Michelle Dockery: "Der 'Downton Abbey'-Film war wie ein Familientreffen"

Vier Jahre nach Ende des Serien-Hits gibt es im Kino ein Wiedersehen mit den beliebten Bewohnern von "Downton Abbey". Wir trafen Michelle Dockery alias Lady Mary Talbot zum Gespräch über die Rückkehr zu ihrer Paraderolle und das Geheimnis des "Downton Abbey"-Erfolgs.

Ende 2015 mussten Millionen von Serienfans stark sein. Nach sechs erfolgreichen Staffeln nahmen die adligen Bewohner und Hausbediensteten rund um Lady Mary Talbot nach sechs Staffeln tränenreichen Abschied. Jetzt vier Jahre später gibt es in "Downton Abbey - Der Film" (Kinostart: 19. September) jetzt im Kino mit Michelle Dockery & Co. ein großes Wiedersehen, zu dem sich sogar royaler Besuch angekündigt hat...

Darum geht's in "Downton Abbey - Der Film"

Im Jahr 1927 steht Downton Abbey ein royales Problem ins Haus: Die königliche Familie hat ihren Besuch angekündigt. Um der Ausnahmesituation Herrin zu werden, holt Lady Mary Talbot (Michelle Dockery) den einstigen Majordomus Mr. Carson (Jim Carter) aus dem Ruhestand zurück. Doch das Hauspersonal ihrer Eltern Robert Crawley, Earl of Grantham (Hugh Bonneville) und Cora (Elizabeth McGovern) darf gar nicht mehr Hand ans Familiensilber legen, da Herr und Frau König ihren eigenen Hofstaat mitbringen. Und auch Marys resoluter Großmutter Violet (Maggie Smith) scheint eine majestätische Laus über die Leber gelaufen zu sein...

Trailer zu "Downton Abbey - Der Film"

"Downton Abbey"-Star Michelle Dockery im Interview

GOLDENE KAMERA: Wie sehr haben Sie nach dem Ende der Serie das viktorianische Herrenhaus Highclere Castle vermisst?

MICHELLE DOCKERY: Ich muss zugeben, dass ich doch etwas gerührt war, wieder in das Haus zurückzukehren, das sechs Jahre lang sozusagen mein Zuhause war. Und der Zeitraum zwischen Ende der Serie und Beginn der Dreharbeiten für den Film war lang genug, dass ich in der Zwischenzeit das Haus auch wirklich vermisst habe. Aber das war nicht der einzige Grund, warum die Rückkehr zu "Downton Abbey" so nostalgisch war. Ich habe so viele Erinnerung an die Dreharbeiten der Serie und es war wunderschön, wieder mit all meinen Kollegen und Freunden zusammen zu sein – wie eine Familientreffen!

Haben Sie sich auch gefreut, wieder Lady Mary spielen zu können?

Ich liebe Mary! Diese Figur war und ist ein riesiger Bestandteil meines Lebens. Wann immer ich sie nicht spielen kann, vermisse ich nicht nur sie, sondern auch ihre Kraft, ihren Verstand und ihren Humor.

War es schwer, wieder Ihre "innere Mary" zu finden?

Ein bisschen schon, denn nach Ende der "Downton Abbey"-Serie habe ich vor allem Figuren mit amerikanischem Akzent gespielt. Als Vorbereitung zum Film habe ich mir also ein paar Folgen der letzten Staffel der Serie angeschaut, um wieder in diese Rolle zu schlüpfen. (lacht) Zum Glück hatten wir auch wieder unseren brillanten Berater Alastair Bruce am Set, der uns täglich daran erinnerte, was wir falsch machten.

Zum Beispiel?

Beispielsweise nicht die Hände in die Hosentaschen zu stecken. Eine aufrechtere Haltung einzunehmen. Uns nicht zu modern zu bewegen. Und selbstbewusster aufzutreten. Das sind alles Dinge, die ich auch im eigenen Leben anwenden sollte! (lacht)

Was können Sie uns über Mary im "Downton Abbey"-Film verraten?

Mary hat endlich Glück und Frieden in ihrem Leben gefunden, was für mich eine große Erleichterung war. Sie ist glücklich mit dem Rennfahrer Henry Talbot verheiratet und sie lieben ihre kleine Tochter Caroline. Zusammen mit Tom Branson ist sie ist jetzt die Managerin von Downton Abbey. Diese Verantwortung lastet allerdings schwer auf ihren Schultern - vor allem, weil die königliche Familie ihren Besuch angekündigt hat.

Inwieweit spielt die Politik der damaligen Zeit eine Rolle im Film?

Der Film spielt im Jahr 1927, also nicht sehr viel später als die Serie. Wir wollten nicht, dass der Film zu isoliert dasteht oder sich die Figuren zu sehr verändert haben. Großbritannien steht kurz vor einer Wirtschaftskrise. Streiks bahnen sich an. Aber Serie und Film sind kein Geschichtsunterricht. Das Herz von "Downton Abbey" waren und sind die Figuren.

Interview: Anke Hofmann