"Dune": Die Zukunft beginnt jetzt

Sandwürmer, Schlachten, Stars: das lang erwartete Sci-Fi-Epos „Dune“ (ab Donnerstag, 16. September im Kino) – ein Blockbuster mit Anspruch.

Frank Herberts „Der Wüstenplanet“ (Originaltitel: „Dune“) von 1965 ist der „Herr der Ringe“ der Science-Fiction: ein Meilenstein, der das Genre prägte und zahllose Nachahmer inspirierte, etwa die „Star Wars“-Saga.

Das Epos ist zugleich ein „Game of Thrones“ in ferner Zukunft: ein Diktator, rivalisierende Adelshäuser, Hexen, rebellische „Wildlinge“ – und statt Drachen monströse Sandwürmer.

Trailer: "Dune"

Darum geht's in "Dune"

Im Zentrum steht das Haus Atreides: Auf Geheiß des Imperators soll Herzog Leto auf dem Wüstenplaneten Arrakis für Ordnung sorgen und das autarke Volk der Fremen in Schach halten. Denn Arrakis birgt den kostbarsten Rohstoff des Universums: die psychedelische Substanz Spice. Wer das Spice besitzt, hat die Macht. Doch Leto Atreides wird Opfer einer Intrige. Ist sein Erbe Paul der prophezeite Erlöser, der den Kreuzzug gegen die Unterdrücker anführt?

Hintergrund

Die gnadenlose Ausschlachtung der Natur, der grausame Kampf um Ressourcen: Herberts komplexer Roman „war damals in den 60ern geradezu prophetisch“, sagt Denis Villeneuve zu GOLDENE KAMERA. „Heute ist Umweltschutz ein globales Thema.“

Ein fantastischer Spagat

Nach dem gefeierten „Blade Runner 2049“ erfüllt sich der Regisseur seinen größten Traum und bringt das Mammutwerk, das als unverfilmbar galt, auf die Leinwand: „Star Wars“ für die „Fridays for Future“-Generation. Die Adaption seines Lieblingsbuchs bedeutete für Villeneuve, der auch am Drehbuch mitwirkte, einen Spagat: „Ich wollte diese fantastische Welt bewahren, durfte mich aber nicht in Details verlieren. Verzicht ohne Verlust: Das war die Herausforderung bei der Adaption. Mein Film sollte aussehen wie in der Vorstellung des 15-jährigen Denis, als er das Buch las. Aber zugleich muss er universell sein.“

Sprich: „Dune“ soll für Fans funktionieren, aber auch für alle anderen. „Aquaman“-Star Jason Momoa etwa, den Villeneuve als Herzog Letos loyalen Krieger Duncan Idaho besetzte, ist der Roman schnuppe: „Ich wollte mit Denis arbeiten, dem besten Regisseur aller Zeiten! ,Dune‘ ist seine Vision, also bin ich so was von dabei. Und es war mir eine Ehre.“

Villeneuve ist ein Garant für starke Bilder – traumhaft, aber geerdet. Wie sein Kollege Christopher Nolan („Tenet“) ist der Frankokanadier kein Freund von Greenscreen und dreht möglichst an echten Schauplätzen: „Wir brauchen die Natur, das Chaos, um Realität abbilden zu können. ,Der weiße Hai‘ wurde ja auch nicht im Swimmingpool gedreht!“ Sein Arrakis wird von Abu Dhabi und dem Wadi Rum in Jordanien gedoubelt. Die Dreharbeiten dort bei bis zu 50 Grad beschreibt Villeneuve als auch körperlich extrem anstrengend. „Es war ein Traum!“, widerspricht Rebecca Ferguson, als Paul Atreides’ Mutter Lady Jessica vom Orden der Bene Gesserit kämpferischer als in der Vorlage – und dank „Mission: Impossible“ ebenso actionversiert wie Jason Momoa. „Hier kommt es aber mehr auf die inneren Kämpfe an“, meint Ferguson.

„Denis ist ein Meister der Intensität und erzeugt irre Spannung – auch in Szenen, in denen vordergründig gar nicht viel passiert“, betont auch Jason Momoa. „‚Dune‘ ist kein Popcorn-Spaß, sondern ganz großes Kino – in diesen Zeiten eine echte Rarität.“

Die Zukunft hat gerade erst begonnen. Der „Dune“-Zyklus (insgesamt acht Bände) bietet reichlich Stoff für ein Franchise. Bereits in Planung ist die Prequel-Serie „Dune: The Sisterhood“ über die mystischen Bene Gesserit. Doch zuerst muss Denis Villeneuve seine entscheidende Mission beenden: Auf eigenen Wunsch verfilmt er den ersten Roman als Zweiteiler, „Dune“ endet also mit einem Cliffhanger. Episode zwei liegt noch auf Eis: „Ursprünglich wollte ich beide Filme am Stück drehen, aber das Studio war dagegen“, erklärt Villeneuve. „Im Nachhinein bin ich dankbar, denn ich hätte das nicht gestemmt. Jetzt bewundere ich Peter Jackson umso mehr für seine ‚Ringe‘-Trilogie!“

Dass „Kapitän Denis“ seine viel beschäftigte Starbesatzung problemlos wieder zusammenbekommt, daran hat Rebecca Ferguson keinen Zweifel: „Für Denis lasse ich sofort alles stehen und liegen! Da kann ich für uns alle sprechen: Was Denis will, das bekommt er auch.“