Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" verschoben wegen des Coronavirus

Der Kinostart des neuen Bond-Films "Keine Zeit zu sterben" wurde um ein halbes Jahr verschoben. Nicht die einzige Panne. Wir verraten exklusiv alles über Daniel Craigs Abschieds-Bond-Film.

Der Ausbruch des Coronavirus beeinträchtigt auch die Kino-Branche. Daher wurde der Start von "James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben" wegen vieler geschlossener Kinos weltweit auf den 12. November 2020 verlegt.

Daniel Craigs letzte Mission

Wie wird Daniel Craig (51) als Bond in Erinnerung bleiben? Das hängt nicht zuletzt vom Erfolg von „Keine Zeit zu sterben“ ab. Als im Jahr 2005 Daniel Craig als neuer James-Bond-Star vorgestellt wurde, gab es viel Kritik. Tatsächlich schien der Brite wie ein Gegenentwurf zu seinem direkten 007-Vorgänger, dem geschmeidigen Pierce Brosnan.

Doch die mutige Besetzung ging auf: Alle vier Craig-Filme wurden Kassenhits. Während allerdings „Casino Royale“ und „Skyfall“ zu den besten Filmen der ganzen Reihe zählen, konnten „Ein Quantum Trost“ und „Spectre“ viele Fans nicht überzeugen. „Keine Zeit zu sterben“ wird gleichzeitig der 25. offizielle Film der Reihe sein. Gedreht wurde in bester Bond-Tradition auf der ganzen Welt, darunter in Italien, Norwegen und Jamaika.

Trailer zu "Keine Zeit zu sterben"

Darum geht's in "Keine Zeit zu sterben“

Die Story von „Keine Zeit zu sterben“soll kurz nach dem Ende von „Spectre“ beginnen. Bond lässt den MI6 hinter sich, um mit Madeleine Swann (Léa Seydoux) ein neues Leben zu beginnen. Doch er muss feststellen: Auch Madeleine hat Geheimnisse vor ihm. Als er versucht auf Jamaika Abstand zu gewinnen, bittet ihn ein alter Freund um Hilfe: Für Felix Leiter (Jeffrey Wright) soll Bond nach einem verschwundenen Forscher suchen.

Schon bald kreuzen sich Bonds Wege mit denen von Safin (Oscarpreisträger Rami Malek, „Bohemian Rhapsody“). Was genau plant der geheimnisvolle Anarchist? Kann Bond Madeleine noch vertrauen? Und welche Rolle spielt sein Erzfeind Blofeld (Christoph Waltz), der selbst aus dem Gefängnis noch die Fäden zu ziehen scheint? 007, übernehmen Sie!

50 Millionen Dollar für Craig

Dabei hätte es „Keine Zeit zu sterben“ fast nicht gegeben. Schuld daran war Daniel Craig. Seine Bond-Ära schien mit „Spectre“ beendet. Nach dem anstrengenden Dreh samt Beinbruch erklärte er in einem Interview, er würde sich eher die „Pulsadern aufschneiden“ als einen weiteren Bond-Film zu machen. Und falls doch, dann einzig und allein „wegen des Geldes.“

Nun, für „Keine Zeit zu sterben“ erhält Craig einen nicht unwesentlichen Anteil des 250-Millionen-Dollar-Budgets – nach Schätzungen von Insidern sind es über 50 Millionen Dollar. Aber nicht allein das Geld hat Craig gelockt. Der Star selbst schien nicht restlos überzeugt von „Spectre“ – jenem Film, für den die Website Rotten Tomatoes gerade mal 63 Prozent positive Kritiken gezählt hat (der Vorgänger „Skyfall“ lag bei 92 Prozent).

Mit dem neuesten 007-Film ist Craig zufriedener. Der Brite gegenüber GOLDENE KAMERA: „Ich bin sehr, sehr froh, dass ich ‚Keine Zeit zu sterben‘ gedreht und noch einmal James Bond gespielt habe.“ Aufgrund des finanziellen Erfolgs seiner Filme ist Craig zudem mächtiger als jeder Bond-Darsteller vor ihm. Für „Spectre“ erhielt er als Erster von ihnen überhaupt den Produzentenstatus.

Chefproduzentin Barbara Broccoli ist bekennender Craig-Fan und bezieht ihn stark in die Planung mit ein, auch in Besetzungsfragen. So machte sich Craig bei „Keine Zeit zu sterben“ für Ana de Armas stark. Mit ihr hatte er kurz zuvor den Krimi „Knives Out“ gedreht. „Ich fühlte mich total geschmeichelt“, verrät de Armas GOLDENE KAMERA. „Vor allem weil die Figur ursprünglich nicht im Skript stand. Cary Fukunaga (Regisseur und Co-Autor, Anm. d. Red.) rief mich an und sagte, dass Teile des Films in Kuba spielen und er eine Rolle extra für mich schreiben wolle. Das hat mich natürlich umgehauen.“ Die gebürtige Kubanerin de Armas spielt Agentin Paloma, die Bond bei einer Mission in Havanna hilft.

James Bond sollte sterben

Auch eine andere Frau empfahl Craig den Machern: Phoebe Waller-Bridge. Die preisgekrönte britische Autorin hat die Comedyserie „Fleabag“ und die Spionage-Thrillerserie „Killing Eve“ geschrieben. Bei „Keine Zeit zu sterben“ hat sie das Drehbuch überarbeitet, um Bond moderner zu machen und nicht zuletzt den Frauenfiguren mehr Leben einzuhauchen.

Davon dürfte vor allem die Figur der Nomi (Lashana Lynch) profitieren. Sie hat Bond beim MI6 als Doppelnull-Agentin ersetzt und teilt verbal fleißig gegen den alternden Spion aus. Für den wäre es fast noch schlimmer gekommen: Der ursprüngliche Regisseur Danny Boyle („Slumdog Millionär“) wollte ihn angeblich am Ende des Films sterben lassen!

Produzentin Barbara Broccoli war strikt dagegen, nach drei Monaten trennte man sich wegen „kreativer Differenzen“ – doch zwischenzeitlich stand der Film sogar komplett auf der Kippe. Letztlich wurde „nur“ der Starttermin verschoben und Boyle durch Cary Fukunaga ersetzt. Der hatte mit Projekten wie „True Detective“ sein Talent für Charaktere bewiesen, allerdings wenig Erfahrung mit Stunts.

Riskante Stunts

Davon bietet „Keine Zeit zu sterben“ dennoch jede Menge, darunter ein riskantes Autorennen durch eine enge italienische Altstadt, eine gefährliche Verfolgungsjagd per Flugzeug auf Jamaika und ein waghalsiger Brückensprung. Während des actionreichen Drehs brach sich Daniel Craig zu allem Überfluss das Fußgelenk und musste operiert werden.

Rückschläge gab es also einige für „Keine Zeit zu sterben“. Vielleicht ist das aber nicht das schlechteste Omen: James Bond selbst war schließlich auch immer dann am stärksten, wenn sein Gegner übermächtig schien.