"Fast & Furious 9": Im Rausch der Geschwindigkeit

Endlich wieder Mega-Kino! „Fast & Furious 9“ (ab 15. Juli) gibt richtig Gas und verschiebt die Grenzen der Physik.

Höher, schneller, weiter – selten trafen diese Attribute so sehr zu wie auf den jüngsten Teil der „Fast & Furious“- Reihe. Da driftet ein 230.000 Euro teurer Noble M600 über die Straßen Londons, ein 707 PS starker Dodge Charger SRT Hellcat Widebody fliegt an einem Stahlseil über eine Schlucht – und ein 1984er Pontiac Fiero hebt mit Raktenschub ins All ab.

Trailer: "Fast & Furious 9"

Darum geht's in "Fast & Furious 9"

Ex-Straßenrennfahrer Dom (Vin Diesel) hat sich mit Sohn Brian und Frau Letty (Michelle Rodríguez) aufs Land zurückgezogen. Als er herausfindet, dass Schurkin Cipher (Charlize Theron) verschleppt wurde, erwacht sein Kampfgeist. Ausgerechnet sein eigener Bruder Jakob (John Cena), den er seit Jahrzehnten nicht gesehen hat, steckt dahinter. Mit Roman (Tyrese Gibson), Tej (Ludacris), Ramsey (Nathalie Emmanuel) und Mia (Jordana Brewster) treten er und Letty gegen eine Verschwörung globalen Ausmaßes an. Dabei erhalten sie Unterstützung von einem totgeglaubten Freund.

Hintergrund

Mit einer Laufzeit von zwei Stunden und 25 Minuten gewinnt Teil neun ganz nebenbei auch noch den Längenvergleich mit den Vorgängern. Ein Actionfeuerwerk, gemacht für die große Leinwand. Das weiß auch Hauptdarsteller und Produzent Vin Diesel, der seit dem Beginn der Saga vor 20 Jahren wie kein zweiter für „F&F“ steht und ein Loblied auf das Kino anstimmt: „Es gibt nichts Schöneres als den Moment, wenn das Licht aus- und der Projektor angeht und wir anfangen zu träumen.“

„Fast & Furious 9“ konnte noch vor dem Ausbruch der Coronapandemie abgedreht werden, unter anderem in Mittelamerika, Georgien, Edinburgh und Thailand. Ein Glück für das Team um Diesel und Regisseur Justin Lin. Lin inszenierte vier der Vorgänger, darunter auch die Folge „Fast & Furious Five“ von 2011, die viele für die beste der Reihe halten. Sein Erfolgsprinzip: Stunts mit Manpower, die weitgehend ohne Computertricks auskommen sollen. „Ich will das Gefühl haben, dass man der Physik für den Bruchteil eines Moments trotzt. Das kann man nicht einfach so konstruieren“, sagt der 49-Jährige. Ehrlicherweise musste an der ein oder anderen Stelle dann doch in der Postproduktion noch etwas nachgeholfen werden.

Absolut echt dagegen ist die Oberarmmuskulatur von Diesels Gegenspieler und „kleinem Bruder“ John Cena („Dating Queen“). Diesel engagierte den Wrestler und stellte den Rest des Teams vor vollendete Tatsachen, indem er ein Video ihres Treffens auf Instagram hochlud. Ein Seitenhieb auf Ex-Wrestler Dwayne Johnson, der sich zu seiner aktiven Zeit mit Cena zoffte? Der ist nach vier „F&F“-Auftritten als Luke Hobbs, ausgeschiedener Agent des Diplomatischen Sicherheitsdienstes, mit dem Ableger „Hobbs & Shaw“ (2019) auch ohne Diesel äußerst erfolgreich.

Einen der coolsten Auftritte aber liefert wie schon in „Hobbs & Shaw“ Oscarpreisträgerin Helen Mirren (GOLDENE KAMERA 2016) ab. Für ihre Szene quetschte sie sich mit Diesel in den raren, nur auf Bestellung gefertigten Noble M600. Wie sie lachend erzählt, musste sie nach wilder Fahrt mehr oder weniger aus dem Supersportwagen herausgestemmt werden – im Noble liegt man eingezwängt wie in einem Raumfahrzeug. Für „Fast & Furious 9“ wurden eben weder Kosten noch Mühen gescheut.

GOLDENE KAMERA Kino-Tipp, weil...

Völlig enthemmter Turbo-Spaß mit Szenen, die man so garantiert noch nie gesehen hat.