Eine geheimnisvolle Lady: Helen Mirren in "The Good Liar"

Die vermögende Witwe Betty hat einen neuen Verehrer. Der 80-jährige Roy ist allerdings mehr an ihrem Vermögen als an ihren Gefühlen interessiert.

In der Verfilmung des Bestsellers "Das alte Böse" von Nicolas Searle scheinen die Rollen klar verteilt zu sein. Helen Mirren, GOLDENE KAMERA Preisträgerin von 2016, spielt die naiv-gutgläubige Dame, die jedem Betrüger auf den Leim geht und "Herr der Ringe"-Star Ian McKellen ist der Hochstapler aus Leidenschaft, der gezielt vermögende Witwen abzockt. Doch was als "Romantic Comedy" mit Blind Dates für Rentner beginnt, wandelt sich bald zum düsteren Thriller mit doppelter Hochstapelei.

Darum geht's in "The Good Liar - Das alte Böse"

Beim Online-Dating nehmen es auch Senioren nicht so genau. Während der betagte Roy Courtnay (Ian McKellen) genüsslich an seiner Zigarette zieht, setzt er in seinem Profil das Häkchen bei „Nichtraucher“ und und die elegante Witwe Betty McLeish (Helen Mirren) gibt vor, keinen Alkohol zu trinken, und nippt dabei an ihrem Rotwein. Beim ersten Date im Pub gestehen sie sich dann auch, dass sie im Internet nicht ihre richtige Namen angegeben haben.

Trailer: "The Good Liar"

Es scheint es zu funken zwischen Roy und Betty, doch die charmante Szene ist nur der Auftakt der Täuschungen in dem Thriller von US-Regisseur Bill Condon („Dreamgirls“). Roy ist in Wirklichkeit ein eiskalter Hochstapler, ein professioneller Lügner und herzloser Betrüger. Mit seinem Kumpel Vincent (James Carter aus „Downton Abbey“) erleichtert er regelmäßig gutgläubige Menschen um ihre Ersparnisse. Als alleinstehende Frau mit drei Millionen Pfund auf der hohen Kante ist Betty das ideale nächste Opfer.

Roy spricht schließlich von Liebe und Betty lässt den scheinbar sanftmütigen Rentner bei sich in ihrem faden Vorort-Häuschen einziehen. Bettys Enkel Stephen (Russell Tovey) wird schnell misstrauisch und stellt Nachforschungen über Roys Vergangenheit an. Doch seine Großmutter will sich nicht von ihrem vermeintlichen Glück abbringen lassen - denn auch sie hat einen Plan. Bald fragt man sich, wer hier eigentlich wen an der Nase herumführt.

Großartiges "Alt-Star-Kino"

„The Good Liar“ ist gekonntes "Alt-Star-Kino" mit zwei wunderbaren Schauspielern, die große daran Freude haben, dem Zuschauer zu zeigen, wie man mit geschickten Lügen eine falsche Fassade baut. "Man sieht keine Hunde, die lügen. Giraffen können nicht so tun, als wären sie Elefanten. Wir Menschen verbringen unser Leben damit, zu spielen, wir sind gut darin. Ist das schon lügen?", fragt sich der britische Theaterstar Sir Ian McKellen, der einem breiten Publikum als Gandalf in den Trilogien "Herr der Ringe" und "Der Hobbit" bekannt wurde.

Dass Helen Mirren als schwindelnde Lady überzeugt, ist wenig überraschend. Hier ist die 74-jährige Oscar-Preisträgerin ganz in ihrem Element - im Gegensatz zu ihrem jüngsten Serien-Auftritt als "Catherine the Great". Was Sie zusammen mit Ian McKellen abliefert, mit dem sie bisher noch nie gemeinsam vor der Kamera stand, ist weit mehr als ein eine launige "Best-Ager-Klamotte".

GOLDENE KAMERA Kino-Tipp weil...

Nicht immer ganz logisch, aber exzellent gespielt und mit einem knalligen Twist.