Emma Watson: Kämpferin mit Köpfchen

Emma Watson in "Little Women".
Emma Watson in "Little Women".
Foto: Sony Pictures
Eine Frau, eine Mission: Emma Watson setzt sich mit viel Engagement für gleiche Rechte ein. Auf der Leinwand – und privat.

Das Warten hat ein Ende. Gut zwei Jahre ist es her, dass Emma Watson im Thriller „The Circle“ zuletzt im Kino zu sehen war. Nun kehrt die 29-Jährige mit einer berührenden Familiengeschichte auf die Leinwand zurück. In der Verfilmung des Klassikers „Little Women“ (aktuell im Kino) spielt sie eine von vier Schwestern im Amerika der Mitte des 19. Jahrhunderts. Stück für Stück kämpfen die Mädchen dafür, in einer von Männern beherrschten Welt ihren Weg zu gehen. Einen Weg, den Watson im wahren Leben längst gefunden hat.

Trailer: "Little Women"

Im zarten Alter von elf Jahren verzaubert Watson erstmals die Kinozuschauer – als Hermine Granger in den „Harry Potter“- Filmen. Vom eifrigen Lockenschopf zur kämpferischen Frau: Millionen Menschen sehen zu, wie die kleine Emma als Zauberschülerin erwachsen wird. Watson hat Talent und weiß das auch nach dem Ende der Filmreihe zu nutzen. Während andere Ex-Kinderstars am frühen Ruhm zerbrechen, entwickelt sie sich weiter. Mit spielerischer Leichtigkeit wechselt die Britin zwischen den Genres, spielt mal die verzogene Göre im Drama „The Bling Ring“, mal die liebreizende Belle in Disneys Erfolgs hit „Die Schöne und das Biest“. Doch die Schauspielerei allein reicht Watson nicht.

Keine Scheu vor Öffentlichkeit

Wer in der Öffentlichkeit steht, wird gehört – eine Macht, die Emma Watson für ihre Anliegen nutzt. Ihr Herzensthema: Gleichberechtigung. Seit 2014 ist sie UN-Sonderbotschafterin für Mädchen- und Frauenrechte. Gemeinsam mit der Organisation UN Women entwickelt sie die Kampagne „HeForShe“. Sie will Männer dazu bringen, sich für Gleichberechtigung einzusetzen.

Und Emma Watsons Einsatz geht noch weiter. 2016 gründet die studierte Literaturwissenschaftlerin den feministischen Lesezirkel „Our Shared Self“, um sich mit anderen Frauen auszutauschen. Sie selbst hat einiges zu sagen und tut das öffentlich: Anlässlich ihres bevorstehenden runden Geburtstags im April sprach die Schauspielerin darüber, wie groß nach wie vor der unterschwellige Druck auf Frauen um die 30 ist. Haus, Partner, Baby? Pflicht ist das eigentlich nicht mehr. Und doch fühle auch sie sich von gesellschaftlichen Standards unter Druck gesetzt. Worte, in denen sich eine ganze Generation wiedererkennt.

Auch in „Little Women“ sind die starren Geschlechterrollen zentrales Thema. Eine Karriere war für Frauen damals undenkbar. Während ihre Schwester gegen die Übermacht der Männer kämpft, entscheidet Watsons Figur sich für die Heirat. Bewusst, wie die Schauspielerin betont: „Es wirkt immer so, als müsse man als Feministin die Ehe ablehnen“, so Watson. „Aber Meg heiratet nicht, weil es gesellschaftlichen Idealen entspricht. Es ist ihr Traum, einen Partner zu haben.“ Und für Träume kämpft sie. Genau wie Emma Watson.

Darum geht's in "Little Women"

Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts: Jo und ihre drei Schwestern wachsen in einer von Männern beherrschten Gesellschaft auf. Vor allem Jo widersetzt sich den starren Geschlechterrollen. Mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail verfilmte Regisseurin Greta Gerwig („Lady Bird“) den Klassiker von 1869. Und die kraftvolle Performance von Saoirse Ronan ist allein schon sehenswert!