Haben Alaaf und Helau im Fernsehen nichts zu suchen?

Karneval bedeutet auch Showtime für die "Höhner".
Karneval bedeutet auch Showtime für die "Höhner".
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Prunksitzungen und Schunkel-Shows in den Regionalprogrammen gehen ja völlig in Ordnung, aber muss damit alljährlich die ganze Fernsehnation bespaßt werden?

Am 11. 11. um 11 Uhr 11 ist es wieder soweit. Vom Westdeutschen Rundfunk schallt ein erstes fröhliches "Alaaf" über den Äther. Was mit der traditionellen "Sessionserföffnung Kölner Karneval" (10.30 Uhr) beginnt, wächst sich im Abendprogramm zur vollen Gute-Laune-Dröhnung aus: In der Show "11.11. – Sing mit Köln!" (20.15 Uhr) stellen Bands wie Höhner, Black Föös und andere musikalische Frohnaturen ihre neuen Hits für die Karneval-Saison 2017/2018 vor.

Wem die feierliche Eröffnung der fünften Jahreszeit am Allerwertesten vorbei geht, braucht ja nicht WDR zu schauen. Völlig richtig, doch dieses regionale Schunkel-Strohfeuer ist ja nur der Anfang! Spätestens zur Weiberfastnacht am 8. Februar 2018 wird die beste Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wieder fest in Jecken-Hand sein: "Karneval in Köln" (Das Erste), "Mer losse d’r Dom in Kölle" (ZDF), "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" (ZDF), "Karnevalissimo" (ZDF), "Düsseldorf Helau" (Das Erste) – wer bei dieser Prunksitzungsparade nicht selber mit roter Clownsnase vor der Glotze sitzt, guckt in die Röhre.

Jemand, der mit Fasching, Rosenmontagszügen und Bütz-Attacken aufgewachsen ist, wird altherrenwitzige Büttenreden vielleicht für gute TV-Unterhaltung halten. Aus norddeutscher Sicht kann man dann aber genauso gut fordern, dass Fips Asmussen "Wetten dass…?" moderiert. Alaaf!

Zum Autor: In seinen 12 Jahren als Redakteur beim Filmmagazin CINEMA hat Alexander Attimonelli nicht nur eine Leidenschaft für Filmkunst abseits des Mainstreams entwickelt, sondern auch frühzeitig verinnerlicht, dass exzessives Binge-Watching eine Tugend ist.

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