"Le Mans 66": Immer volles Risiko

Oscar-Preisträger Christian Bale und Regisseur James Mangold erklären ihren PS-Kracher. (Kinostart am 14. November)

Am Ende der Geraden bricht der Wagen plötzlich aus, überschlägt sich mehrfach und fängt Feuer. Wie durch ein Wunder überlebt Ken Miles, gespielt von Christian Bale, diesen spektakulären Testfahrtunfall. Und dem Publikum wird klar: Dies ist kein normaler Rennfahrerfilm, hinter jeder Kurve lauert hier eine böse Überraschung. „Le Mans 66“ von James Mangold („Walk the Line“, 2005) spielt in der gar nicht so „guten alten Zeit“ des Sports, in der Sicherheit keine Bedeutung hatte und Fahrer zugleich auch Mechaniker waren.

Darum geht's in "Le Mans 66": Ford vs. Ferrari

Ex-Rennfahrer Carroll Shelby (Matt Damon) soll für den schwächelnden US-Autokonzern Ford einen Rennwagen bauen. Das Ziel: beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1966 gegen die als überlegen angesehenen Ferraris zu gewinnen. Shelby heuert den als emotional und schwierig geltenden Konstrukteur und Fahrer Ken Miles (Christian Bale) an, der sofort mit Konzernchef Henry Ford II. (Tracy Letts) aneckt. Dessen PR-Berater (Josh Lucas) fordert, ihn zu feuern.

Trailer: "Le Mans 66"

„Die Jungs fuhren mit 370 km/h, ohne zu wissen, ob am Ende der Geraden die Bremsen funktionieren“, beschreibt es Hauptdarsteller Christian Bale gegenüber. Der Oscarsieger (2011 für „The Fighter“) nahm nach dem Dreh von „Vice“ über 30 Kilo ab für seine Rolle des britischen Rennfahrers Ken Miles, der den berühmten Ford GT40 maßgeblich mitkonstruierte. „Ken war ein Purist“, erklärt Bale. „Er wollte lieber nicht gewinnen als auf die falsche Art.

James Mangold: „Ich bin gar kein Autofan“

Und er war großkotzig. Manchmal, wenn er in einem Rennen deutlich führte, hielt er an, aß ein Sandwich und gewann dennoch.“ Dieser Charakter war für Regisseur James Mangold entscheidend. „Ich bin gar kein Autofan“, gesteht der 55-Jährige. Deshalb ist „Le Mans 66“ auch kein üblicher Rennfahrerfilm wie etwa „Grand Prix“ (1966), „Tage des Donners“ (1990) oder zuletzt „Rush“ (2013). „Das Publikum sieht sehr wenig vom Äußeren der Wagen“, erklärt James Mangold. „Es soll sich wie der Fahrer fühlen – seine Erschöpfung und seine Angst spüren.“

Da der Rennkurs von Le Mans längst nicht mehr in der Form des 24-Stunden- Rennens von 1966 existiert, musste eine Lösung gefunden werden. „Wir haben für Le Mans sechs verschiedene Locations in Kalifornien und in Atlanta genutzt“, so Mangold. „Das war schwierig. Wir mussten ja immer wieder auf die Reihenfolge der Autos, das Wetter und die verschiedenen Kameraperspektiven achten.“ Einen echten Ford GT40 hatte das Team nicht am Start. „Wir hätten den auftreiben können“, lacht James Mangold. „Aber der kostet heute ca. 27 Millionen Dollar – und so etwas willst du nicht kaputt fahren...“

Christian Bale blieb – wie bei ihm üblich – am Set permanent in seiner Rolle, selbst wenn nicht gedreht wurde. „Ich weiß nicht, wie andere Schauspieler es immer auf Befehl an- und ausschalten können“, kommentiert der 45-Jährige. „Ich genieße es und denke: Hier hast du die Chance, ein wenig verrückt zu sein – und wirst auch noch dafür bezahlt.“

GOLDENE KAMERA Kino-Tipp, weil...

Die Hommage an einen großen Konstrukteur und „Racer“ – nicht nur für Rennsportfans sehenswert.

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