Star Wars: Die letzte Schlacht

Rey (Daisy Ridley) und Kylo Ren (Adam Driver) treffen auf einem Todesstern erneut aufeinander.
Rey (Daisy Ridley) und Kylo Ren (Adam Driver) treffen auf einem Todesstern erneut aufeinander.
Foto: Lucasfilm/Disney
Regisseur J. J. Abrams über „Star Wars: Episode IX - Der Aufstieg Skywalkers“ und das Finale der Weltraum-Saga.

Am 5. September 2017 hatten die „Star Wars“-Macher ein Problem: Der Regisseur von „Episode IX“, Colin Trevorrow, stieg aus – es gab weder jemanden, der nach 40 Jahren den letzten Film der Triple-Trilogie drehen wollte, noch eine Story-Idee. Und das nach dem Tod von Carrie Fisher und der düsteren, viele Fans enttäuschenden „Episode VIII“! Ein Anruf bei J. J. Abrams brachte die Wende. „Das Angebot war unwiderstehlic“, sagt der 53-Jährige zu GOLDENE KAMERA. „Dazu hat mir ,Star Wars‘ als Kind zu viel bedeutet.“

Prinzessin Leia musste dabei sein

Vielleicht motivierte den Mann, der bereits „Episode VII“ zum Erfolg gebracht hatte, eine seltsame Prophezeihung. „In ihrer Autobiografie dankte Carrie mir 2016 dafür, dass ich sie zweimal erduldete – dabei hatten wir ja nur einen Film gemacht ...“

Mit „Episode IX“ gibt es jetzt tatsächlich einen zweiten Film der beiden, denn: „Es gab für mich keinen Weg, diesen Film ohne die Figur von Prinzessin Leia zu machen“, so Abrams. „Doch ich wollte sie nicht per Computer animieren, und ich wollte keine neue Schauspielerin casten.“ Und so verwendete J. J. Abrams nie genutzte Szenen mit Carrie Fisher aus „Episode VII und VIII“. „Wir haben den Film so gemacht, als wäre Carrie wirklich dabeigewesen. Am Set hatten wir ein Double, denn wir brauchten ihre Augenhöhe“, erinnert sich der Regisseur.

Überhaupt die Technik bei „Star Wars“: „Da hat es eine enorme Entwicklung gegeben seit 1977“, so Abrams. „Es begann in der Originaltrilogie mit Modellen vor schwarzen Hintergründen – das Simpelste, was man sich denken kann. Die Prequel- Trilogie fiel in die Zeit, in der es voll losging mit Effekten. Bei der Sequel-Trilogie habe ich versucht, beides auszubalancieren.“ Abrams nennt ein Beispiel für die jüngere Entwicklung: „Die Figur von Maz Kanata kam in ,Episode VII‘ nur aus dem Computer, und Lupita Nyong’o lieh ihr die Stimme. In ,Episode IX‘ dagegen war Lupita am Set.“

Die Herausforderung, so nach vier Jahrzehnten die Geschichte der drei Trilogien zu Ende zu bringen, glaubt J. J. Abrams gemeistert zu haben. „Wenn du die ersten Filme anschaust, siehst du: Alles in ,Episode IX‘ war dort vorbereitet.“ Und das ist doch das Schönste für die Fans: Sie müssen sich vor Kinostart noch einmal „Episode I– VIII“ anschauen.

Interview: Anke Hofmann / Oliver Noelle

Darum geht's in "Der Aufstieg Skywalkers"

Ein Jahr nach den Ereignissen von „Star Wars: Episode XIII – Die letzten Jedi“: Der Widerstand gegen die Erste Ordnung ist geschrumpft. Rey (Daisy Ridley), Finn (John Boyega) und Poe (Oscar Isaac) kämpfen mit alten Freunden wie Prinzessin Leia (mit nicht genutzten Aufnahmen der letzten Filme dabei: die 2016 verstorbene Carrie Fisher) und dem doch nicht toten Luke Skywalker (Mark Hamill) weiter – und treffen auf Imperator Palpatine (Ian McDiarmid).

Trailer: Star Wars: Episode IX - Der Aufstieg Skywalkers

Ein würdiger Abschluss der Star-Wars-Epoche?

Die Fangemeinde wird nicht gespalten sein wie bei „Game of Thrones“. Dennoch wirkt „Episode IX“ nur wie ein weiterer „Star Wars“-Film. Es ist aber kein würdiger Abschluss für einen Neunteiler, schon gar nicht für eine Epoche.

Am Ende werden zwei Laserschwerter vergraben. Sie werden nicht mehr gebraucht. Aber man weiß ja nie. Und könnte das Kriegsbeil so jederzeit wieder ausgraben. Tschüss, ihr Jedis: Der Lucas-Film ist jetzt ausgeträumt. Der Disney-Traum noch lange nicht. Man möchte auch weiter an der Marke verdienen. An einer nächsten Trilogie wird schon gefeilt. Es wird also auch künftig keine Ruhe geben im All. Wie das Ganze weiter geht, steht aber noch in den Sternen. Kritik: Peter Zander / Berliner Morgenpost