Arnold Schwarzenegger: "Ich sollte den Terminator gar nicht spielen"

In "Terminator: Dark Fate" kehrt Arnold Schwarzenegger als gealterte Kampfmaschine zurück und bekommt dabei Schützenhilfe von Linda Hamilton, die nach 28 Jahren ihr Franchise-Comeback als Sarah Connor gibt.

Als "Terminator" (1984) hat er sie gejagt, weil die Maschinen der Zukunft die Geburt ihres Sohnes und damit des Hoffnungsträgers der Menschheit verhindern wollten. In "Terminator 2: Tag der Abrechnung" (1991) hat er sie gegen einen fortschrittlicheren Terminatoren verteidigt. In "Terminator: Dark Fate" (Kinostart: 24. Oktober) feiern Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton nicht nur ihr schauspielerisches Wiedersehen, sondern bündeln in ihren Paraderollen als T-800 und Sarah Connor auch ihre Kräfte gegen eine neue Bedrohnung. Wir trafen die beiden Schauspieler zum Interview:

Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton über "Terminator Dark Fate"

Darum geht's in "Terminator: Dark Fate"

27 Jahre nach den Ereignissen von "Terminator 2: Tag der Abrechnung": Terminator REV-9 (Gabriel Luna) wird von den Maschinen aus der Zukunft nacht Mexiko geschickt, um die junge Dani Ramos (Natalia Reyes) zu töten. Die Menschen senden die Hybrid-Soldatin Grace (Mackenzie Davis) hinterher, die dem REV-9 jedoch unterlegen scheint - bis sich Sarah Connor (Linda Hamilton) und ein stark gealterter T-800 (Arnold Schwarzenegger) in den Kampf einschalten.

2. Trailer zu "Terminator: Dark Fate"

Obwohl es sich bei "Terminator: Dark Fate" um den sechsten Film der Reihe handelt, werden alle Ereignisse ab "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen" (2003) von "Terminator"-Erfinder James Cameron ignoriert, der jetzt als Autor und Produzent zu seinem Baby zurückkehrt.

Wie für Arnold Schwarzenegger, der mit einer Ausnahme bei allen "Terminator"-Filmen dabei war, die erneute Rückkehr zu seiner größten Rolle war, verrät uns der zweifache GOLDENE KAMERA-Preisträger (1997 und 2015) im exklusiven Interview...

Arnold Schwarzenegger im Interview

GOLDENE KAMERA: Der neue Film setzt nach "Terminator 2: Tag der Abrechnung" von 1991 ein und erzählt dann, wie es 27 Jahren später weitergeht, richtig?

ARNOLD SCHWARZENEGGER: Ja. Das ist wie eine Rückkehr zu den guten alten Zeiten des Terminators. Nur dass jetzt viel mehr Action drin ist als in allen Filmen zuvor. Und Effekte, die es so noch nicht gab.

War die erneute Zusammenarbeit mit Linda Hamilton und James Cameron (Drehbuch und Produktion) für Sie eine Art Zeitreise zurück ins Jahr 1984?

Eher eine Kombination aus den Jahren 1984 und 1991. Damals spielte ich zum ersten Mal eine Maschine und hatte Spaß daran. Ich hatte Yul Brynner in "Westworld" gesehen, er war so kraftvoll und glaubwürdig, genau so wollte ich den T-800 spielen. Eigentlich sollte ich damals für die Rolle des Kyle Reese vorsprechen, den zeitreisenden Menschen aus dem Jahr 2029. Aber beim Treffen mit James Cameron erzählte ich ihm, wie der T-800 agieren und sich benehmen sollte – und bekam den Part!

Linda Hamilton hat gesagt, beim ersten Dreh hätte sie sich wie eine arrogante New Yorkerin benommen. Stimmt das?

Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Ich lebte damals in meiner eigenen Welt, in meiner Rolle, ich war der Terminator. Ich weiß aber noch, dass Linda immer wegging, wenn ich kam. (lacht) Na ja, das mag auch am Make-up gelegen haben. Mein Gesicht war verbrannt, mir fehlte ein Auge, das war nicht unbedingt mein bester Look.

Wie ist Ihr Verhältnis zu James Cameron?

Ich kenne ihn seit 1983. Es hat sofort klick gemacht, weil wir beide wie Kinder waren und dieselben Dinge mochten. Wir haben etwa nach anstrengenden Nachtdrehs oft noch eine Spritztour mit unseren Harleys gemacht. Das tun wir heute noch manchmal am Wochenende. Und ich habe immer noch die Harley Davidson aus "T2", die er mir zum Geburtstag geschenkt hat.

Wie finden Sie Gabriel Luna als REV-9?

Er erinnert mich an Robert Patrick, den T-1000 aus "T2". Er ist eine magerere, gemeinere Version von mir, ein Terminator, der sich nicht nur auf Stärke und Schnelligkeit verlässt. Gabriel hat zwei bis drei Stunden täglich für die Rolle trainiert. Da er nicht wie ich 50 Jahre Bodybuilding-Erfahrung hat, habe ich morgens mit ihm trainiert. Er war ein großartiger Schüler.

Gabriel Luna hat ausgeplaudert, dass Sie Süßes mögen, schon zum Frühstück.

Nun ja, ich glaube an Gesundheit und Fitness. (hält einen Teller mit Brownies hoch und zieht an seiner Zigarre) Süßigkeiten und Schnaps sind meine einzigen Laster.

2003 wurden Sie zum Gouverneur von Kalifornien gewählt. Ein schwieriges Amt?

Bei der Amtseinführung kamen zwei Gouverneure auf mich zu und sagten: "Genießen Sie diesen Tag. Es ist das letzte Mal, dass Sie in diesem Job Spaß haben." Sie sollten recht behalten, denn mit dem ersten Arbeitstag beginnen die Hindernisse. Egal was du vorhast, sie bekämpfen dich.

Wenn Sie in die Vergangenheit reisen könnten, was würden Sie ändern?

Könnte ich als Terminator zeitreisen, würde ich mich 100 Jahre zurückversetzen lassen und die Menschen von grüner Energiepolitik überzeugen. Denn es ist schwer, das Steuer jetzt noch herumzureißen.