) hält sich mit Gastrollen als TV-Schurke über Wasser. Sein einziger Vertrauter ist Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt), der seinem jammerlappigen Kumpel auch als Chauffeur dient, weil Rick seinen Führerschein versoffen hat.

Als im Haus nebenan das neue Hollywood-Traumpaar Roman Polanski (Rafal Zawierucha) und It-Girl Sharon Tate (Margot Robbie) einzieht, spekuliert Rick darauf, mit ihrer Hilfe seine Hollywood-Karriere ankurbeln zu können. Daher willigt er nur zögerlich auf das Angebot des Casting-Agenten Marvin Schwarz (Al Pacino) ein, in Rom einen Spaghetti-Western zu drehen.

Sechs Monate und diverse Filme später, kehrt Rick frisch verheiratet nach Los Angeles zurück und lädt Cliff zu sich ein, verscheucht aber zuvor die von Sektenführer Charles Manson (Damon Herriman) zu Sharon Tates Haus geschickte Mordbande, die nun ein neues Ziel für ihr mörderisches Vorhaben hat...

Release-Trailer zu "Once Upon a Time in Hollywood"

Filmkritik zu "Once Upon a Time in Hollywood"

Wie Quentin Tarantino die Erlebnisse seines fiktiven Heldenduos mit der Hollywoodrealität anno 1969 verquickt, ist clever, dreist und geradezu romantisch. Denn sein fantastisches Epos ist vor allem eine Verneigung vor den unterschätzten Losern der Traumfabrik, die selbst grottige B-Movies zum Fest machen. Tarantinos bislang liebevollster Film ist ein ungeheurer Spaß! (Kritik: Ulrike Schröder)

Hintergrund: Der echte Charles Manson

Los Angeles, 9. August 1969: Gegen Mitternacht dringen vier Personen in das luxuriöse Haus am 10050 Cielo Drive ein. Sie überwältigen die fünf anwesenden Personen, darunter die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate ("Tanz der Vampire"). Keine der Geiseln wird die Nacht überleben. Allein an Tates Körper werden Gerichtsmediziner später 16 Messerstiche finden.

Der Auftraggeber dieser bestialischen Morde ist Charles Manson. Der erfolglose Ex-Musiker hatte in Kalifornien eine sektenähnliche Kommune gegründet – die sogenannte Manson Family. Eines ihrer Ziele: der ultimative Rassenkrieg zwischen Schwarz und Weiß. Dank seines Charismas, kollektivem Drogenkonsum und sexueller Gewalt gelang es Manson, seine Anhänger zum mehrfachen Mord anzustiften.

Ein Szenario, das 50 Jahre später Quentin Tarantino in "Once Upon a Time in Hollywood" verarbeitet. Im Herbst 1969, zwei Monate nach den Morden an Tate und den anderen, wird die Manson Family festgenommen. Charles Manson und vier weitere Mitglieder werden später zum Tode verurteilt. Doch als 1972 die Todesstrafe in Kalifornien abgeschafft wird, werden diese Urteile in ein "lebenslänglich" umgewandelt. Charles Manson selbst stirbt schließlich 2017 im Gefängnis im Alter von 83 Jahren. (Hintergrund: Michael Tokarski)

Sendehinweis: Die Doku "Charles Manson: Der Dämon von Hollywood" läuft am 30. August um 22.10 Uhr bei arte.