"Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom" mit Naomi Watts

GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Naomi Watts findet im Rollstuhl ihr Lebensglück, dank einer Elster: „Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom".

Trailer: "Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom"

Darum geht's in "Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom"

Sam Bloom (Naomi Watts, GOLDENE KAMERA 2018) kann nicht mehr. Sie zieht die Vorhänge zu und will von der Welt nichts wissen. Bitte keine schöne Aussicht mehr vom Fenster in diese wunderbare Bucht vor Sydney. Bitte kein Sport mehr mit dieser wunderbaren Familie, die sich so sehr kümmert um diesen am Körper und Geist gebrochenen Menschen, den ein marodes Balkongerüst beim Thailand-Urlaub sprichwörtlich in die Tiefe hat stürzen lassen.

Rollstuhl, Pflege, Frust – für die begeisterte Wellenreiterin ein grausames Schicksal. Bis Sohn Noah (Griffin Murray-Johnston), der sich die Schuld am Unfall der Mama gibt, eine Elster am Strand findet. Auch deren Flügel ist gebrochen. Und damit womöglich der beste Partner für Sam zurück ins Leben. Penguin Bloom, so der schnell gefundene Name des Vogels, weckt tatsächlich Sams Geister.

Hintergrund

Es geht also ums Fliegen und Loslassen. In „Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom“ bemüht die australische Regisseurin Glendyn Ivin in ihrer betulichen Inszenierung etwas zu sehr diese Metaphorik. Doch das ist nicht die einzige Krux dieses Films. Die Geschichte der Elster, die der wahren Sam Bloom so viel Kraft gab, dass diese anschließend bemerkenswerte Erfolge als Para-Kanutin feierte, fand Eingang in den Bestseller „Penguin Bloom: Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“ von Ehemann Cameron Bloom und Bradley Trevor Greive.

GOLDENE KAMERA Kino-Tipp, weil...

Es ist eine Geschichte, die somit schon vielen bekannt ist. Und dieser Kinofilm liefert jetzt quasi nur noch die Bilder dazu. Ja, es sind schöne Scope-Bilder traumhafter Buchten oder idyllischer Sonnenuntergänge als Synonym entgangenen Glücks und Gegenentwürfe zum abgedunkelten Alltag zwischen Bett und Rollstuhl. Das große Problem dieses Films ist aber, dass er wegen des allgemein bekannten Endes ohne jede Überraschung bleibt. Dazu passt, dass Sam und Cameron Bloom als ausführende Produzenten agieren und sogar in ihrem eigenen Haus gedreht wurde. So erstickt der Film im Korsett seiner realen Geschichte. Einzig die einfühlsame Performance von Naomi Watts bleibt haften. Man hätte dem Film gewünscht, dass er sich genauso von seiner Vorlage löst wie Sam von ihrem Schicksal.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Rubrik Kultur der Berliner Morgenpost.