Hochzeitshorror in Zeitschleife: Neue Kinokomödie "Hello again"

Philipp (Tim Oliver Schultz, re.) begrüßt Zazie (Alicia von Rittberg) und  Anton (Edin Hasanovic) auf dem Hochzeitsschiff.
Philipp (Tim Oliver Schultz, re.) begrüßt Zazie (Alicia von Rittberg) und Anton (Edin Hasanovic) auf dem Hochzeitsschiff.
Foto: Warner Bros.
Wenn schon klauen, dann richtig: Regisseurin Maggie Peren bedient sich für ihren Kino-Film „Hello Again“ gleich bei zwei Klassikern. Entstanden ist dabei etwas ganz Eigenes, mit Alicia von Rittberg und Edin Edin Hasanovic in den Hauptrollen.

Sie waren die besten Freunde. Aber dann haben sie eine Nacht miteinander verbracht. Und es hat nicht Zoom gemacht. Zazie (Alicia von Rittberg) ist vielmehr abgehauen und hat Philipp (Tim Oliver Schultz) seither nicht mehr gesehen. Jetzt aber erfährt sie, dass er heiratet – ausgerechnet Franziska (Emilia Schüle, GOLDENE KAMERA 2014), die Zazie schon als Kind gequält hat. Deshalb rast Zazie mit ihrem Motorroller zum Hamburger Hafen, wo die Trauung auf einem Schiff zelebriert wird, um die Hochzeit in letzter Sekunde zu verhindern. Egal wie.

Das kommt Ihnen bekannt vor? Natürlich. Kennen wir aus dem Hollywood-Hit „Die Hochzeit meines besten Freundes“ von 1997, wo ausgerechnet America’s Sweetheart Julia Roberts die „Böse“ ist, die alles Erdenkliche tut, um ihrem Freund die Braut madig zu machen. Doch während es bei jenem Film ein langer Weg bis zur Hochzeit ist, ist die hier schon in vollem Gange.

Trailer: "Hello again"

Hasanovic kippt kopfüber in die Hochzeitstorte

Ihren WG-Mitbewohner Anton (Edin Hasanovic, GOKA-Nachwuchspreis 2016) als moralische Stütze hinter sich herziehend, kommt sie just in dem Moment an, als das Brautpaar Ja sagt. Also zu spät. Zazie betrinkt sich daraufhin, ruiniert das Hochzeitsfest und macht sich dabei unmöglich. Und Anton, der unter Narkolepsie leidet und bei jedem Anflug von Stress in einen Sekundenschlaf fällt, kippt kopfüber in die Hochzeitstorte.

Das is kein Spoiler. Das darf man ruhigen Gewissens verraten. Es ist ja schon im Trailer zu sehen. Und an diesem Punkt sind gerade mal zehn Minuten des Films vergangen. Danach wird es schwarz auf der Leinwand. Dann wacht Zazie in ihrem Bett auf. Es ist wieder der Hochzeitstag. Und sie erlebt alles noch einmal von vorn.

"Hello again" OHNE Howard Carpendale

Wenn man klaut, dann nicht klammheimlich, irgendwer findet’s ja doch heraus. Man muss es ungeniert tun. Das hat sich wohl auch Maggie Peren bei „Hello Again“ gesagt. Die versierte Drehbuchautorin, die hier zum dritten Mal auch selbst Regie führt, bedient sich nämlich nicht nur an besagtem Julia-Roberts-Hit, sondern auch gleich noch an einem zweiten Klassiker: „Und täglich grüßt das Murmeltier“ von 1993, wo Bill Murray in der Zeitschlaufe festsitzt.

Und täglich küsst mein bester Freund, quasi. Immer wieder also rast Zazi zur Hochzeit Immer wieder lässt sie sich neue Finten einfallen. Ein gewisser Howard-Carpendale-Schlager ist dabei nie zu hören. Immer wieder dafür der Song „Mr. Sandman“, je nach Stimmung in den verschiedenen Coverversionen.

Happy End mit Weisheiten vom Klo

Doch bevor der Witz der ewigen Zeitschlaufe ins Leere laufen kann, schwenkt der Film um. Fokussiert plötzlich auf Nebenfiguren, die ein Eigenleben entwickeln. Und wird dann doch ein erfrischend anderer und vor allem: ganz eigener, origineller Film.

Das Happy End ist hier übrigens nicht, dass es kein Happy End gibt. Figuren, die anfangs ganz unsympathisch erscheinen, wachsen einem doch ans Herz. Und die Protagonistin muss lernen, sich dem Schicksal zu ergeben. Wird dabei sogar ein besserer Mensch.

Und wie zur Belohnung wird am Ende dann auch mal eine andere Platte aufgelegt. Die weisesten Sprüche kommen hier übrigens von einer Klofrau, die auch jeden Tag aufs Neue hinter den Hochzeitsgästen herwischt. Das muss man sich erst mal trauen.